Die SPD im religiösen Ungleichgewicht


Im Laufe ihrer Geschichte hat die SPD wahrlich eine Menge von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Hoch-und Tiefpunkten durchlaufen.

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind nach dem Hamburger Programm für die SPD die Grundwerte des „Demokratischen Sozialismus“. So ist die soziale Gerechtigkeit einer ihrer vorrangigen politischen Leitwerte. Die koordinierte soziale Marktwirtschaft soll gestärkt werden, ihre Erträge dabei fair verteilt werden, da dies als notwendig für den Wohlstand der Gesamtbevölkerung angesehen wird. Die SPD erachtet auch in der Zukunft einen starken Staat und einen handlungsfähigen Sozialstaat für notwendig, um schwächere Bevölkerungsgruppen schützen zu können. Dazu legt sie Wert auf eine Finanzpolitik, die „nicht auf Kosten zukünftiger Generationen“ ausgestaltet ist und langfristig die Staatsverschuldung beendet bzw. zurückführt. Unter dem Stichwort vorsorgender Sozialstaat werden Änderungen am Sozialsystem, die die „Eigenverantwortung“ stärken sollen und im Rahmen der Agenda 2010 realisiert wurden, begrüßt.(Wikipedia)

Eine eindeutige Ausrichtung der Partei auf religiöse Grundthemen, bis in die 50iger Jahre eine Domaine der christlichen Parteien in Deutschland, hat zu einer Entwicklung  geführt die Sorgen macht. Religionen, insbesondere Christentum und Islam beschäftigen den medialen Alltag Deutschlands.

So gründeten sich 2010 in der SPD eine Gruppe von Laizisten, um säkulare  laizistische  Ideen und Gedanken, Programmatik vielleicht, in ihre Partei einzubringen. Die Ergebnisse sind bekannt. Parteiäbtissin Nahles hat den Laizisten nach kurzer Zeit die Verwendung der IT-Infrastruktur der SPD untersagt und die Interessen als Rechteinhaber, zum Label SPD, angemeldet. Sprich, die Laizisten in der SPD dürfen den Namen der sozialdemokratischen Partei nicht verwenden. Der feiste Buddha Gabriel hält die ganze Sache der Laizisten eher für ein Privatvergnügen einiger atheistisch-agnostischer Spinner in der Partei. Als Spinner werden sie auch behandelt.

Jetzt holen die Parteigänger Gottes zum Schlag aus, Thema:

Brauchen wir eine neue Balance von Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften?

Wer nun denkt dass bei solchen Fragen die Laizisten in der SPD zu Worte kommen, dem sei hiermit ein totaler Realitätsverlust bestätigt. Im Programm der Veranstaltung lesen wir das „Who is who?“ der Gottesknechte bundesdeutscher Politprominenz.

Die säkularen, laizistischen SPD-Mitglieder Rolf Schwanitz (MdB), Nils Opitz-Leifheit werden nicht als Redner eingeplant.

Eine Tagung der SPD-Bundestagsfraktion in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD (AKC). Klar Herr Thierse ist da nicht weit, Kerstin Griese auch nicht, bis hierher keine Überraschung. Dann kommt der katholisch-parteipolitische Hammer, die SPD-Bundestagsfraktion lädt Herrn Alois Glück ein, Vorsitzender des Zentralkommitees der Katholiken, Mitglied der CSU und aus der bajuwarischen Politik nicht wegzudenken. Die Charakterlosigkeit der SPD erreicht einen neuen Tiefpunkt. Die SPD ist völlig aus dem Gleichgewicht gekommen, politisch, gesellschaftlich, religiös und kulturell sowieso. Das sozialdemokratische Paradies auf Erden hat sich als Flop erwiesen, wahrscheinlich wollen nun Thierse und Co. das dumme Wahlvolk aufs Jenseits vorbereiten. Der politische Vorteil liegt auf der Hand, Reklamationen sind ausgeschlossen. Damit kann man Wählerverluste reduzieren.

Unterm Kruzifix lösen sich die politischen Widersprüche auf, unisono verwischen die Grenzen parlamentarischer Profilierung. SPD und CSU sind sich einig, wenn es um die Lobpreisung des Gekreuzigten geht. Bebel und Liebknecht würden wahrscheinlich aus der Partei ausgeschlossen werden, wenn sie denn nicht freiwillig gehen würden.

Das Programm:

  • 13.30 Uhr
  • Ankommen und Mittagsimbiss
  • 14.00 Uhr
  • Begrüßung und Einführung
    Dr. Frank-Walter Steinmeier MdB, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
  • 14.15 Uhr
  • Die Balance von Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften: Bewährtes und neue Herausforderungen
    Dr. Jürgen Schmude, Bundesminister a.D und langjähriger Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Der politische Anspruch des Christentums im säkularen Rechtsstaat
    Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
    Diskussion . Moderation:
    Dr. h.c. Wolfgang Thierse MdB, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Sprecherkreis AKC
  • 15.45 Uhr
  • Nachmittagskaffee
  • 16.15 Uhr
  • Ist unser Staatskirchenrecht zeitgemäß?
    Prof. Dr. Hans Michael Heinig, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Kirchen- u. Staatskirchenrecht, Universität Göttingen
  • Bleibt der „Dritte Weg“ im kirchlichen Arbeitsrecht zukunftsfähig?
    Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx, Leiterin des Referats Sozial- und Gesellschaftspolitik der EKD
  • Dr. Hermann Lührs, Dozent für Politische Theorie, Arbeits- u. Sozialpolitik an den Universitäten Tübingen und Bonn
  • Diskussion.
  • Moderation: OStD Benno Haunhorst, Sprecherkreis AKC
  • 17.45 Uhr
  • Konsequenzen für die Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion und des AKC
    Kerstin Griese MdB, Sprecherkreis AKC; Siegmund Ehrmann MdB
  • 18.00 Uhr
  • Ende der Tagung
  • 18.15 Uhr
  • Liturgischer Ausklang im Andachtsraum des Reichstages
  • Dr. Dietmar Kehlbreier, Sprecherkreis AKC

Veranstaltungsort

  • Reichstagsgebäude
  • Otto-Wels-Saal, 3. Etage, Raum 3 S 001
  • Platz der Republik
  • 11011  Berlin

Der liturgische Ausklang im Andachtsraum des Bundestages ist der tränenreiche Abschluss parlamentarischer Verblödung.

 

1 Comment

  1. Vor vielen Jahren wurde von Kabarettisten die SPD in GUS umgetauft: Gesellschaft unabhängiger Schwätzer

    Und es stimmt immer noch. Faszinierend.

    »Liturgischer Ausklang …« na, ob da noch einer da ist.

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