Islamophobie beim Bildungsbürger


Die Islamophobie scheint nun wirklich salonfähig geworden zu sein. Kein Randphänomen mehr, das an Stammtischen bestimmter Bevölkerungsschichten Verbreitung und Gehör findet, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen und auch gerne von Bildungsbürgern unterstützt.

Wie tief entsprechende Ressentiments bereits sitzen, zeigt sich aktuell wunderbar an einem Video, das im Internet kursiert und das in hirnlosester Manier in einer Art Glaube, der den Verstand aussetzen lässt, als Beleg für den eigenen Islamhass herangezogen und weitergereicht wird.
Noch vor einer guten Woche konnte man das besagte Video unter dem Titel Islam-Unterricht an deutschen Schulen? Fake oder Echt? bei youtube aufrufen. Gezeigt wird ein selbsternannter islamischer Hassprediger namens Ibrahim Abou Nagie, der Kindern seine radikal fundamentalistischen Ansichten in einem Vortrag eintrichtert. Dieser Mann ist in den einschlägigen Islamistenkreisen gut bekannt und auch seine Bewegung: „Die wahre Religion“, für die er Werbung betreibt. Es gibt nicht nur vielfältige Kritik an seinen Verlautbarungen, sondern dokumentierte Ausladungen durch muslimische Verbände und letztendlich wird er sogar vom Verfassungsschutz observiert.
Eine kurze Recherche im Internet führt genau zu diesen Hintergründen und somit wird schnell klar, dass sich die Frage: Fake oder Echt? eindeutig mit Fake beantworten lässt.

Man sollte meinen, dass zumindest einige Zeitgenossen zum gleichen Schluss gekommen sind und damit das Video als wertlos entlarvt haben, wenn es um angebliche Inhalte des Islam-Unterrichts an öffentlichen Schulen geht.
Genau das muss aber bestimmten Leuten nicht in den Kram gepasst haben, denn nun findet man dieses Video bei youtube nur noch unter dem Titel: „Islam-Unterricht an deutschen Schulen .. Ibrahim Abou Nagie“. Das Fragezeichen ist weg.
Somit wird das ganze als Tatsache verkauft und, oh Wunder, erst recht keiner macht sich die kleine Mühe mal nachzusehen, wer denn hier als Schullehrer präsentiert wird.
Eine winzige geschickte Manipulation, die von den Paranoikern sehr wohlwollend und bereitwillig angenommen wird, weil sie exakt das zu bieten hat, was man gerne hätte. Deutschland hat sich damit bereits abgeschafft, Dank sei Sarrazin.
Wer sich ernsthaft mit dem Thema Islam-Unterricht und Schule auseinandersetzen möchte, der sollte sich mal lieber folgendes Video zur Brust führen:

12 Comments

  1. @ Sorna
    Völkermord liegt nicht an der „Mentalität“ oder an den Genen der Völker, wie vielleicht Islamophobe Antideutsche annehmen. Beim Völkermord sind stets die „Eliten“ die treibenden Kräfte, womit wir wieder beim eigentlichen Thema, der Islamophobie eines Teiles des Bildungsbürgertumes wären.

    Jedenfalls ist klar das „der Islam“ nicht mehr und nicht weniger aufgeklärt und humanistisch ist als andere Religionen. Anderweitige Behauptungen entbehren jedenfalls jeder wissenschaftlichen Grundlage. Man macht sich ja auch gar nicht erst die Mühe eines Versuches diese blödsinnigen Behauptungen zu begründen weil doch nur was ähnliches wie die unseligen Arier / Semiten Theorien herauskäme. „Wissenschaftler“ Sarazin hat ja den Versuch gemacht und hat sich damit weit ins Abseits gestellt 😀

    Religion ist auch nicht das alles allein Entscheidende, wie manche behaupten. Die geografische Lage, die geopolitische Lage, die Rohstofflage, Klima, Recurcen usw. spielen auch eine wichtige Rolle.
    Deshalb begann eben in England die Industriealisierung und nicht bei den Mauren. Wissenschaft allein nützt nichts, es muß auch eine Notwendigkeit vorhanden sein, Rohstoffe, riesige Kolonien als Märkte, geraubtes Gold als Anschubfinanzierung, ursprüngliche Akkumulation, guter Zugang zum Weltmeer und eine gegen den Vatikan verteidigbare Insellage.

