Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Wie die Religioten gewählt haben:
[…]In Baden-Württemberg stimmte fast jeder vierte evangelische Wähler (23 Prozent) für Bündnis 90/Die Grünen … Von den Katholiken entschieden sich 21 Prozent für die Ökopartei (plus 11). Bei den Konfessionslosen und Andersgläubigen wurde sie stärkste Partei (34 Prozent/plus 15). Die SPD liegt bei den Protestanten über ihrem Gesamtergebnis (26 Prozent/minus 3). Von den Katholiken wählten 20 Prozent „rot“ (minus 1) und von den Konfessionslosen/Andersgläubigen 25 Prozent (minus 4). Die CDU erlitt bei den Katholiken die größten Verluste (48 Prozent/minus 8). Von den Evangelischen votierten 37 Prozent (minus 2) für die Christdemokraten. Bei den Konfessionslosen/Andersgläubigen ist sie nur noch drittstärkste Kraft (23 Prozent/minus 3). Die FDP schnitt bei Protestanten (6 Prozent) leicht besser ab als bei Katholiken (5 Prozent) und Konfessionslosen bzw. Wählern mit anderer Religionszugehörigkeit (4 Prozent)[…]

Die Glaubenspraxis der Annette Schavan
[…]Berlin (kath.net) „Ich bete seit 30 Jahren täglich das Stundengebet“. Dies bekennt Annette Schavan (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, in einem Interview mit „Cicero“. Dies bedeute für die Politikerin täglich einen Zeitaufwand von eineinhalb Stunden. Hatte sich Annette Schavan mit einigen ihrer Entscheidungen durchaus auch den Unmut mancher Katholiken zugezogen (Befürwortung der Priesterweihe für verheiratete Männer und den Kompromiss in der Verschiebung des Stichtags für die Nutzung embryonaler Stammzellen), so befindet sie sich mit ihrer Einstellung zur PID inzwischen doch wieder auf katholischem Kerngebiet: Sie wolle nicht, „dass sich bei uns einmal Menschen für ihre Behinderungen rechtfertigen müssen“[…]

Sodom und Gomorra: Wie Religioten den Machtwechsel in BW bewerten
[…]Für den Kulturjournalisten Alexander Kissler (München) markiert der Wahlsieg der Grünen „eine gesellschaftliche Zeitenwende“, sofern sich deren Spitzenkandidat Winfried Kretschmann an das Wahlprogramm halte: „Dann muss er Baden-Württemberg zum ‚Vorreiter bei der Gleichstellung und der Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, transsexuellen und intersexuellen Menschen’ machen.“ Dann werde in allen Unterrichtsfächern „der Alltag verschiedener Familienformen“ abgebildet und das Adoptionsrecht für schwul-lesbische Paare mit Hilfe des Bundesrats vorangetrieben[…]

Schweizer und ihr Glaube
[…]Gemäss der im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft“ (NFP 58) durchgeführten Studie sind heute noch 32 Prozent der Bevölkerung Reformierte und 31 Prozent Katholiken. 12 Prozent gehören einer nicht-christlichen Religion an und 25 Prozent sind konfessionslos … Es zeigte sich, dass die Mehrheit (64 Prozent) ein distanziertes Verhältnis zur Religion hat. Diese Distanzierten glauben nicht an nichts, doch die Religion bedeutet ihnen nicht viel. 17 Prozent sind institutionelle Kirchgänger, 10 Prozent bezeichnen sich als säkular, also indifferent oder ablehnend gegenüber Religionen. 9 Prozent kultivieren alternative Glaubensformen wie Astrologie. Unabhängig vom religiösen Typus spricht aber eine deutliche Mehrheit der Befragten den Kirchen eine grosse Bedeutung zu für sozial benachteiligte Menschen. Weniger Bedeutung zugemessen wird der Kirche für das eigene Leben[…]

„Vorhof der Völker“: Nächste Missionsstation: Albanien
[…]Das nächste vatikanische Treffen zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen wird in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, stattfinden. Für Ravasi ein Zeichen, handelt es sich dabei doch um das einzige Land weltweit, das den Atheismus als Staatsreligion in seiner Verfassung verankert hatte. Die aktuelle Entwicklung in Ländern Nordafrikas und des Nahen Osten sieht Ravasi hingegen voller Sorge: „Es besteht die Gefahr, dass sich ein Volk am Ende in einem Vakuum wiederfindet. Es will sich von der Theokratie befreien, welche die Laizität abgeschafft hat, indem sie sozusagen Thron und Altar vereint hat. Sollte ihnen das gelingen, droht eine innerliche Leere, ein Vakuum der generellen Ordnung, nicht nur religiöser und spiritueller Art, sondern auch ein kulturelles Vakuum. Deshalb glaube ich, dass das Thema der Laizität, der korrekten Laizität, in diesen Ländern von großer Bedeutung sein wird.“ Kardinal Ravasi hofft, dass diese Umstürze in Ländern Nordafrikas und dem Nahen Osten auch uns neu zu denken geben werden, was das Thema der Laizität, also der Trennung von Kirche und Staat, betrifft. Denn die Laizität sei auch eines der grundlegenden Themen des Dialogs zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen[…]

