Freie Religionswirtschaft


Michael Hochgeschwender, Quelle: FAZ.NET

Nach dem Attentat von Tucson taten sich rhetorische Abgründe im politischen Spektrum auf. Der örtliche Sheriff Clarence Dupnik sagte: „Wir sind zu einem Mekka des Hasses und der Vorurteile geworden.“ Hat er recht?

Von Hannes HintermeierFAZ.NET

Die Situation hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren tatsächlich dramatisch verschärft. Das hängt mit der auseinanderdriftenden Situation zwischen Reichen, Mittelklasse und Armen zusammen, aber auch mit den religiösen Erweckungsbewegungen, dem Zuzug von Hispanics, dem Gefühl der Überfremdung – das sind alles Punkte, die dazu beigetragen haben, dass es zu einer gesellschaftlichen Spannung gekommen ist, die sich immer wieder gewaltsam entlädt.

Barack Obama ist für die Mehrheit der Amerikaner der meistbewunderte Mann der Welt, andererseits scheinen viele ein Problem mit einem schwarzen Präsidenten zu haben.

Obama bringt die Problematik auf den Punkt. Es gibt im linken Spektrum eine Gruppe, die eine hohe Meinung von ihm hat, aber teilweise enttäuscht ist, weil er nicht ihren Erwartungen in allen Politikfeldern entspricht. Für den rechten Rand der Republikanischen Partei ist er – ähnlich wie in den neunziger Jahren Bill Clinton – eine absolute Hassfigur. Er gilt als notorischer Sozialist, als jemand, der nicht integrieren kann, als zu intellektuell, zu kühl, nicht bodenständig. Außerdem gibt es bei vielen Weißen noch immer erhebliche Vorbehalte gegen Schwarze in Führungspositionen. Obama hat einen dem schwarzen Mainstream nahestehenden Glauben mit sehr liberaler Färbung angenommen. Das macht ihn für Rechts-Evangelikale aus der weißen Mittelschicht unerträglich, weil seine Konfession in ihren Augen eine Verfälschung der christlichen Religion darstellt.

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