Satan, Tod und Teufel


Quelle: http://www.allmystery.de

Wenn Gott eine gute Welt geschaffen hat – woher kommt dann das Böse in dieser Welt? Und wie können wir ihm Herr werden? Eine Spurensuche in Christentum und Judentum.

Von Susanne MackDeutschlandradio Kultur

Peter Zimmerling, Professor für evangelische Theologie

„Über das Böse im Christentum lässt sich natürlich trefflich streiten. Da muss ich an eine etwas obskure Story denken. Dass nämlich der Reichstag von Norwegen, die haben ja eine lutherische Landeskirche, vor einigen Jahrzehnten befragt worden ist, ob es ‚den Bösen‘, also den Satan gibt. Und wie das dann ein Parlament macht, es hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt mit konservativen und liberaleren Theologen. Und da kam dann am Ende heraus, dass sie sich nicht einigen konnten. Und darauf hat der Reichstag, der norwegische, gesagt: ‚Wenn sich die Sachverständigen nicht einigen können, ob es ‚den Bösen‘ gibt oder nicht, dann wissen wir es auch nicht und können dazu kein Urteil abgeben.'“

Gibt es den „leib-haftigen“ Satan? Den Teufel persönlich? Für Salomon Almekias-Siegl, den Landesrabbiner von Sachsen, ist „Satan“ keine Person, sondern eine Metapher: ein Sprachbild für das Böse, das in verschiedenen Formen erscheint.

weiterlesen

5 Comments

  1. @ Uwe Lehnert

    Ich werde mir auf jeden Fall dein Buch besorgen. Ich will nämlich auch kein Christ sein.

    Liken

  2. Wir leben in einer Beschißkultur.
    Noch genauer betrachtet, in einer suchtkultur.

    Sucht ist beileibe nicht nur „Pulver nehmen“ oder saufen oä.
    Sucht kann auch prozeßgebunden sein – und das tritt wesentlich häufiger auf, ist schwerer zu erkennen (weil wir es für „normal“ halten und irgendwie nicht anders kennen), und noch schwerer zu behandeln.

    paar Beispiele?

    – Arbeitssucht (wird verkauft als: der gute Mitarbeiter)
    – Beziehungssucht (die „wahre“ Liebe)
    – zwanghafte Reinlichkeit („ordentliche deutsche Wohnung“)
    – Hungersucht (Kotzsucht etc, gibt noch mehr in dem Bereich) -> Schönheit, SElbstbeherrschung

    Liken

  3. „Gut“ und „böse“ sind die Kategorien, die auf der völlig veralteten, methaphysischen und idealistischen Denkweise beruhen.
    Ein Raubtier ist z.B. nicht „böse“ weil es andere Tiere jagt und frisst, sondern Teil des Ökosystemes das im Gleichgewicht ist.

    Einen „Satan“ kann es gar nicht geben weil jede Kreatur auf das überleben bedacht ist und der Diabolo ja gar nichts vom „böse sein“ hätte und „böses“ ihm gar nichts bringen würde.

    Der Faschismus und der Kolonialismus und Imperialismus war auch nicht „böse“, sondern entsprang den Bedürfnissen einer herrschenden Klasse von Menschen.
    Da war kein „Satan“ im Spiel sondern Motive und Notwendigkeiten von bestimmten Schichten der Gesellschaften, deren materielle Motivation nachvollzogen werden kann.

    „Böse“ gibt es nicht, höchstens krank, skrupellos, ausbeuterisch, unterdrückerisch, dumm, wichtigtuerisch.

    Liken

  4. Sollten die Redakteure von Deutschland Radio Kultur solche Einfaltspinsel sein, dass sie meinen, ihre Hörer mit einem solchen gedanklichen Schmarren zu beeindrucken? Oder waren sie der Ansicht, die Absurditäten dieser theologischen Beiträge seien so selbstentlarvend, dass man sie unkommentiert so stehen lassen könne. Zur Ehrenrettung von dradiokultur möchte ich Letzteres annehmen.

    Ich habe zur Theologie mal Folgendes ausgeführt und finde, dass der Beitrag von dradiokultur eine treffende Bestätigung dafür liefert:

    Der physische, psychische und moralische Zustand unserer Gesellschaft wäre mit Sicherheit weitaus befriedigender, wenn die in der Summe ungeheueren geistigen Anstrengungen unzähliger Theologen, das angebliche Wort Gottes, wie es in der Bibel niedergelegt ist, mit der Logik und der Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen, sich auf die Bewältigung konkreter, die Menschen tatsächlich bedrängender Probleme gerichtet hätten. Welchen Ertrag das in¬tellektuelle Vermögen eines Apostel Paulus, Thomas von Aquin oder etwa Martin Luther hätte erbringen können, wenn sie ihre geistigen Energien in die Lösung tatsächlich existierender Nöte und Übel und nicht künstlich geschaffener theologischer Probleme investiert hätten, kann man nur erahnen. Ihr Ziel war des Menschen Heil, ihr Anspruch war die Wahrheit – leider haben sie ihre Talente am falschen und untauglichen Objekt entfaltet. Was würden wir vermissen, wenn es die Theologie nicht gäbe? (Aus: Lehnert, Warum ich kein Christ sein will)

    Liken

Kommentare sind geschlossen.