    Religion ist eine Ideologie, eine Weltanschauung mit der das Herrschaftssystem und die Herrschende Klasse eines Staates „legitimiert“ werden.

    Neben Cordoba war z.B. auch Fes (Marokko) ein bedeutendes geistiges, wissenschaftliches und künstlerisches Zentrum das nicht nur in Andalusien sondern auch in ganz Europa höchstes ansehen genoß.

    Natürlich ist das große Reich der Mauren in kleinere Staaten zerfallen, wie auch das Frankenreich in Europa. Die Geschichte bleibt nun mal nicht stehen sondern entwickelt sich immer weiter. Staaten und Imperien vergehen und neue entstehen, wie wir ja derzeit beschleunigt mitkriegen.
    Das Ende der Vorgeschichte der Menschheit ist bald erreicht, dann erst beginnt die eigentliche Geschichte der Menschheit.

    Gefällt mir

  2. „Der Völkermord an den Armeniern war vom Osmanischen Reich (Kalifat) um 1915 und hat nichts mit dem späteren Laiizismus zu tun. Das „Verständnis des Türkentums“ ist auch nichts anderes als das Verständnis des Deutschtumes, Franzosentumes usw. Es bildeten sich halt die damals modernen Nationalstaaten auf Basis neuer Produktionsweise heraus. Das hat noch nichts mit „völkisch“ zu tun sondern war ein Fortschritt gegenüber dem mittelalterlichem Feudalismus, dem die Religion als ideologische Legitimation diente.“

    Die Mentalität fiel nicht vom Himmel und darauf war meine Argumentation bezogen.
    Genauso wie der Antisemitisimus nicht vom Himmel fiel und die Aufklärung bis heute in der Türkei nur sehr schleppend voran geht.

    Und Nationalstaatsdenken ist auch kein „Fortschritt“ im Sinne der Menschenrechte, es ist nur innovativer was die wirtschaftlichen Möglichkeiten (z.Bsp. Kolonialisierungs und Ausbeutungspolitik) betrifft.

    „Es ist kein Propagandatrik das die Christen sämtliche Schriften der Antike vernichteten und nur die Araber diese in ihre Sprache übersetzten. Nach der Eroberung Cordobas wurden die Antiken Schriften in Latein Rückübersetzt, wodurch aufklärerische und humanistische Ideen in Europa Fuß fassen konnten. Auch unser heutiges Zahlensystem haben wir unter anderem von den Mauren, von denen ettliche auch Juden waren, übernommen.“

    Können sie nicht Lesen.
    Ich streite gar nicht ab, dass die Mauren die antiken Schriften übernahmen (übrigens auch nur die die nicht offensichtlich dem Koran widersprachen).
    Ich habe ihnen nur vor Augen geführt, dass es für sie sinnlos ist, was sie übernahmen.
    Denn das Maurenreich ging nach Familienzwisten und die Schwächung durch den konservativen Islam unter ohne die Religiösität ab zu schütteln.

    „Blos sind die Staaten der Mauren in Spanien wie das der Almohaden (Hauptstadt Cordoba) oder der Nasrieden (Granada) von europäischen Christen erobert worden und nicht von „Berber Horden“. „Horden“ finde ich auch abwertend, auch die Berber waren und sind ein respektables Volk mit imposanter Kultur.“

    Dummes Geschwätz.
    Erst durch die Schwächung der Familienbanden durch die Erbschaftstreitigkeiten und dem Gefälle zwischen Maurischer und Berberkultur waren die Christen überhaupt in der Lage Cordoba zu erobern.
    Sie tun gerade so, als seien die spanischen Krieger eine unaufhaltbare Naturgewalt gewesen.
    Für den Untergang war einzig und allein die Dummheit der Mauren und das Setzen auf falsche Verbündete verantwortlich.

