Nikolaus Schneider: Widerstand gegen staatliche Maßnahmen möglich


Quelle: faz.net

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die Kirche zum eindeutigen politischen Handeln aufgerufen, wo immer christliche Grundwerte bedroht sind.

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Notfalls müsse sie sich kämpferisch gegen staatliche Übergriffe wehren, etwa in Fragen der Menschenwürde, sagte er am Montagabend Emden. Der Präses der rheinischen Kirche war Gastredner bei der achten Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus.

Zu den biblischen Grundwerten zählt Schneider zufolge auch der Anspruch des Menschen auf Freiheit und Gleichheit. In diesen Punkten gebe es keine staatliche Verfügbarkeit. In der Alltagspolitik hingegen könne die Kirche den Verantwortlichen nur eine biblisch-ethische Orientierung bieten. Dort liege die letzte Entscheidungsfindung im politischen Diskurs: «Der Christ muss sie, wenn auch vielleicht zähneknirschend, respektieren.»

Die Unterscheidung zwischen diesen Bereichen sei nicht einfach, räumte Schneider ein. Er warnte davor, die eigene politische Überzeugung theologisch zu begründen. Die protestantische Ethik nehme dem Einzelnen das Wagnis einer Entscheidung nicht ab. Der Mensch müsse seine freie Entscheidung vor Gott und sich selbst rechtfertigen können.

Die Bibel sei eben kein Navigationsgerät für die Fahrt durchs Leben, das nur richtig programmiert werden müsse, sagte der Theologe. Sie sei eher eine Kompassnadel, die bei der Lösung politischer Probleme eine zeitlose verlässliche Richtung weisen könne. «Die Straßen und Wege dorthin müssen wir selber finden.»

4 Comments

  1. Freiheit und Gleichheit sind biblische Grundwerte? Der muss eine andere Bibel haben als ich.

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  2. Die Aussage von Schneider kommt einer Kriegserklärung gegenüber dem Laizismus gleich. Der Mann ist Demagoge und somit, wie ausnahmslos alle aus dieser Fanatiker- Sparte, gefährlich. Nichts kommt bei der breiten Masse besser an, als verschwurbelter Unsinn. Man muss sie nur immer stetig damit zuwerfen. Wohin so etwas führt, wissen wir aus der zweitausendjährigen religiösen und politischen Weltgeschichte. Also fordern wir:“ Keinen weltlichen Freiraum für diese machtbesessenen Religiotenführer!“

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  3. Och !? Die Bibel ist also kein Navigationsgerät durchs Leben !? Aber damit sagt mir der Ratsvorsitzende der Evangelen nun wirklich nichts Neues ! Das sage ich doch schon seit Jahr und Tag. Zusammen geklitterte Märchenbücher bieten nun mal dem zum selbständigen Denken befähigten Menschen keine Handlungsansätze im täglichen Leben. Für Leute, die es gewohnt sind, sich selbst zu belügen, mag das natürlich ganz anders aussehen. Da bin ich nur froh, dass ich kein von der Bibel und der Kirche abhängiger Evangeliot bin !

    Hier – weil’s zum Thema passt – zum wiederholten Male mein Lieblingsspruch: „Glauben nährt sich aus dem Wunsch, der eigenen Selbttäuschung zur Wahrheit zu verhelfen !“

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