Biologische Baustelle Mensch!


Foto: Welt Online Infografik. So veränderten sich die Knochen

Was geht in uns vor? Eine neue Schlagader bahnt sich den Weg durch den Arm, Fingerabdrücke ändern sich. Möglicherweise hat die Frau der Zukunft kaum noch Brüste.

Von Jörg ZittlauWELT ONLINE

Sich größer machen als man ist – fast jeder kennt den Napoleon-Komplex. Dabei war der französische General gar nicht so klein. Mit seinen 167 Zentimetern Körpergröße lag er im Größendurchschnitt seiner Zeit. Heute würde er zwar weit unter den üblichen 180 Zentimetern seiner Geschlechtsgenossen liegen, doch dafür war Napoleon immer noch deutlich größer als der Alpen-Ötzi mit seinen knapp 158 Zentimetern. Denn seit Beginn der Zivilisation ist der Mensch immer größer geworden, und das ist nicht die einzige Veränderung, die sein Körper erfahren hat. Hormone, Knochen, Haut, Immunsystem, alles ist anders, und einigen Exemplaren des Homo sapiens wachsen sogar neue Arterien.

Würden sich Steinzeit- und Gegenwartsmensch heute begegnen, würde man kaum glauben, dass sie der gleichen Spezies angehören. Nicht nur wegen der Größe, auch wegen der verschieden geformten Köpfe. Unsere Vorfahren mussten viel kauen, und das regte bei ihnen, wie Evolutionsbiologe David Lieberman von der Harvard University im US-amerikanischen Cambridge erklärt, „das Kieferwachstum an, sodass auch den Zähnen ausreichend Platz geschaffen wurde“.

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1 Comment

  1. Die Evolution musste sich eben entscheiden, ob sie den Homo sapiens vor Malaria schützt oder ihm eine optimale Sauerstoffversorgung garantiert, beides ging offenbar nicht.
    …..
    Denn Hauptantriebsmotor der Evolution ist die ziellose Mutation im Erbgut – und dabei kann so ziemlich alles herauskommen.

    Meine Güte, kann man denn nicht einmal in einer Zeitung einen Artikel über Evolution lesen, in dem diese weder personifiziert noch falsch dargestellt wird?

    Merke:
    1) Die Evolution ist nicht zielgerichtet. Folglich kann ’sie‘ auch keine Entscheidungen treffen.
    2) Der Hauptantriebsmotor der Evolution ist nicht die ‚ziellose Mutation‘, sondern das Aufeinandertreffen von Mutation mit Selektionsdruck. Nur durch vorhandenen Selektionsdruck entscheidet sich, ob eine Mutation neutral, positiv oder negativ für eine erhöhte Anzahl an Nachkommen ist. An zwei Beispielen aus dem Artikel:
    *Laktosetoleranz bei Erwachsenen mag als Mutation schon sehr viel früher als von den erwähnten 7000 Jahren durch Mutation vorgekommen sein. Erst durch die Viehhaltung und damit Verfügbarkeit von Milch als neuer Nahrungsquelle (für Erwachsene) gab es einen Faktor, der sich auf die Weitergabe der Mutation positiv auswirkte.
    * Die Sichelzellenanämie in Malariagebieten: Nur in der Kombination mit Malaria schafft die einen Überlebensvorteil und führte somit zu einer höheren Anzahl an Nachkommen. In Nicht-Malariagebieten ist sie alles andere als vorteilhaft.

    Gruß

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