Die kranke Erde?


Quelle: blogs.ethz.ch

Es ist seltsam, bei vielen Kommentatoren der Japan-Krise meint man herauszulesen, dass die Katastrophe eine Rache der Natur sei. Der Mensch als Hautkrankheit der Erde scheint eine beinahe mehrheitsfähige Auffassung zu sein. Doch wie mit solch einer Diagnose umgehen?

Von Jost KaiserThe European

Der Papst führt bekanntlich einen Krieg gegen den „Relativismus“ und bietet, wie sollte er anders, als Immunisierung den unhinterfragbaren und unantastbaren Gott und als dessen irdische Vorfeldorganisation die katholische Kirche an. In den westlichen Gesellschaften mit mäßigem Erfolg. Die Mühlen der Säkularisierung mahlen einfach weiter.

Doch wer meint, mit dem Erkalten der christlichen Religionen – auch kurzzeitig aufkommende modische Hinwendungen, etwa zum Katholizismus bestätigen dessen Niedergang –, sei auch die Sehnsucht nach dem Absoluten geschwunden, der irrt.

Es hat sich im gesellschaftlichen Unterbewusstsein bestimmter Milieus eine Idee von Exzess und dessen Bestrafung etabliert, die dem Katholizismus ähnlich ist, aber einer anderen absoluten Instanz Herrschaft über Leben und Tod zugesteht: „Die Natur“ hat den strafenden Gott abgelöst.

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2 Comments

  1. Der Slogan: „Im Einklang mit der Natur leben“, hat mich schon immer gewundert, als wär der Planet ein Lebewesen. Wir können allenfalls vermeiden, das durch zutun des Menschen Umweltbedingungen verschlechtert werden.
    – Den Einschlag riesiger Meteoriten
    – Ausbruch von Supervulkanen
    – große Erdbeben
    – Veränderungen der Erdumlaufbahn
    – Eiszeiten
    usw. kann mit heutiger Technik nicht beeinflusst werden. Es kann nur unbeherrschbare Technologie wie die Atomkraft vermieden werden oder z.B. Temperaturanstieg durch überhöhten CO2 Ausstoß.
    Veränderungen der Umweltbedingungen gab es aber schon immer, ganze Hochkulturen wurden dadurch schon schwehr geschädigt.

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