Geldgeile Diakonie klagt gegen Stadt
[…]Das Diakonische Werk Ennepe-Ruhr/Hagen, unter dessen Trägerschaft in Hagen vier Kindergärten stehen, klagt gegen die Stadt Hagen, weil es einen höheren Zuschuss nach dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) für sich beansprucht …Im Kibiz ist unter anderem die Höhe des Zuschusses geregelt, den die Jugendämter den Trägern der Kindergärten überweisen müssen. Das Jugendamt zahlt demnach dem Träger, wenn es sich um eine Kirche oder Religionsgemeinschaft handelt, einen Zuschuss von 88 Prozent der Kindpauschalen … Als das Kibiz seinerzeit in Kraft trat, wurde vom Gesetzgeber zwischen „armen“ und „reichen“ Trägern unterschieden. Wohlfahrtsverbände wie die AWo oder das Rote Kreuz gelten dem Gesetz nach als „arme“ Träger. Sie erhalten den 91-prozentigen Zuschuss auf die Kindpauschalen von den Jugendämtern. Christliche Verbände wie das Diakonische Werk werden ihrer Nähe zur Kirche wegen meist als „reiche“ Träger eingestuft. Der Anteil der Kirchensteuermittel am Gesamthaushaltsvolumen des Diakonischen Werks Ennepe-Ruhr/Hagen, argumentiert Justiziar Hasenclever, sei verschwindend gering. Es liege bei einem Prozent[…]

Liechtenstein: Initiative und katholische Kirche wollen Volksentscheid gegen Homo-Ehe
[…]Vor gut zwei Wochen hat der Landtag in Liechtenstein mit 21 zu 0 Stimmen einstimmig beschlossen gleichgeschlechtliche Partnerschaften anzuerkennen … Doch jetzt gibt es eine Interessensgemeinschaft, die sich übergangen fühlt und einen Volksentscheid zum Thema Homo-Ehe erzwingen will … Angeheizt werden diese kritischen Äußerungen auch von katholischen Kirche Liechtensteins, da sie den „Fortbestand der Gesellschaft“ gefährdet sieht. Gut zwei Drittel aller Einwohner Liechtensteins sind Mitglieder der katholischen Kirche. Ob tatsächlich ein Volksentscheid zustande kommt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen[…]

Kardinal Meisner dankt allen, die die Diktatur der Kirche gegen eine interne Demokratisierung verteidigen
[…]Der Kölner Erzbischof hat den Initiatoren der Petition „Pro Ecclesia“ gedankt. Die Petition weise das auf, was dem Theologen-Memorandum fehle: „geistlicher Tiefgang und Gespür für die Kirche“, so der Kardinal in einem Schreiben von Montag. Den Bischöfen tue es gut, „die Unterstützung so vieler engagierter Katholiken aus so vielfältigen Bereichen von Kirche und Gesellschaft zu erfahren“. Der Kardinal kritisierte erneut das Theologen-Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“, das der Petition „Pro Ecclesia“ vorausgegangen war. „Mit durchaus nennenswerter medialer Unterstützung wurden dort Forderungen unterbreitet, die im Großen und Ganzen auf eine Demokratisierung und Säkularisierung der Kirche hinauslaufen“, heißt es in dem Brief des Kardinals über das Theologen-Memorandum[…]

Bene: Märchenstunde zur Beichte
[…]Der Heilige Vater stellte fest, dass bei der Beichte bisher der Aspekt des Lehrens und des Lernens nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, obwohl diesem eine geistliche und pastorale Bedeutung zukomme. Der Papst sprach zuerst über den pädagogischen Wert des Sakramentes der Versöhnung für den Priester selbst. Das Priesteramt stelle einen einzigartigen und privilegierten Beobachtungspunkt dar, von dem aus man täglich die Größe der göttlichen Barmherzigkeit betrachten könne. Der Heilige Vater sagte, dass die Beichte zu hören grundsätzlich bedeute, „das Handeln des barmherzigen Gottes in der Geschichte zu betrachten und die Heil bringenden Wirkungen des Kreuzes und der Auferstehung Christi zu allen Zeiten und für jeden Menschen zu berühren.“ Der Papst sprach davon, wie im Beichtstuhl der Priester gewissermaßen die „Abgründe der menschlichen Seele, auch deren dunkle Seiten“, zu sehen bekomme. Dies stelle auch die „Menschlichkeit und den Glauben des Priesters selbst“ auf die Probe. „Auf der anderen Seite wird in ihm jedoch die Gewissheit genährt, dass das letzte Wort über das Böse des Menschen und die Geschichte Gott spricht, es besteht in seiner Barmherzigkeit, die in der Lage ist, alle Dinge neu zu machen“, so der Papst[…]

