Uwe Lehnert: Warum ich kein Christ sein will (4.Aufl.)


Das Buch wendet sich an Leser, die eine zusammenfassende Darstellung von Argumenten gegen den christlich-kirchlichen Glauben und für ein naturalistisch-humanistisches Weltbild suchen.

In den Kapiteln I bis IV skizziert der Autor zunächst den Stand der heutigen Naturwissenschaften, insbesondere der Kosmologie, der Quantenphysik, der Evolutionsbiologie und der Hirnforschung und fragt nach deren philosophischen und theologischen Konsequenzen.Die Kapitel V und VI bauen darauf auf und zeigen, dass herkömmlicher Gottesglaube und christliche Lehre sich damit nicht mehr vereinbaren lassen. Aber auch Lebenserfahrung, Vernunftgründe und heutige ethische Maßstäbe widersprechen in eklatanter Weise der christlichen Lehre. In Kapitel VII schließlich formuliert er – von den Ergebnissen der vorangehenden Teile ausgehend – ein naturalistisch-humanistisches Lebensmodell. Das Buch hat der Autor in seiner nachberuflichenZeit verfasst. Es beschreibt – wie der Untertitel andeutet – das Ergebnis seines lebenslangen Nachdenkens über Glauben, Wissen und Vernunft.

Der Autor will sich Klarheit verschaffen über die Bedeutung von Philosophie und Naturwissenschaft für unser Leben, insbesondere der Geltung ihrer Erkenntnisse für Gestaltung und Deutung unseres Daseins. Es geht um Fragen nach unserer Stellung und Bedeutung im Kosmos, nach Willensfreiheit und Schuld, nach dem Ursprung von Moral, nach der möglichen Existenz Gottes und ob der Gott, der in der Bibel beschrieben wird, für uns heutige Menschen so überhaupt „glaubwürdig“ sein kann. Der Autor fragt sich, warum so viele Menschen an Dinge glauben, die so offensichtlich im Widerspruch zu Vernunft und Wissen stehen, und entwickelt dafür mögliche Erklärungen. Ausführlich thematisiert er das Verhältnis von Glauben und Vernunft bzw. von Religion und Wissenschaft. Auch versucht er, eine ihn überzeugende, sprich „vernünftige“ Antwort nach dem Sinn des Lebens zu finden.

Der Autor möchte vor sich begründen und möchte anderen erklären können, warum er kein Christ sein kann und auch nicht sein will. Seine Ansichten und Bekenntnisse gründen auf der Überzeugung, dass es richtig und vernünftig ist, soweit es irgend möglich ist, sich seines Verstandes zu bedienen. Weder kirchlicher Glaube, noch persönliche Erleuchtung anderer, noch theologische Konstruktionen können für ihn Richtschnur seines Denkens sein. Abschließend diskutiert er die zukünftigen wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten, den biblischen Begriffen Paradies und Unsterblichkeit irdische Alternativen entgegenzusetzen. Das Buch ist eine ausführliche und – wie viele Rezensionen betonen – unpolemische, aber scharfe Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben, die allerdings nicht übersieht, dass es mit einem ehrlich praktizierten christlichen Glauben auch Gemeinsamkeiten auf ethischem und sozialem Gebiet geben kann.

Die Giordano-Bruno-Stiftung schrieb in ihrem Newsletter vom 31.3.2010, dass aus der beträchtlichen Anzahl von Büchern, in denen ehemals gläubige Autoren ihre Befreiung von religiösen Dogmen sowie ihren Weg zu einem neuen, in sich konsistenten säkularen Weltbild schildern, zwei Bücher herausragen. Eines davon sei Uwe Lehnerts „Warum ich kein Christ sein will“. Das Fazit der Rezension der Giordano-Bruno-Stiftung lautet: Ein überaus kluges, didaktisch hervorragend gemachtes Buch, das es auch interessierten Laien ermöglicht, die zentralen Grundideen einer humanistisch-naturalistischen Weltsicht zu verstehen.

Die 4. Auflage ist gründlich überarbeitet und ergänzt worden und greift zusätzlich Anregungen und Kritik auf, die ihm von den Lesern der früheren Auflagen übermittelt wurden. (Siehe dazu die Vielzahl an auffallend positiven Rezensionen bei http://www.amazon.de / http://www.buecher.de oder z.B. http://www.buchkatalog.de ) Es nimmt auch Stellung zu aktuellen Fragen wie der Präimplantationsdiagnostik, dem kirchlichen Arbeitsrecht, kirchlichem Kindesmissbrauch oder z.B. der Auseinandersetzung mit dem politisch agierenden Islam. Insgesamt erhält der Leser einen umfangreichen Katalog von Argumenten für religions- und kirchenkritische Diskussionen.

Uwe Lehnert: Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung. 426 S., 4. Auflage. Berlin TEIA Verlag, 2011, 19,95 €.

3 Comments

  1. Er will kein Christ sein aber die dummen und rassistischen Sprüche eines Sarazin findet er gut.
    Da kann man wohl gut auf das Buch verzichten 😀

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  2. Ein hervorragendes Buch das jedem Zweifler die Augen öffnen kann. Auch bestens geeignet für den Ethikunterricht und als Willkommensgeschenk für alle Neumitglieder von politischen (vor allem der „C“) Parteien. Weniger erfolgsversprechend allerdings bei politisch ambitionierten Religioten, sowie bei rückradslosen Machtsuchenden und skrupellosen Machtinhabern.

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  3. Uwe Lehnerts Buch wäre bestimmt ein ideales Präsent für die Bundeskanzlerin. Vielleicht hört sie dann irgendwann auf, ihre religiotische Botschaft aus dem Bundeskanzleramt wieder und wieder unters Volk zu bringen. Soll sie doch ihrem Gottglauben privat anhängen, aber als Amtsperson will ich von ihrer volksverdummenden Religion nichts mehr hören.

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