Für die radikale Aufklärung


Nach Blom betrieb Jean-Jaques Rousseau das Gegenteil von Aufklärung. (Bild: Wikipedia)

Ideenhistorikers Philipp Blom baut einen Gegensatz zwischen den „radikalen Aufklärern“ um Diderot, d’Alembert, Buffon und Grimm sowie Voltaire und Rousseau, die heute unser Bild von der Aufklärung zu Unrecht dominieren.

Deutschlandradio Kultur

„Es gibt nichts Solides außer Essen, Trinken, Leben, Lieben und Schlafen“, schreibt Denis Diderot in „D’Alemberts Traum“. Diese „Freude am eigenen Leben“ bildet neben dem Atheismus die Grundlage der „radikalen Aufklärung“. So die These des Ideenhistorikers Philipp Blom in seinem neuen Buch über die „Bösen Philosophen“.

Zu den „radikalen Aufklärern“ zählt Blom die Clique von Freunden, die sich im Pariser Salon des Barons Holbach trafen und bei reichlichem Essen und Trinken „philosophierten“. Schriftsteller, Denker und Forscher wie Diderot, d’Alembert, Buffon und Grimm. Den Vorsitz führte die faszinierend schöne Frau von Holbach. Gelegentlich störte der Eigenbrötler Jean-Jacques Rousseau. In dieser lockeren und heiteren Atmosphäre eines Pariser Salons entstand in der Mitte des 18. Jahrhunderts gleichsam gesprächsweise und nebenbei die Idee der „radikalen Aufklärung“, meint Blom. Darunter versteht der 1970 geborene Blom die radikale Abwendung von Gott, sowie die radikale Zuwendung hin zum Leben „nach der Natur“, hin zur Erforschung der Naturgesetze.

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2 Comments

  1. Radio:
    Darunter versteht der 1970 geborene Blom die radikale Abwendung von Gott, sowie die radikale Zuwendung hin zum Leben „nach der Natur“, hin zur Erforschung der Naturgesetze
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    Blom kann ja darunter verstehen was er will, den Menschen damals machte aber der Absolutismus, die Stände und Klassengesellschaft das leben schwehr. Die Religion war die Ideologie und Weltanschaung, welche die absolute Macht der Könige und Kaiser „begründete“.
    Königtum und Religion waren z.B. in Frankreich untrennbar mit einander verbunden und beide wurden in der großen franösischen Revolution gestürzt. Allerdings nicht durch die paar Sesselfurzer wie Blom meint sondern durch mutige Sozialrevolutionäre.
    Ohne soziale Revolution war auch kein Durchbruch für die Aufklärung und keine Zurückdrängung der Religion möglich, so war es und so ist es noch.

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  2. Durchaus nachdenkenswert dieser Blogbeitrag. Mit durchaus offenem Ergebnis. Die etablierten Aufklärer Voltaire und Rousseau kommen dabei allerdings ziemlich schlecht weg. Wahrscheinlich haben sie diese Wertung aber verdient. Weiter nachdenken…! Die Aufklärung hat ja gerade erst begonnen…! Mir ist sie nur noch nicht radikal genug ! Vorallem müßten noch weitaus mehr von Bennys Schäfchen ihrem Hirten die Gefolgschaft verweigern. Die bennyotische Aufklärungsbremse in Rom ist immer noch viel zu mächtig und einflußreich.

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