    „Jeder Staat kauft heute Wissen ein oder klaut, das gilt auch für USA, China und die BRD. Forschung ist heute meist international aber auch isolierte länder wie der Iran haben beachtliche wissenschaftliche Fortschritte zu vermelden. Wer Wissen einkauft ist auch nicht wissenschaftsfeindlich, darauf habe ich hingewiesen.“

    Ihre billige Ausrede, dass heute jeder von jedem kopiert durchschaut jedes Kind als der Versuch von Relativierung harter Fakten.
    Worauf sie hier hinweisen ist im Grunde völlig gleichgültig, da man da auch sagen könnte: Im Bibelbelt der USA sei der Sitz von führenden Genetikunternehmen, obgleich Genetik für die dort ansässige Bevölkerung Teufelszeug und die meisten Innovationen aus den Küstenregionen entstammen.
    Da bringt Globalisierung nur billige Grundmieten (für die Unternehmen) und Arbeitsplätze, es ändert aber nichts an der zurück gebliebenen Mentalität der Menschen.

    Und den Iran, also Persien mit der arabischen Welt (die man eigentlich regional gesondert betrachten muss) in einen Topf zu schmeißen und rum zu rühren, obgleich das Bürgertum dort im Vergleich zu Saudi-Arabien etc. eine ganz eigene Entwicklung hinter sich hat, nützt auch nix.

    „Der Rest ist eigentlich dümmliche Arroganz, da braucht man nicht drauf einzugehen.“

    Ich mache daraus keinen Hehl, das Pseudointellektuelle der linken Szene heutzutage viel mit Halbwissen protzen, dass sie irgendwo aufgeschnappt haben, ohne sich ausreichend zu bilden und die Zusammenhänge in der Welt zu sehen. Das wird in Zukunft nicht mehr toleriert.

    Gefällt mir

  3. @ Sorna
    Es sind ihnen aber sehr grobe Schnitzer unterlaufen:

    Der türkische Laizismus und das Verständnis des „Türkentums“ gehen ebenfalls auf das Ersatzreligiöse nationalistische und völkische Gedankengut zurück, genauso wie der Völkermord an den Armeniern.

    Der Völkermord an den Armeniern war vom Osmanischen Reich (Kalifat) um 1915 und hat nichts mit dem späteren Laiizismus zu tun. Das „Verständnis des Türkentums“ ist auch nichts anderes als das Verständnis des Deutschtumes, Franzosentumes usw. Es bildeten sich halt die damals modernen Nationalstaaten auf Basis neuer Produktionsweise heraus. Das hat noch nichts mit „völkisch“ zu tun sondern war ein Fortschritt gegenüber dem mittelalterlichem Feudalismus, dem die Religion als ideologische Legitimation diente.

    Die beinahe Renaissance des Antiken Wissens und der „Kultur (diesseitig) praxisorientierer Herangehensweise“ mit dem Islam oder dem Arabertum in Verbindung zu bringen ist ein Propagandatrick auf den sie rein gefallen sind.

    Es ist kein Propagandatrik das die Christen sämtliche Schriften der Antike vernichteten und nur die Araber diese in ihre Sprache übersetzten. Nach der Eroberung Cordobas wurden die Antiken Schriften in Latein Rückübersetzt, wodurch aufklärerische und humanistische Ideen in Europa Fuß fassen konnten. Auch unser heutiges Zahlensystem haben wir unter anderem von den Mauren, von denen ettliche auch Juden waren, übernommen.

    Die „goldenen Zeitalter des Islams“ d.h. die Hochkultur Córdobas ging mit der Rekonservativierung des Islams durch Nordafrikanische Islamisten (Den Berberhorden) unter.

    Blos sind die Staaten der Mauren in Spanien wie das der Almohaden (Hauptstadt Cordoba) oder der Nasrieden (Granada) von europäischen Christen erobert worden und nicht von „Berber Horden“. „Horden“ finde ich auch abwertend, auch die Berber waren und sind ein respektables Volk mit imposanter Kultur.

