Wellness – die Ersatzreligion


Quelle: http://www.city-of-sports.de

Wellness ist eine Religion des 21. Jahrhunderts. Sie wird mit religiöser Inbrunst betrieben und stehe in der Gefahr, als Körperkult betrieben zu werden. Das sagte der Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Michael Utsch (Berlin), beim Kongress christlicher Führungskräfte am 25. Februar in Nürnberg.

kath.net

In vielen Wellness-Angeboten spiegele sich das Bedürfnis nach Spiritualität, die Sorge um seelische Zufriedenheit und die Sehnsucht nach Geborgenheit. Der Gesundheitsmarkt sei eine Wachstumsbranche, die Schönheit und Wohlbefinden als Konsumgüter anbiete.

Dabei hätten esoterische Angebote großen Einfluss. Utsch nannte zwei Beispiele: 1. Die Bach-Blütentherapie nach Edward Bach (1886-1936), nach der jede Krankheit auf einer Störung des seelischen Gleichgewichts beruht und mit Blütenessenzen behandelt wird. 2. Reiki, ein esoterisches Verfahren, durch das geistige Energie im Menschen wieder ungehindert fließen soll.

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4 Comments

  1. Also meine Erfahrung mit Wellnessangeboten ist jene, dass viele diese Dinge sehr wohl wirken.
    Wärmetherapien, Energetikbehandlungen, Farb- und Klantherapien, all diese Dinge.
    Wenn man nicht an die physische Wirkungsweise glauben möchte, dann ist es zumindest nachvollziehbar, dass das seelische Wohlbefinden, dass diese Dinge auslösen sich natürlich auch auf den Körper positiv auswirken. Zumindest diese Tatsache ist ja wohl unumstritten, wohingegen jedoch auch Dinge wie etwa Infrarotbehandlungen nachgewiesen positiven Einfluss auf den Körper haben.

    Ich fand nur den Gedanken, das ganze mit Religion zu vergleichen, befremdlich, weil es für mich eben zwei völlig andere Bereiche sind.
    Das eine ist eine Art spiritueller Wegweiser, das andere ein Weg, mich seelisch und körperlich zu verwöhnen und besser zu fühlen, indem ich Dinge aktiv tue oder tuen lasse.

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  2. Komisch !? Ich habe es noch nie als ein Bedürfnis oder als Notwendigkeit empfunden, im Internet – oder wo auch immer – nach Wellness-Tipps zu suchen ? Ich brauche nur in mich hinein zu horchen und weiß dann in der selben Sekunde, was mir gerade gut tun könnte. Tatsache ist nämlich, dass diese beinahe schon krankhafte Suche nach etwas Neuem schon mal – zunächst ganz unbewußt – in esoterische Gefilde führen kann. Wer z.B. noch nie etwas von Bach-Blütentherapie (oder müßte man Bachblütentherapie zusammen in einem Wort schreiben ?) Reiki, Ayurveda usw. gehört hat, glaubt in seiner Unschuld zunächst doch tatsächlich, dass er da auf einen bisher vermißten, vergeblich gesuchten Quell der Erkenntnis gestossen sei. Wie sollte er auch wissen, dass er lediglich einem modernen, esoterischen Hokuspokus aufgesessen ist, den clevere Geschäftemacher speziell für die Bedürfnisse ihrer gutgläubigen Wellness-Kundschaft inszeniert haben. Die Suggestivkraft solcher Angebote wird dabei überhaupt nicht erkannt. Angebote, die geradezu darauf angelegt sind, bisher nicht vorhandene Bedarfswünsche und/oder spirituelle Sehnsüchte überhaupt erst zu wecken.

    Die Verbindung von Wellness-Angeboten mit spirituellen, religiösen Praktiken wird übersehen oder – weil es eine neue Erfahrung ist – unkritisch hingenommen. Ich bedaure jeden Menschen, dessen Leben so armselig ist, dass er sich gezwungen sieht, nach immer neuen Wellness-Rezepten zu suchen, die letzten Endes nichts anderes sind als eine künstlich erschaffene, ziemlich verlogene und erbärmliche Ersatzreligion.

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  3. @Chrisi:
    Auf diesem Block werden i.d.R. die Ergüsse aus anderen Portalen (wie hier jetzt kath.net) meist unkommentiert wiedergegeben und verlinkt. Sie spiegeln nur selten die Meinung dessen wieder, der als Autor unter dem Titel steht.

    Ich selbst bin beim Thema Wellness eher zwiegespalten. Ab und zu mal die Seele (im Sinne von Psyche oder Gesamtheit aller Emotionen und so weiter) zu pflegen ist sicherlich sinnvoll. Aber da hängt noch ein Rattenschwanz von Eso-Kommerz dahinter.

    Heiße Bäder, leichter Sport, Massagen – toll
    Meditation, ätherische Öle, Klangschalen – Tja. Wem’s gefällt…
    Räucherstäbchen – eigentlich gesundheitsschädlich
    Bachblüthen, Kneipkuren, Therapien mit heißen und kalten Steinen – bestenfalls wirkungslos, auf jeden Fall gute Einnahmequelle für die Anbieter.

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  4. Also ich bin gerade auf diesen Blog gekommen, weil ich regelmäßig nach Wellness-Tipps im Internet suche und muss sagen, ich finde diese Aussage schon etwas übertrieben.

    Das „Bedürfnis nach Spiritualität, die Sorge um seelische Zufriedenheit und die Sehnsucht nach Geborgenheit“ sind nun wirklich nicht bloß Dinge, die man mit Religion in Verbindung bringt, als solche, die schon beinahe als Grundbedürfnisse von Menschen angesehen werden sollten. Viel eher ist Religion meiner Meinung nach etwas, das diese Grundbedürfnisse anspricht, diese Bedürfnisse definieren aber nicht automatisch etwas, das Religion ist.

    Religion ist in meiner Betrachtungsweise ein Glaube oder eine Art selbstauferlegter Kodex, der Regeln vorgibt und den man wie eine Art Leitfaden zurate zieht oder sich an ihn wendet, wenn man nicht weiter weiß… ich habe mich allerdings noch nie mit einem Problem an meine Physiothermkabine gewandt (wenn man Sessions gegen Nackenschmerzen jetzt nicht unbedingt als „an die Kabine wenden“ betrachten möchte 😉 )

    Die Verwandtschaft mag schon naheliegend sein, aber es gibt dennoch gezielte Unterschiede zwischen Religion und Lebenseinstellung – und Wellness ist in meinen Augen wenn dann eine Lebenseinstellung, keine Religion.

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