Der Fluch des Christentums


Das Kreuz mit den Religionen

Die sieben Geburtsfehler einer alt gewordenen Weltreligion. Eine kulurelle Bilanz nach zweitausend Jahren

schnädelbachZEIT ONLINE

Mit seinem „Mea culpa!“ hatte der Papst Woityla auf seine Weise Bilanz gezogen; er bat um Vergebung für das, was Christen im christlichen Namen getan haben, hütete sich aber, irgendeine Schuld der Kirche als solcher einzuräumen. In der Perspektive der Kirchenräson ist das verständlich, aber es dient nicht der Wahrheit, denn die Wahrheit ist: Die „sieben Todsünden“, die der Papst nennt, sind nicht trotz, sondern wegen des Christentums geschehen; die Täter haben dabei nicht gegen dessen Prinzipien verstoßen, sondern nur versucht, sie durchzusetzen. Nicht bloß die Untaten einzelner Christen, sondern das verfasste Christentum selbst als Ideologie, Tradition und Institution lastet als Fluch auf unserer Zivilisation, der bis zu den Katastrophen des 20. Jahrhunderts reicht, während der christliche „Segen“ stets von Individuen ausging, die das, was sie Gutes taten, allzu oft gegen den Widerstand der amtskirchlichen Autoritäten durchsetzen mussten.

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4 Comments

  1. Diese Betrachtungsweisen sind völlig idealistisch und unwissenschaftlich weil Religion abgehoben von allen anderen Bereichen und den materiellen Gegebenheiten, erklärt wird.

    Religion war zu gewissen Zeiten als Ideologie notwendig weil zur Entwicklung der Produktivkräfte die Herausbildung von Klassengesellschaften notwendig gewesen waren.

    Man muß schon die verschiedenen Schichten der Gesellschaften ein bisschen analysieren um darzulegen, welche Notwendigkeiten von wem zu welchen Religionen und Ideologien führten.

    „Das Christentum“ gibt es genau so wenig wie „das Judentum“ oder „den Islam“. Das Christentum vor Paulus dürfte auch was ziemlich anderes gewesen sein als später, Abspaltungen spiegelten meist neue Epochen, Produktionsweisen und Gesellschaftliche Verhältnisse wieder.

    Der Zeit Artikel ist aber ein sehr gutes Beispiel für die um sich greifende methodische Primitivität, da völlig undialektisch und unmaterialistisch herangegangen wird.

    So kann man das Christentum sich nur für einen „Fluch“ halten.

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  2. Nur zur Erinnerung für die Christen, verbunden mit der Aufforderung zum Nachdenken (falls überhaupt grundsätzlich möglich). Die Überschrift muss lauten: „Der Fluch der jüdisch – christlichen Religion“.

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  3. Die Halbbildung geht wieder spazieren, es ist sonnig und wir sind in der Laune Deinen Unsinn großzügig vorbeiziehen zu lassen…

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  4. Wenn man den Artikel in „Zeit online“ zusammenfassend auf einen Nenner bringt, könnte man sagen, dass die christliche Moral und Ethik von den alten Griechen abgekupert worden ist. Das wiederum lag ganz in der Gepflogenheit eines bekannten christlichen Politikers, der in Verfolgung dieser Tradition z.B. auch eine Doktorarbeit abkupferte und sie als eigene Leistung verkaufte. Glücklicherweise wurde dieser Plagiator überführt. Bei der christlichen Lehre hingegen ist bisher nicht beanstandet worden, dass es sich dabei um einen geistigen Diebstahl bei den griechischen Philosophen handelt. Und da die griechischen Philosophen allesamt schon vor der Gründung des Christentums gestorben sind, hat niemand diesen Diebstahl angezeigt. Somit konnte sich die Christenheit das Urheberrecht über eine fremde Leistung straflos sichern.

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