    Jeder Staat kauft heute Wissen ein oder klaut, das gilt auch für USA, China und die BRD. Forschung ist heute meist international aber auch isolierte länder wie der Iran haben beachtliche wissenschaftliche Fortschritte zu vermelden. Wer Wissen einkauft ist auch nicht wissenschaftsfeindlich, darauf habe ich hingewiesen.

    Der Rest ist eigentlich dümmliche Arroganz, da braucht man nicht drauf einzugehen.

    Gefällt mir

  4. Ich wäre übrigens dafür dankbar wenn man seine „Gegenargumente“ auch formuliert und erläutert weshalb man einen anderen Standpunkt vertritt.
    Das Niveau dieses Blogs, sich als Schützer von Minderheiten zu stilisieren ist eher belustigend als ernst zu nehmen.

    Gefällt mir

  5. „Ich finde deinen Beitrag insgesamt nicht schlecht aber wie begründest du diese absurde These ?
    Das Osmanische Reich (Kalifat) wurde im ersten Weltkrieg total zerschlagen, alle „islamischen“ Länder wurden von Europäern besetzt und Kolonialisiert außer der Türkei, wo Atatürk säkularisierte. Der Islam ist damit selbig in die Schranken gewiesen worden wie das Christentum, nämlich unzureichend.“

    Das kann man so stehen lassen…

    „Obwohl in den europäischen Staaten, dieser absurden These nach, die Religion stärker zurückgedrängt wurde als in den „islamischen“ Ländern, begiengen die Europäer massenhaft Völkermorde, Kolonialismus, Weltkriege, Faschismus uswusw. und das bis in unsere Tage hinein, wo erst die „westlichen“ Stadthalter wie Mubarak, Ben Ali usw. Fallen. Auch wenn diese absurde These nun richtig wäre, hätte das in Punkto Menschenrechte, Demokratie, Humanismus usw. rein gar nichts gebracht, im Gegenteil.“

    Das ist eine derbe Verallgemeinerung die ungültig ist. Erst einmal sind gerade durch das Vakuum an Sinnerklärung Ersatzreligionen entstanden. Diese sind die politischen Ideologien des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts, sowie die Nationalismen, die auch verstärkt in der „islamischen Welt“ Fuss fassten. Ein Paradebeispiel ist Pakistan. Der türkische Laizismus und das Verständnis des „Türkentums“ gehen ebenfalls auf das Ersatzreligiöse nationalistische und völkische Gedankengut zurück, genauso wie der Völkermord an den Armeniern.

    „Der „Islam“ ist auch nicht Wissenschaftsfeindlicher als das Christentum. Die Aufklärung und das Aufkommen der Wissenschaft beruht zum Großteil auf den Arabern (Mauren), welche die Antiken Wissenschaften gepflegt und weiterentwickelt haben, während „christliche“ Länder im Chaos des christlichen und finsteren Mittelalters versanken.“

    Die beinahe Renaissance des antiken Wissens und der „Kultur (diesseitig) praxisorientierer Herangehensweise“ mit dem Islam oder dem Arabertum in Verbindung zu bringen ist ein Propagandatrick auf den sie rein gefallen sind.
    Die „goldenen Zeitalter des Islams“ d.h. die Hochkultur Córdobas ging mit der Rekonservativierung des Islams durch Nordafrikanische Islamisten (Den Berberhorden) unter.
    Die „liberale“ Kultur Bagdads durch die Invasion der Mongolen und der im Zuge der Widerherrstellung des Kalifats und der Rekonservativisierung (Rückbesinnung auf den Schriftglauben).
    Dadurch wurde eine frühzeitige Renaissance und eine Hinwendung zum Diesseits eliminiert.
    Man sollte froh sein, dass Savonarola, die Reformation und die Gegenreformation in Europa nicht in der Lage waren die Marktbestrebungen und die praxisorientierte Denkweise zu ersticken.

