Mutter von 12 Kindern: Erzwingungshaft


Quelle: http://www.hslda.org

Sie lehnt die staatliche Sexualerziehung aus Glaubensgründen ab und muss 43 Tage ins Gefängnis!

kath.net

Eine russlanddeutsche Mutter von zwölf Kindern aus Salzkotten bei Paderborn ist in Erzwingungshaft genommen worden. Die Baptistin soll 43 Tage in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen verbringen.

Aus Glaubensgründen hatten sich die Frau und ihr Ehemann geweigert, drei ihrer Kinder an der staatlichen Sexualerziehung an einer Grundschule in Salzkotten teilnehmen zu lassen. Sie beriefen sich unter anderem auf ihr Eltern- und Menschenrecht, wonach die Schule verpflichtet ist, die Glaubenserziehung der Eltern im Unterricht sicherzustellen. Dabei zitierten sie den Artikel 2 des 1. Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention: „Der Staat hat bei der Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.“ Mit der Haft wollen die Behörden erzwingen, dass die Eltern ein Bußgeld bezahlen.

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9 Comments

  1. Aber klar.
    ein Kennenlernen des eigenen körpers und der eigenen Rechte über ihn fördert Pädophilie.
    Zähneputzen fördert zahnausfall.
    Medikamente fördern Krankheit.

    Und Wissen fördert Dummheit… äh – wie meinen?

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  2. „Das an dieser (übrigens katholischen) Schule praktizierte Projekt „mein Körper gehört mir“, fördert pädophile Übergriffe, da es nicht auf eine generelle Ablehnung sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern abzielt, sondern den Kindern auf Grund ihrer persönlichen momentanen Gefühlslage (!) die skandalöse Wahlfreiheit lässt, sexuelle Handlungen von Erwachsenen auch zu akzeptieren! “

    Können sie das belegen? Ich habe auf der Seite keine explizite Empfehlung für Pädopilie gefunden. Es ging da eher um Berührungen im Allgemeinen, d. h. ob man ein „Ja-Gefühl“ oder ein „Nein-Gefühl“ bei Berührungen entwickelt.

    http://www.meinkoerpergehoertmir.de/stueck.html

    Auf dem ersten Bild wird ja auch Haare kämmen als Beispiel angeführt. Ich halte eine solche differenzierte Sichtweise nicht für falsch, da z. B. ein Arztbesuch auch intime Berührungen rechtfertigen kann, die keinen Mißbrauch darstellen, und man sollte dies auch Kindern klarmachen, dass es unterschiedliche Formen von Körperkontakt gibt, auch im Hinblick auf die spätere Entwicklung ihrer Sexualität.

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  3. Bei den „Salzkottener Eltern“ geht es weniger um Religion, sondern vielmehr um das Thema, als Eltern die eigenen Kinder vor staatlicher Indoktrination und in diesem speziellen Fall vor pädophilen Übergriffen zu schützen. Das an dieser (übrigens katholischen) Schule praktizierte Projekt „mein Körper gehört mir“, fördert pädophile Übergriffe, da es nicht auf eine generelle Ablehnung sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern abzielt, sondern den Kindern auf Grund ihrer persönlichen momentanen Gefühlslage (!) die skandalöse Wahlfreiheit lässt, sexuelle Handlungen von Erwachsenen auch zu akzeptieren! Erstaunlich, dass dieses Projekt noch immer in dieser Form durchgeführt werden darf, da es hiermit eindeutig eine „Option“ anbietet, die ganz klar gegen das deutsche Strafrecht und den Jugendschutz verstößt. Die „Salzkottener Eltern“ verweigern sich keinesfalls einem kindgerechten Sexualkundeunterricht oder gar dem „normalen“ wissenschaftlichen Lehrplan, sondern allein diesem „Projekt“, das in gewisser Hinsicht einen staatlich zwangsverordneten geistigen Kindesmissbrauch darstellt.

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  4. Nachtrag: Einsperren nützt nichts ! Diese Frau befindet sich schon längst in ihrem eigenen, selbsterrichteten Gefängnis !
    Und das ist ausbruchssicher !

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  5. Religion ist ein zentnerschwerer Mühlstein, der den Gläubigen um den Hals hängt, damit sie der geistigen und intelektuellen Weiterentwicklung auf ewige Zeiten hinterher hinken müssen. (Ist nicht abgeschrieben, sondern von mir !)

    Und exakt auf diese Weise ist es den führenden Religioten gelungen, ihre braven, dummguten Lämmer vom eigenständigen Denken abzuhalten. Leidtragende sind in diesem Falle einmal mehr die armen Kinder !

