Necla Kelek: Hofnärrin am Hofe der Islamhasser


Mathias Rohe, Quelle: http://www.historischeskolleg.de

Das ist Rechtskulturrelativismus
Geheimkommando Scharia-Import? Die Legende vom heimlichen Umbau des Rechtssystems gehört zu den Erfindungen der Islamkritik. Der Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe antwortet auf Necla Kelek.

Von Mathias RoheFAZ.NET

Allein im Land Berlin hat es in den letzten Monaten zehn Brandanschläge auf Moscheen gegeben. Eine junge kopftuchtragende Frau ist von einem Islamhasser brutal ermordet worden. In einer repräsentativen Umfrage hat sich eine Mehrheit der Befragten für eine spürbare Beschränkung religiöser Rechte von Muslimen ausgesprochen. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesministerin der Justiz das Thema Islam und Recht zum Gegenstand ihres Neujahrsempfangs gewählt. Sie hat dabei die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze auch bei hoch emotionsgeladenen Gegenständen angemahnt. Necla Kelek scheint das so sehr zu missfallen, dass sie am liebsten den Rücktritt der Ministerin sähe. So ist ihr Artikel „Das ist Kulturrelativismus“ zu verstehen, der am 15. Februar in diesem Feuilleton erschienen ist. Noch schlimmer in Frau Keleks Augen: Die Ministerin hatte mich als einen Juristen und Islamwissenschaftler, der sich seit vielen Jahren mit diesem Thema befasst, um einen Vortrag gebeten.

Ebenso beharrlich wie faktenresistent

Die einleitende Kernpassage meiner Rede – im Internet nachlesbar – lautet so: „Dieses Land braucht kulturelle Vielfalt, es schätzt sie. Aber das Recht als solches ist nicht multikulturell in dem Sinne, dass wir einen rechtlichen Pluralismus hätten. Nein – es ist die Rechts- und Verfassungsordnung dieses Landes, die freiheitlich demokratische Grundordnung, die alleine den Maßstab abzugeben hat. Das heißt aber gerade nicht Uniformität in allen Bereichen des Rechts. Es gibt einen weitreichenden Schutz der Religionsfreiheit. Religion wird nach der Konzeption unserer Verfassung als prinzipiell positive mögliche Ressource angesehen. Das beschränkt sich nicht nur auf die Mehrheitsreligion. Und deswegen muss es auch für Muslime möglich sein in diesem Land, ihre Religion zu leben, im Rahmen des geltenden Rechts.“

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1 Comment

  1. Solange die Hauptreligionen dieses Landes mit Milliarden zugeschüttet werden, kann man von unseren Politikern keine unparteiische Haltung gegenüber anderen Religionen erwarten.

    Religionsfreiheit heißt nicht nur, dass ich ich eine Religion auswählen kann deren Dogmen ich glaube, es heißt auch, dass ich mir KEINE Religion aussuchen darf.
    „Religionsfrei“ ist die einzige Möglichkeit alle gleich zu behandeln und frei zu sein in Entscheidungen gegen Scharlatane und Fundamentalisten.

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