    „Auch heute kann man „islamischen“ Ländern nicht Wissenschaftsfeindlichkeit vorwerfen, auch da wird geforscht und sie schießen Sateliten in den Orbit usw.
    Die modernsten Gebäude der Welt stehen heute in Arabien und sowiso ist Wissenschaft auch mit arabischem Ölgeld weltweit finanziert.“

    An Waffen wird auch fleißig geforscht. Aber nicht an der ET. Das was sie hier schreiben ist außerdem ebenfalls grober Blödsinn, denn dies wird nicht erforscht, sondern eingekauft. In der arabischen Welt gibt es weniger als eine Handvoll wissenschaftlicher Publikationen. Sie können wohl kaum der Meinung sein dort erscheinen mehr als ein paar dutzend Bücher im Jahr.

    „Es geht also nicht darum eine Religion zu verteidigen sondern darum, dumpfen und platten Vorurteilen und Halbwahrheiten entgegenzutreten.“

    Das sehe ich auch so. Einige der dumpfen und platten Vorurteile und Halbwahrheiten sind nun hoffentlich ausgeräumt.

    „Selbstverständlich ist jedwede Religion heute überholt aber mit platten und unwissenschaftlichen Vorurteilen zu argumentieren, ist doch sehr kontraproduktiv und gegen alle aufkärerischen oder humanistischen Prinzipien.“

    Und genau deswegen sollte man sein Augenmerk auf die beinahe Durchbrüche diesseitig Orientierten Denkens seit dem Untergang der Antike lenken. Einige Male wäre dem Forscherdrang beinahe zum Durchbruch verholfen worden in Spanien oder Bagdad, nur ist es dann erst in der Toskana dazu gekommen. – Schade.

    Gefällt mir

  6. „„Islamophobie“ dagegen ist irreal und pauschal stigmatisierend. Der Religion wird zu 100% das Existenzrecht entzogen und man spricht nur noch von politischer Ideologie.“

    Unter Religion versteht man eine zumeist Institutionalisierte Schablone die transzendalele Elemente enthalten.
    Die „Schablone“ ordnet spirituelle Erfahrungen und Vorstellungen mit transzendalem Inhalt bestimmten unhinterfrabaren Dogmen zu, die aus bestimmten regionalbedingten Traditionen und Riten erwachsen sind.

    Im Vergleich zu Sekten haben Religionen vergleichsweise viele Mitglieder.

    Im Vergleich zu Spiritualität ersticken Religionen die freie Interpretation unter der Kontrolle bestimmter Herrschaftscliquen und Experten für Transzendalelemente, die dem Menschen aber per se unzugänglich sind, da der Mensch nur die Welt keine hypothetischen Jenseitse geschweige denn die Entitäten die dort wirken (Götter, Kobolde, Engel) erkennen kann.

    Aufgrund der Tatsache, dass unter „Religion“ ganz bestimmte willkürliche Glaubensinhalte hervor gehoben werden. Ist eine religiöse Position zu vertreten per se unredlich.

    Wenn sie und andere hier im Strang also Religion schützen und nur gegen die politische Agenda vorgehen wollen, so haben sie nichtmals verstanden, dass nur individuelle Spiritualität fern jedes Dogmenkorsettes als Hobby tolerierbar ist, sobald sich aber Schablonen bilden, diese aufgrund ihrer Unredlichkeit (gegen agnostizistische Position) und ihrer Willkürlichkeit ebenfalls zu bekämpfen sind, da unvereinbar mit der Vernunft.
    D.h. nichtmals der Monotheismus ist schützens- sondern im Gegenteil zu verachtenswert, aufgrund seiner Willkürannahmen.

