Steht Papst Benedikt XVI auf Männer?


Quelle: online-artikel.de

Der inzwischen geoutete hohe katholische Würdenträger David Berger ging im Vatikan ein und aus. Er berichtet über seine Einblicke in innerste Kirchenkreise

Von Markus PfalzgrafFRESH

Dr. phil. Dr. theol. David Berger war als konservativer katholischer Theologe im Vatikan zuhause und Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“, bis er sich im Mai 2010 outete. Das Fass zum Überlaufen brachten die Äußerungen des Essener Bischofs Overbeck zum Thema Homosexualität, dass sie Sünde sei. In seinem Buch ‚Der heilige Schein‘, das bereits in vierter Auflage erscheint, beschreibt der promovierte Theologe die katholische Kirche als System der Heuchelei und Repression. Ein Großteil der Würdenträger und Priester- selbst der Papst in Rom – seien homosexuell veranlagt. FRESH sprach mit ihm über seine persönlichen Einblicke in das Innenleben der katholischen Kirche.

Nachdem Bischof Overbeck im Fernsehen Homosexualität als Sünde bezeichnet hatte (FRESH berichtete), hast Du Dich in der Frankfurter Rundschau geoutet. Warum zu diesem Zeitpunkt?
Bis zu dem Ausspruch von Overbeck hatte sich ziemlich viel aufgestaut. Overbeck hat dann zum Ausdruck gebracht, was sich in der katholischen Kirche abzuzeichnen beginnt: Dass wir eine Radikalisierung der Positionen im Hinblick auf Homosexualität haben. Nicht mehr ‚nur‘ die ausgeübte Sexualität wird als Sünde betrachtet, sondern schon die Veranlagung an sich wird verurteilt.

Overbeck hat diesen Rückschritt in der Kirche besonders deutlich werden lassen?
Ja, ich halte die Äußerungen nach wie vor für eine typisch Freud´sche Fehlleistung. Overbeck ist ja später zurückgerudert, aber viele andere machen immer wieder den gleichen Fehler. Gerade auch das neue Papst-Buch nimmt genau diese Positionen wieder auf: Der Papst verurteilt in seinem Buch die Veranlagung zur Homosexualität und bezeichnet sie als widernatürlich und widergöttlich.

Wie bewertest Du die seltsame ‚Kondom-Erlaubnis‘ in dem neuen Papst-Buch?
Die ‚Kondom-Erlaubnis‘ ist keine Öffnung, kein Fortschritt. Im Grunde genommen sagt der Papst damit nur, was die katholische Kirche schon immer gelehrt hat: Grundsätzlich sind Ausnahmen erlaubt, wenn man ein kleineres Übel in Kauf nehmen muss, um ein größeres Übel zu verhindern. In diesem Fall heißt das: Wenn einer von zwei Männern HIV-infiziert ist und die beiden können nicht anders, als Sex zu haben, dann ist in Ausnahmefällen ein Kondom erlaubt – wenn vorher Rücksprache mit den ordentlichen Autoritäten gehalten worden ist. Die Vorstellung ist natürlich völlig lebensfremd, dass ein Stricher im Vatikan anruft und fragt: „Ich habe hier einen Freier, darf ich das Kondom verwenden?“ Und dann auf eine Antwort aus Rom wartet…

Warum macht sich ein Papst überhaupt Gedanken über schwule Stricher?
Weil der Papst sich permanent mit dem Thema Homosexualität beschäftigt. Eines seiner ersten offiziellen Dokumente als Papst von 2005 war das Verbot von homosexuell veranlagten Priestern. Das Dokument betrachtet homosexuelle Priester als Gefahrenpotential, selbst wenn sie zölibatär leben. Diese Problemlage könnte man natürlich auch psychologisch hinterfragen.

Lässt das nicht Rückschlüsse auf ein mögliches Projektionsverhalten zu?
Wenn man sich mit Theologen privat unterhält, dann sagen fast alle: Natürlich ist Ratzinger homosexuell veranlagt. Er kommt aus einer kirchlich geprägten Kultur, in der das ein absolutes Tabu ist. Was er bei sich hasst, projiziert er auf andere und bekämpft es. Und das kann er jetzt als Papst mit offiziellen Dokumenten machen.

Wäre es überraschend, wenn Dokumente ans Licht kämen, die frühere homosexuelle Kontakte Ratzingers belegen?
Diese Dokumente soll es nach Aussagen einer renommierten Vatikanistin (Valeska von Roques, Anm. d. Red.) geben, die mir persönlich Ausschnitte und Zitate vorgelegt hat. Sie belegen angeblich, dass der Papst noch in seiner Zeit als Kardinal in Rom regelmäßig homosexuelle Kontakte gepflegt hat. Es sind Aussagen von Schweizer Gardisten und anderen im Vatikan tätigen Leuten.

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5 Comments

  1. Was sollen die Armen denn auch sonst tun?
    Ausschwitzen geht nicht, und nicht jeder hat eine Jungfrau Maria bei sich, über die er mit seinem Sperma als heiliger Geist herfallen kann. Also bleiben doch nur die Messdiener und Schweizer Gardisten. Verwundert das irgendjemanden?

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  2. Diese Dokumente soll es nach Aussagen einer renommierten Vatikanistin (Valeska von Roques, Anm. d. Red.) geben, die mir persönlich Ausschnitte und Zitate vorgelegt hat. Sie belegen angeblich, dass der Papst noch in seiner Zeit als Kardinal in Rom regelmäßig homosexuelle Kontakte gepflegt hat.

    Na, diese Dokumente wären doch mal ein lohnendes Ziel für WikiLeaks! 😉

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  3. Es ist eine altbekannte Taktik, zu einem Thema – in diesem Fall die Homosexualität – öffentlich kritisch Stellung zu beziehen, um davon abzulenken, dass man selbst zu den Kritisierten zählt. Damit wird der Verdacht von einem selbst abgelenkt und man muß nicht befürchten, selbst zu den Geächteten gezählt zu werden. Bei Benny allerdings gibt es längst gute Gründe, ihn als homosexuell einzustufen. Heteros unter katholischen Priestern sind ohnehin eher eine Minderheit zuzurechnen.

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  4. Was Berger hier veröffentlicht war eigentlich schon immer zu vermuten. Das ganze Getue und Gehabe von den Röckchenträgern weisst klar auf eine überdurchschnittliche Neigung zur Homosexualität hin. Diese selbst ist ja grundsätzlich nicht zu beanstanden, unverständlich ist nur, dass diese Brüder öffentlich so vehement die gleichgeschlechtliche Liebe verteufeln. Ein weiterer Beweis für ihre Unredlichkeit und ihre hemmungslos hinterlistige Vorgehensweise ihrer Mitreligioten gegenüber.

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