Der Vorhof der Heiden und Gott der Atheisten


Universität Bologna, Quelle: bologna.milano24ore.de

Die Atheisten, sei es bewusst oder unbewusst, gäben Gott auch Raum in ihrem Leben, war auf dem ersten Treffen des „Vorhofs der Heiden“ zu hören. Das auf Anregung Papst Benedikts XVI. vom Päpstlichen Rat für die Kultur geförderte neue Forum möchte den Dialog zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen fördern.

Von Jesús Colina zenit.org

Vor rund 1.500 Menschen meldeten sich am 12. Februar in der Aula der Universität von Bologna Denker zu Wort, die sich als Atheisten oder Gläubige betrachten. Der Dialog fand unter dem Vorsitz von Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, und Ivano Dionigi, Rektor der weltweit ältesten Universität in ununterbrochenem Betrieb, statt.

„Meines Erachtens bedeutet vom Menschen zu sprechen das Gleiche wie von Gott zu sprechen, und von Gott reden bedeutet vor allem, vom Menschen zu reden“, sagte Dionigi in seiner Rede.

„Wahrer Mensch zu sein heißt, sich letzte Fragen zu stellen und das Leben als ein ständiges Fragen und Suchen nach jener Wahrheit zu verstehen, die nie bequem oder tröstlich ist“, sagte der Rektor.

Der ehemalige Bürgermeister von Venedig, Massimo Cacciari, Professor für Ästhetik an der Universität von Venedig, behandelte das Thema „Atheismus im Christentum“. Kardinal Ravasi kehrte in seinem Vortrag die Begriffe des venezianischen Philosophen um und sprach von „Gott im Atheismus“ oder, als was man es auch bezeichnen könnte, von der Spiritualität der Atheisten.

Für seine Überlegungen stützte er sich auf das Denken des rumänischen Schriftstellers und Philosophen Emil Cioran (1911-1995), der den Großteil seines Lebens in Paris verbrachte und sich zur „Rasse der Atheisten“ zugehörig fühlte. Er hätte jedoch unter der beständigen Angst der Verfolgung des göttlichen Geheimnisses gelebt, erklärte Kardinal Ravasi.

weiterlesen

2 Comments

  1. Die Frechheit und die Schmierigkeit der Katholiken kennt keine Grenze – sie kriechen einem bis aufs Klo, ja bis aufs Sterbebett nach, um uns aus ihrem reichhaltigen Blödsinnsbauchladen ihren Gott anzudrehen. Deshalb muß sich der tapfere Christopher Hitchens wappnen und, wie er angekündigt hat, an seinem Sterbebett Tonbänder laufen lassen, damit man ihm nicht doch noch nachsagt, er habe Gott in seiner Verzweifelung angerufen.
    Ich habe einmal mit einem durch und und durch katholisch vergifteten (aber interessanterweise schwulen) Priesteramtskandidaten gestritten – er wollte mir unbdingt nachweisen, daß Gott mich nicht in Ruhe lassen könnte, da ich ja (zwangs)getauft sei. Austreten aus der christlichen Gemeinschaft sei deshalb eigentlich auch gar nicht möglich – es sei denn, man würde exkommuniziert. Und selbst das sei ja ein Beweis Gottes, da man dann in alle Ewigkeit im Höllenfeuer schmren müsse.
    Auch wenn ich seinen Gott leugnete, würde ich ihn doch bestätigen, denn ich würde ja seinen Namen in en Mund nehmen. So groß sei Gott, daß man selbst, wenn man ihn abschaffen wolle, man nicht ohne ihn auskomme.
    Ja, was soll man da noch sagen – gegen solch Verblendete kann man nicht anreden. Das Schlimme ist nur, wenn solche Leute politische Macht bekommen: dann stehen der Zwangschristianisierung wieder Tür und Tor offen.

    Gefällt mir

  2. Es besteht kein Zweifel. Dieser Herr Ravasi bildet sich doch tatsächlich ein, dass er einem Atheisten etwas Gutes tue, wenn er ihm heimliche Gottessehnsucht einredet. Dieser Vollidiot wird mir doch nicht einreden wollen, dass ein überzeugter Atheist den ganzen verlogenen religiotischen Stumpfsinn auch nur im Ansatz für die Wahrheit hält ! Ich jedenfalls verzichte auf die ach so großzügige und herablassende Güte dieses Oberpfaffen, der mir sein göttliches Hirngespinst unterjubeln will. Soll er seine „hochherzige“ (anmaßende) Güte für diejenigen aufsparen, die aus lauter Angst, dass es eventuell doch eine strafenden Gott geben könnte, sich vor einen kirchlichen Karren spannen lassen. Aber ich vergebe diesen irregeleiteten Seelen großzügig, denn sie wissen offensichtlich nicht, was sie tun. (Hier der Original-Bibelspruch: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun !“ Anders als der Herr Gutenberg vermerke ich stets die Quelle eines Textes, auch wenn er von mir leicht verändert zitiert wird. Den Adelstitel habe ich konsequenterweise ebenfalls weggelassen. Mein Vater pflegte Adelige nämlich insgesamt als Strauchritter zu bezeichnen, deren Vorfahren ihr Vermögen zusammengeklaut haben. Heute allerdings klauen die Adeligen nur noch fremde Texte. )

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.