    Gefällt mir

  7. @ Uwe Lehnert
    …Ich frage mich, wieso wird auf einmal eine Religion verteidigt, die in ihren Aussagen noch widersinniger und wissenschaftsfeindlicher ist als die des Christentums, das wenigstens durch die Aufklärung in die Schranken gewiesen wurde…
    ______________________________________________
    Ich finde deinen Beitrag insgesamt nicht schlecht aber wie begründest du diese absurde These ?
    Das Osmanische Reich (Kalifat) wurde im ersten Weltkrieg total zerschlagen, alle „islamischen“ Länder wurden von Europäern besetzt und Kolonialisiert außer der Türkei, wo Atatürk säkularisierte. Der Islam ist damit selbig in die Schranken gewiesen worden wie das Christentum, nämlich unzureichend.
    Obwohl in den europäischen Staaten, dieser absurden These nach, die Religion stärker zurückgedrängt wurde als in den „islamischen“ Ländern, begiengen die Europäer massenhaft Völkermorde, Kolonialismus, Weltkriege, Faschismus uswusw. und das bis in unsere Tage hinein, wo erst die „westlichen“ Stadthalter wie Mubarak, Ben Ali usw. Fallen. Auch wenn diese absurde These nun richtig wäre, hätte das in Punkto Menschenrechte, Demokratie, Humanismus usw. rein gar nichts gebracht, im Gegenteil.

    Der „Islam“ ist auch nicht Wissenschaftsfeindlicher als das Christentum. Die Aufklärung und das Aufkommen der Wissenschaft beruht zum Großteil auf den Arabern (Mauren), welche die Antiken Wissenschaften gepflegt und weiterentwickelt haben, während „christliche“ Länder im Chaos des christlichen und finsteren Mittelalters versanken.
    Auch heute kann man „islamischen“ Ländern nicht Wissenschaftsfeindlichkeit vorwerfen, auch da wird geforscht und sie schießen Sateliten in den Orbit usw.
    Die modernsten Gebäude der Welt stehen heute in Arabien und sowiso ist Wissenschaft auch mit arabischem Ölgeld weltweit finanziert.

    Es geht also nicht darum eine Religion zu verteidigen sondern darum, dumpfen und platten Vorurteilen und Halbwahrheiten entgegenzutreten.
    Selbstverständlich ist jedwede Religion heute überholt aber mit platten und unwissenschaftlichen Vorurteilen zu argumentieren, ist doch sehr kontraproduktiv und gegen alle aufkärerischen oder humanistischen Prinzipien.

    Gefällt mir

  8. @Esofee

    Es ist richtig, dass hier im Blog nicht die eigentlichen Adressaten sitzen. Meine Attacke richtete sich tatsächlich mehr nach draußen, wo zum Teil völlig verunsicherte Bürger überhaupt nicht mehr verstehen, worum es bei der sog. Islamophobie überhaupt geht. Ein diesbezüglich sehr erhellendes Gespräch zwischen dem FAZ-Chef Patrick Bahners und der Soziologin Necla Kelek ist im neuesten „Spiegel“ nachzulesen. Bahners ist für mich ein Vertreter jener Richtung in der Islam-Kontroverse, die möglichst jede Diskussion um den Islam zum Schweigen bringen möchte, weil er ahnt, dass wesentliche Argumente gegen diese Religion genau so gegen sein geliebtes Christentum gewendet werden müssten.

    Gefällt mir

    1. Uwe Lehnert

      …weil er ahnt, dass wesentliche Argumente gegen diese Religion genau so gegen sein geliebtes Christentum gewendet werden müssten.

      Das ist genau der Punkt. Wenn Wilders also kreischt, der Islam sei eine Ideologie, dann müsste er korrekterweise weiter kreischen, Katholizismus, Protestantismus, Calvinismus usw. ebenso benennen. Aber da fehlen ihm die Eier. Er transformiert soziale, wirtschaftliche Probleme auf eine gesellschaftliche Minderheit.

      Gefällt mir

  9. @Uwe

    Es gibt keinen Grund hier im Blog auf das Recht der Islamkritik hinzuweisen, denn diese kommt nicht zu kurz, weder bei den Artikeln, noch bei den Kommentatoren.

    „Islamophobie“ dagegen ist irreal und pauschal stigmatisierend. Der Religion wird zu 100% das Existenzrecht entzogen und man spricht nur noch von politischer Ideologie.