ÖVP-Landeshauptmann ärgert Religioten
[…]Linz (kath.net) Josef Pühringer, der „christlich-soziale“ Landeshauptmann von Oberösterreich, hat in einem aktuellen Interview mit den OÖN im Rahmen der Diskussion rund um eine Spitalreform gemeint, dass Abtreibung auch in öffentlichen Spitälern angeboten werden müsse. Derzeit werden Abtreibung im Linzer AKH auf der Gynäkologie-Abteilung durchgeführt. Diese soll allerdings geschlossen werden und der Landesfrauenklinik (LFKK) übergeben werden. Auf die Frage der OÖN, ob man dort auch Abtreibungen durchführen werde, meint Pühringer: „Unabhängig davon, ob man für oder gegen die Fristenlösung ist – sie ist Bestandteil der österreichischen Rechtsordnung und muss daher, wie immer eine Reform ausgeht, auch in öffentlichen Spitälern angeboten werden. Niemand hat Interesse daran, dass das in den Hinterzimmern irgendwelcher Privatordinationen passiert“[…]

Kirchen büßen an Vertrauen ein
[…]Stuttgart (idea) – Die Kirchen und ihre Repräsentanten genießen in Europa im Vergleich zu anderen Institutionen unterdurchschnittliches Vertrauen. Das geht aus einer aktuellen Verbraucheruntersuchung des Magazins „Reader’s Digest“ (Stuttgart) in 16 Ländern hervor. 38 Prozent der rund 33.000 Befragten vertrauen den Kirchen; 59 Prozent haben wenig oder kein Zutrauen zu ihnen. Unter 14 Institutionen stehen die Kirchen damit an achter Stelle. Die Ehe führt die Rangliste an: Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) sagen aus, dass sie dem „Bund für’s Leben“ trauen. Am wenigsten vertrauenswürdig sind für die Europäer der Staat (23 Prozent) und die Werbung (14 Prozent)[…]

Teilnehmer der Islamkonferenz:
[…]Wie in der vorangegangenen Sitzung im Mai 2010 sitzt der Bund bei der Tagung am Dienstag mit sechs Vertretern am Tisch. Die Länder sind durch sechs Politiker vertreten, darunter die Vorsitzenden der Innen-, der Integrations- und der Kultusministerkonferenz. Daneben sind für die Kommunen der Oberbürgermeister von Nürnberg, Ulrich Maly (SPD), sein Amtskollege aus Duisburg, Adolf Sauerland (CDU), der Oberbürgermeister von Göttingen, Wolfgang Meyer (SPD), sowie der Landkreis Konstanz und die Stadt Bergkamen vertreten.
Auf muslimischer Seite gehören sechs Verbände der Konferenz an: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Verband Islamischer Kulturzentren, die Alevitische Gemeinde Deutschland, die Türkische Gemeinde Deutschland, die unter Schäuble nicht Mitglied war, die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland, die zum Islamrat gehört, sowie der Zentralrat der Marokkaner. Der Zentralrat der Muslime hat eine Teilnahme abgelehnt. Der Islamrat wurde suspendiert.
Da die Verbände nur einen kleinen Teil der Muslime in Deutschland repräsentieren, nehmen erneut Einzelpersönlichkeiten an der Tagung teil: der islamkritische Politologe und Schriftsteller Hamed Abdel-Samad, der Bonner Lehrer für Islamkunde, Bernd Ridwan Bauknecht, die Frankfurter Rechtsanwältin Gönül Halat-Mec von der „Frankfurter Initiative progressiver Frauen“, die aus Bosnien stammende Islamwissenschaftlerin Armina Omerika sowie der Osnabrücker Professor für islamische Religionspädagogik, Bülent Ucar.
Vertreten sind auch der Frankfurter SPD-Stadtverordnete und Soziologe Turgut Yüksel, die Herausgeberin der interkulturellen Frauenzeitschrift „Gazelle“, Sineb El Masrar, der aus Marokko stammende und in Tübingen lebende Imam und Islamwissenschaftler Abdelmalik Hibaoui, die iranische Juristin und Theologin Hamideh Mohagheghi sowie die türkischstämmige Religionswissenschaftlerin Tuba Isik-Yigit aus Paderborn[…]