Guttenberg: Die Säulen der Kultur


Auf der Suche nach Kultur, Bild: brightsblog

Während die CSU den Kernkraftwerksdiskurs mit nahezu umstürzlerischen Argumenten befeuert, der „Ölprinz“ und Dodo-Preisträger Guttenberg in seiner Schmollecke sitzt und Buße tut, bringt Stephanie zu Guttenberg die Wertediskussion in die fränkischen Bauernschädel. Forchheimer „Landfrauentag“ und die Halle ist voll. Dabei sind die Landfrauen von heute auch nicht mehr das, was sie einmal waren, wer will von denen schon im Kummetgeschirr laufen, wenn die Pferde oder Ochsen nicht mehr können. Obwohl die moderne Technik auf dem Land schon lange Einzug gehalten hat, sind die bodenständigen Kerle und Weiber für die gute alte Zeit zu haben. Da gab es die Herrschaft, den Pastor, da war alles geregelt, selbst die Feindbilder waren eindeutig.

Den unsäglichen Weg von Berlin ins Fränkische, per Flugzeug, hat sie nicht gescheut. Das ist löblich und heldisch. Solch Tugenden sind heute viel zu selten.

Bildung und Landwirtschaft sind die Themen, Frau Guttenberg meint nun, dass es sich oftmals nur um Lippenbekenntnisse handelt, wenn es um solche politischen Schwerpunkte geht.

Stephanie zu Guttenberg:

Beide Bereiche unterlägen einer ständigen Weiterentwicklung. Hier wie dort werde gesät mit dem Ziel, dass der Same aufgehen und Früchte bringen möge.

Oha, kaum macht sie den Mund auf quillt die biblische Sprache aus ihr heraus. Den Country-People aus Franken, bodenständig, traditionell gefällt das.

Ein ernstes Problem für die Dame ist der Religionsunterricht, dabei geißelt sie die Abschaffung desselben durch den rot-roten Senat in Berlin und die Transformation in ein beliebiges „Etwas“:

Die Bildung jedoch sei – im Gegensatz zur Landwirtschaft – nicht vom Wetter abhängig, merkt die Referentin scherzhaft an um dann wieder auf ein für sie ernstes Problem hin zu weisen : Die Bedeutung des Religionsunterrichtes. Dabei geißelt sie dessen Abschaffung durch den „rot-roten Senat“ in Berlin und die Umwandlung des Religionsunterrichtes in ein diffuses „Etwas“.

Ihr werde „angst und bange“, wenn den Kindern nicht mehr vermittelt werden könne, „woher sie kommen und was die Säulen unserer Kultur sind“. Sie meint offensichtlich die Vermittlung des christlichen Weltbildes. Mir wird auch Angst und Bange wenn ich lesen muss, was für Idioten meinen uns die Welt erklären zu müssen. Keine Einwände, wenn die Dame meint, ihre Kinder müssten religiös erzogen und gebildet werden. Ihre Sache, aber genau diese Ebene des Diskurses verlässt sie indem anders denkenden Menschen ein schlechtes Gewissen vermittelt werden soll, wer nicht ihrer Weltsicht ist kann nur Rot sein, sozialdemokratisch oder gar kommunistisch tiefgefärbt.

Der Schutz vor sexuellem Missbrauch der Kinder ist der Frau Guttenberg ein Herzensthema. Als Präsidentin der Kinderrechtsorganisation Innocent in Danger setzt sie sich aktiv für den Schutz der Kinder ein. Schonungslos würde sie die Finger in offene Wunden legen. So schonungslos ist die ganze Sache aber nicht. Auch Frau zu Guttenberg lässt sich von politischen Erfordernissen und Kalkül leiten. Die Tatsache, dass die Bundeswehr zukünftig auf 17-jährige Jugendliche zurückgreifen, aktiv in den Schulen für freiwilligen Dienst werben will, stört die Dame nicht.
Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten hat im Februar 2011 den Schattenbericht Kindersoldaten 2011 vorgestellt.
Autor des Schattenberichts ist der renommierte Völkerrechtler Dr. Hendrik Cremer, der für das Deutsche Institut für Menschenrechte tätig ist. Auftraggeber sind die deutsche Sektion des internationalen Kinderhilfswerks terre des hommes, die Kindernothilfe, die deutsche Abteilung der christlichen Organisation missio sowie UNICEF.

In der UN-Kinderrechtskonvention (KRK) von 1989 wurde festgelegt, dass alle Kinder unter 18 Jahren besonderen Schutz und besondere Rechte genießen und das Wohl des Kindes immer Vorrang haben muss. Dennoch erlaubt Artikel 38 der KRK, Kinder, die das fünfzehnte Lebensjahr vollendet haben, als Soldaten für das Militär einzuziehen.

Frau zu Guttenberg hat diesbezüglich keine Antwort und keinerlei Interesse.

Innocent in Danger

So sehr wir auch einen Einsatz für Kinderrechte befürworten, sind Innocence in Danger und Frau zu Guttenberg nicht die richtigen Ansprechpartner zur Stellungnahme in Bezug auf Kindersoldaten.

Die Guttenbergs sind nichts anderes als gut aufgepeppte Hohlkörper und es kommt immer wieder vor das der eine oder andere auf die Verpackung hereinfällt.

Zu Guttenberg krönt Forchheims Bäuerinnentag

Die Bundeswehr, Kinderrechte und Stephanie zu Guttenberg

2 Comments

  1. Zur Ehrenrettung des Landvolkes ist aber anzumerken, daß gerade auch die von und zu Guttenberger in der Geschichte immer wieder schärfstens bekämpft wurden.
    Da waren die Bauernkriege mit Thomas Münzer, jos Fritz und all den mutigen Anführern, die sogar die erste republikanische Verfassung überhaupt gegen das Adels und Pfaffengesindel durchzusetzen versuchten.

    Dann der Schwäbische Städtebund mit seinen Bürgerwehren, welche die Raubritterburgen der von und zu Guttenberger schließlich schleiften.

    Das sind doch schon mal zwei sehr gute Säulen unserer Kultur und Geschichte.

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  2. Na, ja, der Mann von Stephanie Guttenberg hat uns ja ein treffliches Bild von christlicher Leitkultur vermittelt. Wenn dieses „Vorbild“ auch in den Schulen vermittelt werden soll, dann müssen wir aber künftig in Deutschland viel Geld in neu zu erbauende Haftanstalten investieren. Wenn nämlich mehr junge Leute den Gutti als Vorbild sehen, dann wächst da unversehens eine Generation von schamlosen Betrügern und Hochstaplern heran. Vor denen muß der anständige Teil der Bevölkerung geschützt werden !

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