    Es ist doch eigentlich gar nicht so schwer zu erkennen, wer kritisiert und wer hetzt. Fehlt jegliche Differenzierung und das Zugeständnis, dass es auch liberale Muslime geben kann, handelt es sich doch nicht mehr um angebrachte Kritik.

    Die Verbreitung dieses Videos hier hat ja noch ein extra Geschmäckle. Erschreckend was da läuft!

    Gefällt mir

  10. Solche Machwerke wie das erwähnte Video sind zu verurteilen. Sie führen nur zur Konfrontation, vergiften die Atmosphäre und verhindern eine rationale Diskussion über eine Religion, die das eigentliche Problem ist. Aber: Ich frage mich, wieso wird auf einmal eine Religion verteidigt, die in ihren Aussagen noch widersinniger und wissenschaftsfeindlicher ist als die des Christentums, das wenigstens durch die Aufklärung in die Schranken gewiesen wurde.

    Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es falsch und unsinnig ist, alle Zuwanderer aus islamisch geprägten Ländern als muslimisch, gar als streng muslimisch zu bezeichnen. Alle Deutschen als Christen zu bezeichnen – was ja aus außereuropäischer Sicht leider ebenso getan wird – ist ebenso unsinnig. Viele Migranten kommen gerade deswegen zu uns, weil sie vor einem mittelalterlichen Glauben, der sie in ihrem Leben bedroht, geflüchtet sind. (Eine Reihe meiner iranischen Bekanntern sind atheistisch eingestellt und haben deswegen ihr Land verlassen müssen.) Schätzungen zufolge sind aus islamisch geprägten Ländern Eingewanderte vergleichbar religiös gleichgültig wie der größere Teil der deutschen Bevölkerung, bilden also wohl kaum das Problem. Dass sie hier in der Fremde ihre Kultur und Bräuche pflegen, die nun mal – ähnlich bei uns – religiöse Wurzeln haben, ist verständlich.

    Diese notwendige Differenzierung sollte aber erst recht den Blick freimachen auf die Absurditäten einer Religion, die in vielerlei Hinsicht gegen Grundsätze unserer Verfassung und der Vernunft verstößt. Religionsfreiheit ja, aber das Recht, eine Religion sachlich zu kritisieren, lasse ich mir nicht nehmen. Der Begriff Islamophobie ist verwirrend und zu einem Totschlagargument geworden. In einem anderen Zusammenhang habe ich dazu folgendes gesagt:

    Ich wehre mich gegen die – leider auch in humanistischen und religionsfernen Kreisen – verbreitete Auffassung, dass Islamkritik, selbst sachlich vorgetragene, ausländerfeindlich sei. Der unbedingte Respekt vor dem anderen Menschen – auch gläubigen, gleichgültig aus welchem Land er kommt – schließt Kritik an dessen Meinung und Religion für mich keinesfalls aus. Respekt meint, dass ich den anderen so behandele, wie ich behandelt werden möchte, und dass ich seine Position als legitime Meinung toleriere. Tolerieren in diesem Sinne heißt, formal zu akzeptieren, dass er das Recht auf einen eigenen, von dem meinen abweichenden Standpunkt hat. Toleranz setzt allerdings Gegenseitigkeit voraus. Denn Toleranz und Respekt kann nur erwarten, wer selbst dieses Verhalten zeigt, andernfalls verliert eine faire Auseinandersetzung ihre Basis. Inhaltlich jedoch erlaube ich mir, die Meinung des anderen mit Gründen zu kritisieren, gegebenenfalls sogar entschieden abzulehnen. Dennoch: Sofern sie keinen Alleinvertretungsanspruch haben, müssen in einem demokratischen Gemeinwesen unterschiedliche Lebenskonzepte nebeneinander bestehen dürfen. Daraus entstehende Konflikte sind im Geiste unseres Grundgesetzes auszutragen. (Aus meinem Buch: „Warum ich kein Christ sein will“, 4. Auflage, 2011, S. 308).

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.