Tiroler FPÖ fordert Lehrer-Rausschmiss, weil er staatliche Neutralität in der Schule einfordert


Quelle: freigeisterchen.de

Schüler durfte nicht mit ‚Grüß Gott‘ grüßen
Vater: Der Lehrer habe den Schülern erklärt, „dass Fabelwesen nichts in einer Grußformel zu suchen haben“ – Schulbehörde ermittelt – Tiroler FPÖ fordert sofortige Ablöse des Lehres

Kath.net

Innsbruck (kath.net) Ein Lehrer hat an einem Innsbrucker Gymnasium einem Schüler verboten, den Gruß „Grüß Gott“ zu benutzen. Der Vater sagte: „Er hat den Kindern erklärt, dass Fabelwesen nichts in einer Grußformel zu suchen haben.“ Die Eltern haben ihren Sohn deshalb trotz guter Schulleistungen vor zwei Jahren von der Schule genommen. Inzwischen ermittelt die Schulbehörde. Dies berichtet TT.com.

Der Lehrer teilte in einem Leserbrief vor wenigen Tagen mit, dass seiner Auffassung nach in einer säkularisierten Gesellschaft Religion Privatsache sei und religiöse Symbole und Riten in öffentlichen Institutionen nicht zu suchen hätten. Der Vater des Jungen führte aus: „Er fordert von allen Toleranz ein, ist aber selbst gegenüber anderen Wertvorstellungen unglaublich intolerant“. Aus den Erfahrungen mit diesem Gymnasialprofessor formulierte der Vater dann: „Es darf nicht sein, dass ein Lehrer ungebremst seine persönliche Weltanschauung zur Norm erhebt.“

Der Direktor des Landesschulrats für Tirol, Reinhold Raffler befasst sich bereits mit dieser Angelegenheit und sagte TT.com: „Mit dem Lehrer wird ein Gespräch geführt, das ist auch die Aufgabe der Schulaufsicht“. Außerdem stellte Raffler bereits klar, „dass es einfach lächerlich wäre, Schülern die Grußformel ‚Grüß Gott‘ zu verbieten“

Der Tiroler FPÖ-Landespartei- und -Landtagsklubobmann Gerald Hauser hat am Dienstag die verantwortlichen Stellen aufgefordert, sofortige Maßnahmen gegen den Lehrer zu setzen: „Falls der Lehrer die Verwendung des Grußes Grüß Gott“ verboten hat, hat der Lehrer nicht mehr die Eigenschaft Schüler verantwortungsbewusst zu unterrichten. Der Lehrer ist auf der Stelle abzulösen.“ Weiters brauche es eine genaue interne Untersuchung, welche Bücher der Gymnasialprofessor im Unterricht verwendet hat: „Wenn sich jemand dermaßen intolerant gegen die christliche Religion verhält und die Lehre des Christentums unter dem Deckmantel des Zynismus verspottet, dann ist das ein Skandal und es muss rasch reagiert werden“, konkretisiert Hauser, der weiters anmerkt: „Die FPÖ steht zu den abendländischen christlichen Werten und zu unserer Leitkultur.“, betont der FPÖ-Abgeordnete.

4 Comments

  1. FPÖ Führer wie Strache benutzen intern eigentlich den faschistischen Gruß, was in der BRD jedenfalls meist eine fristlose Kündigung nach sich zieht.
    FPÖ Hauser stört das wenig, christlich oder faschistisch Grüßen ist für den in Ordnung.

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  2. Sich über ein „Grüß Gott!“ aufzuregen ist schon sonderbar. Die staatliche Neutralität wird durch so eine Floskel nicht verletzt. Wer als Atheist den Humanismus schätzt, sieht über solche Dinge hinweg. Es ist nun einmal eine verbreitete Grußformel. Die staatliche Neutralität gebietet sie zu akzeptieren. Der Lehrer hat sich falsch verhalten. Wenn er schon meinte reagieren zu müssen, hätte er es auf die edelste aller Arten tun sollen auf die humorvolle. Beide Seiten hätten ihr Gesicht behalten und beide Seiten hätten ihr Recht bekommen.

    Die nicht existente christliche Leitkultur als Basis für den Angriff auf den Lehrer zu nehmen, ist lachhaft, aber was soll man von Populisten und Demagogen schon erwarten.

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  3. Zitat:
    „Es darf nicht sein, dass ein Lehrer ungebremst seine persönliche Weltanschauung zur Norm erhebt.“
    Dem kann ich nur beipflichten.

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  4. Ich muß gestehen, dass auch mir hin und wieder immer mal ein „Grüß Gott“ herausrutscht. Da spielt die Macht der Gewohnheit zweifellos immer noch eine große Rolle. Aber auch als Atheist empfinde ich das Verhalten dieses Lehrers für nicht angebracht. Andererseits muß aber auch festgehalten werden, dass die Gottgläubigen sich, was die Toleranz anbetrifft, gegenüber Atheisten keinerlei Zurückhaltung auferlegen und für sich in Anspruch nehmen, deren Gottlosigkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit kritisieren und anzuprangern zu müssen. Intoleranz von christlicher Seite überwiegt in der täglichen Praxis weitaus.

    Bezogen auf Deutschland wäre anzumerken, dass sich christliche Politiker – allen voran die Bundeskanzlerin – keinerlei Zurückhaltung auferlegen, wenn es darum geht, die sog. „christliche Leitkultur“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Spiel zu bringen. Diese anmaßende Arroganz richtet sich letztlich gegen den Atheismus, dem unterstellt wird, dass die atheistische Ethik und Moral der christlichen Leitkultur haushoch unterlegen sei. (Was noch zu beweisen wäre !)

    Um es – in abgeänderter Form – mit den Worten des Vaters zu sagen, dessen Sohn vom Lehrer gemaßregelt wurde: „Es darf nicht sein, dass eine Politikerin ungebremst ihre persönliche Weltanschauung zur Norm erhebt.“ Exakt das aber tut die Bundeskanzlerin – und andere christliche Politiker – regelmäßig. In einer säkularisierten Gesellschaft aber – so die Worte des Vaters – muß Religion Privatsache bleiben. In Österreich wird nun erwogen, den Lehrer wegen seiner Maßregelung eines Schülers abzuberufen. Müßte man gerechterweise die gleiche Forderung nicht auch auf die Bundeskanzlerin ausweiten ? Sie – und ihre Parteifreunde – verstoßen doch permanent gegen säkulare Prinzipien.

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