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  6. Also… irgendwie habe ich den Eindruck, dass das „schwarze“ Paderborn in der letzten Zeit in der Brightschen Berichterstattung nicht allzu gut wegkommt.
    Dieser Artikeil zeigt jedoch, dass die Katholiken (auch in der katholibanesischen Hochburg) den Anspruch auf dümmliche Textauslegungen nicht gepachtet haben, obwohl dies von gewissen Oberzeremonienmeistern des römisch-katholischen Kreuzkultes freilich anders gesehen wird.
    Die Website Kath.net, ein Hort tolleranter, aufgeklärter sowie objektiver Berichterstattung, welche sich selbst besagtem Kreuzkult zuordnet, berichtet hierzu:

    „Besonders den jüngeren Kindern fehle ihre Mutter. Für die Familie bedeute dies, zu lernen, mit der erfahrenen Ungerechtigkeit im Sinne Jesu umzugehen. Aber die Gewissheit, Gottes Willen getan zu haben, trage sie durch. Der Vater habe an andere Eltern appelliert, sich darum zu kümmern, was ihre Kinder in der Schule lernen.“

    Kindern zu erklären, wie Menschen und „höhere“ Säugetiere und meinetwegen auch Blumen entstehen raubt dem Kult einen guten Teil des mythischen Charakters. Da kommen so ganz komische Fragen zu so komischen Dingen wie „jungfräulicher Empfängnis“ hoch… Für die Kinder vermutlich (noch) nicht geeignet sind. Sie neigen doch allzu oft dazu Offensichtliches, und aus Erwachsenensicht Unkonventionelles kundzutun. Sprich sie sind noch nicht „firm“ genug im Glauben. Soll heißen: Sind noch nicht indoktriniert genug.
    Und selbstverständlich endet Sexualkundeunterricht nach dieser Sichtweise nur in orgiastischen Zuständen an den Schulen. Wenn man Sexualität nur lange genug ignoriert, dann… ja was eigentlich? Verschwindet sie? Schaffe ich vielleicht damit (ungewollt) ein Umfeld wo gewisse Menschen ihre Neigungen ausleben können, ohne dass die Opfer so recht „wissen wie ihnen geschieht“? Über Pro und Kontra ließe sich ja wenigstens noch streiten…

    Aber die Bezugnahme der Baptisten auf die Menschenrechtskonvention, als auch die Ausschlachtung dieses Vorfalls durch kath.net ist mir mal WIRKLICH nen Homerischen Lacher wert. Ausgerechnet der Vatikan hat diese Konvention nie unterzeichnet.
    Aber zurück zu den Baptisten… ich müsste mich nochmal schlau machen was den Kontext dieses Absatzes angeht, aber besagte Verpflichtung des Staates gegenüber den Eltern hat auch Grenzen. Nämlich dann, wenn es um die Verpflichtung des Staates gegenüber den Kindern geht. Die Stories um den Lattenjupp sind ja, wenn man sie nur „nett“ genug darstellt, durchaus ein Haltepunkt für Menschen. Wie Dawkins schon sagte, ist manchmal ein unsichtbarer Freund besser als keiner.
    Nur darf dieses „Recht auf Einflussnahme der Eltern“ eben nicht ohne Einschränkung verstanden werden. Kinder haben auch das Recht auf eine Ausbildung, die wissenschaftlichen Standards Rechnung trägt. Und mit Verlaub, diese Ausbildung fängt auch in der Grundschule, und gerade beim Umgang mit dem eigenen Körper und den Vorgängen darin, an.
    Verweise auf die Botschaften von unsichtbaren Freunden, die aus (den fundamentalistischeren) Auslegungen von Schriften gewonnen wurden, welche z. T. noch aus der Bronzezeit datieren, und alleinige und ewige Gültigkeit beanspruchen, können daher in diesem Bereich nur bedingt Berücksichtigung erfahren.
    Wenn jemand meint seinem Kind einen besonderen Gefallen damit zu tun seine „Unschuld“, ein meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang völlig bescheuertes Wort, zu bewahren, indem er es vom Schulunterricht fernhält, hat hier auch zu Recht die Konsequenzen zu tragen. Woher diese Haltung kommt kann ich nur vermuten. Ein wenig gegoogle hat aber Folgendes hervorgebracht:

    „Bewahre dich in Einfachheit und Unschuld, und du wirst wie die kleinen Kinder sein, die das Böse, das das Menschenleben zerstört, nicht kennen.“ (Hermas, mand. 2,1).“

    Was man mit diesem Kirchenvater-Zitat meiner Meinung nach machen sollte ist biologisch unmöglich und ethisch fragwürdig. Jeder der schonmal Umgang mit Kindern gehabt hat wird wissen warum.

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  7. ja, ich stell mir jetzt mal vor, aus religiösen Gründen würde ein Kind vom Matheunterricht ferngehalten…

    immerhin hat Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben. Die waren kühle REchner…

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  8. Himmel, was für ein Minenfeld sich hier auftut und der referenzierte Artikel kommt zu undifferenziert daher. Aber hier geht es klar um einen Machtkampf zwischen Schule, Behörden und Eltern, was denn das Kind alles lernen muss (Sicht des Staates) und überhaupt nicht lernen darf (aus Elternsicht). Das diese Grundfrage mal wieder so sehr von religiösen Ansichten dominiert wird und der Bezug auf eine Religion so viel mehr zählt als der Umgang der Kinder mit dem eigenen Körper und der eigenen Sexualität, zeigt mal wieder zu deutlich, dass es bei Religionen, die so dogmatisch den Umgang mit dem eigenen Körper vorschreiben, eher um die Machtfrage geht, wer herrscht und wer das Sagen hat, als um eine freie Entfaltung von Kindern bzw Menschen überhaupt.

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  9. Na und, früher hätte man solche Evangelikalen als Hexe verbrannt, so wie sich das einige katholische Würdenträger heute noch wünschen

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