Wo Guido Knopps Wissen aufhört


Guido Knopp auf der Frankfurter Buchmesse, Quelle: wikipedia
Mitte Januar teilte der Vatikan mit, Papst Benedikt XVI. werde am 1. Mai dieses Jahres seinen Vorgänger Johannes Paul II. seligsprechen. Die Wirkung der Wunderwaffe Wojtyla im Ringen um ein antikommunistisches und konservativ-christliches Europa soll noch verstärkt werden, so schnell als möglich. Offenkundig gibt es jedoch Probleme mit dem Wunder, ohne das alle unbezweifelbaren Verdienste im politischen Bereich nicht für eine Seligsprechung ausreichen.
Von Renate HenneckeOssietzky
Zwar hat Benedikt die plötzliche Heilung der französischen Ordensschwester Marie Simon-Pierre von der Parkinson-Krankheit – sie soll durch die Fürbitte von Johannes Paul bei Gott wenige Wochen nach seinem Tod bewirkt worden sein – per Edikt als Wunder anerkannt, doch es gibt Zweifel an der Nachhaltigkeit der Heilung. Auch die in Reserve gehaltene zweite Wundergeschichte hat ihre Tücken: Ein römischer Barbier will nach dem Betrachten eines Bildes von Johannes Paul II. von einem Bandscheibenvorfall geheilt worden sein – die Inanspruchnahme dieser Aussage wäre aber heikel: »Der fromme Mann ist«, so die Süddeutsche Zeitung, »zugleich bekennender Kommunist.«