Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Neuer Wunderheilungsmumpitz
[…]Lourdes (kath.net/pl) Serge François fand in Lourdes Heilung für sein gelähmtes Bein. Bischof Emmanuel Delmas von Angers: „Im Namen der Kirche erkenne ich den ‚außergewöhnlichen‘ Charakter der Heilung an.“ Auch 20 Ärzte sprechen nach den Untersuchungen von „außergewöhnlich“. Der Fernsehmechaniker Serge François aus La Salle-et-Chapelle-Aubry in Maine, Westfrankreich, litt unter einem Bandscheibenvorfall und war zweimal operiert worden. Sein linkes Bein war gelähmt, er litt unter starken Schmerzen und musste deshalb täglich starke Schmerzmittel einnehmen. Er erzählt, dass er 2002 in der Grotte gebetet habe, in welcher Bernadette Soubirous ihre ersten Visionen der Heiligen Jungfrau Maria im Jahr 1858 gehabt habe. Er habe ein warmes Gefühl im linken Bein verspürt. All seine Leiden und Beschwerden seien plötzlich verschwunden[…]

Regensburger Bischof zu Geldbuße verdonnert, wegen Persönlichkeitsverletzung und falschem zitieren in einer Predigt
[…]Nürnberg (D-AH). Auch was ein Gottesmann von der Kanzel seiner Kirche herab predigt, hat einer gerichtlichen Wahrheitsprüfung standzuhalten. Zumindest wenn es sich dabei um irdische Aussagen handelt, sind diese nicht durch das Recht auf ungestörte Religionsausübung pauschal gedeckt. Darauf hat jetzt der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestanden. Und den Bischof des Bistums Regensburg zur Zahlung von 489,45 Euro vorgerichtlicher Anwaltskosten an einen Sozialwissenschaftler verurteilt. Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte der Kirchenmann sich in seiner sonntäglichen Predigt mit der Abtreibungsproblematik beschäftigt. Unter namentlicher Nennung des bekannten Sozial-Publizisten ging er dabei auf dessen vermeintliche Bejahung einer “Kindstötung” ein. Dieser habe unter Berufung auf die einen Teil ihrer Jungen umbringenden Berggorillas die Frage gestellt, warum dies nicht auch die Menschen tun sollten. Und was daran verwerflich sei, wenn es ihnen doch der Naturtrieb eingäbe. “Wobei es sich aber um eine untergeschobene und niemals so getroffene Aussage handelt – eine klare Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des falsch Zitierten”, erklärt Medien-Rechtsanwalt Alexander P. Taubitz die Brisanz dieses Falls. Gerade bei einer Predigt aber sind laut Auffassung der bayerischen Richter besondere Ansprüche an Sorgfalt, Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit zu stellen. Könne sich sich der Betroffene doch nicht an gleicher Stelle und in gleicher Weise gegenüber den Zuhörern im Kirchenschiff wehren[…]

Wenn Kirchenaustritt unbezahlbar ist
[…]Jedes Jahr kehren mehr als 200.000 Gläubige den großen christlichen Kirchen den Rücken. Viele von ihnen zahlen dafür eine Gebühr. In NRW sorgt ein Fall für Aufsehen, in dem der Kirchenaustritt eines Hartz-IV-Empfängers an den Kosten in Höhe von 30 Euro scheitert. Thomas Traub über den rechtlichen Hintergrund solcher Gebühren und eine einfache Lösung für besondere Fälle … Insgesamt zeigt sich: Eine kostendeckende Gebühr für das Verfahren des Kirchenaustritts verletzt die negative Religionsfreiheit nicht. Das Grundgesetz verlangt aber, dass der Kirchenaustritt im Einzelfall nicht an fehlenden finanziellen Mitteln scheitert[…]

Lobbyverein Kirche macht Politik
[…]Interessensvertreter leisteten einen wichtigen Beitrag für die politische Arbeit. „Voraussetzung ist, dass sich Politiker ihre Entscheidungen nicht abkaufen lassen, sondern sie nach reiflicher Abwägung der verschiedenen vorgebrachten Argumente selbst und eigenverantwortlich treffen“, so Kuhn. Die katholische Kirche verstehe sich „nicht als Interessensvertretung, sondern als Gemeinschaft von Gläubigen“. Sobald sich Kirche aber auf das politische Parkett begibt, werde sie als Interessensvertretung wahrgenommen. Dies hänge mit der „Natur der Politik“ zusammen, in der „unterschiedliche Interessen und ihre Vertreter aufeinandertreffen und versuchen, ihren Ideen und Interessen Ausdruck zu verleihen, sie durchzusetzen und die Gesellschaft zu prägen“, so Kuhn. Er ist für die österreichische Bischofskonferenz als Referent für europäische Angelegenheiten in Brüssel tätig. Seit 2009 ist er außerdem Stellvertretender Generalsekretär der EU-Bischofskommission ComECE. Weitgehend unlösbar werde das Dilemma schließlich, „wenn der Lobbyist selbst zum Amtsträger oder Amtsträger zum Lobbyisten wird“, betonte Eckert. Dann würden auch Kontrollen und Sanktionen nicht mehr weiterhelfen. Eckert: „Stirbt der Anstand, stirbt das System“ […]

Kurs zu ‚Exorzismus und Befreiungsgebet’ in Rom
[…]Rom (kath.net/as) Das Internet fördert den Satanismus, was zu einem Anstieg der Nachfrage nach Exorzisten geführt hat. Diese Warnung sprachen die Referenten auf dem in Rom am Päpstlichen Athenäum „Regina Apostolorum“ stattfindenden 6. Kurs zu „Exorzismus und Befreiungsgebet“ aus. Ziel des Kurses (28. März bis 2. April) ist es, eine Hilfe zur Vertiefung der Wirklichkeit des Dienstes des Exorzismus in seinen theoretischen und praktischen Implikationen zu geben. Ebenso ist beabsichtigt, den Bischöfen eine Hilfestellung bei der Vorbereitung von Priestern zu leisten, die zu diesem Amt berufen werden[…]

Der liebe Exorzismus und seine Folgen
[…]Der Exorzismus erlebt mit offizieller Billigung der katholischen Kirche eine Renaissance. Das Ritual besitzt suggestive Faktoren, die bei einer Religiosität auf paranoid-schizoidem Niveau kurzzeitig wirken können.
„Ist es jedoch möglich, den angeblich vom Teufel Befallenen mit einem Exorzismus zu beruhigen, so werden Abspaltung und Projektion von Selbstanteilen des Patienten bestärkt. Die Folge ist, dass der Betreffende nicht im Sinn von Lukas 6, 42 zur Erkenntnis ´des Balkens im eigenen Auge´ zu gelangen vermag. Gerade das aber ist das Ziel der Psychotherapie – nämlich abgewehrte Selbstanteile in das Selbst so zu integrieren, dass es zur Ambivalenz fähig wird,“ postulieren Dr. Bertram von der Stein und Dr. Wilfried Ruff (Köln) in „Psychoanalyse“[…]

Niedersachsen: Landesbischof Friedrich Weber berät SPD
[…]Landesbischof Friedrich Weber war am Donnerstagabend zu Gast beim Politischen Frühling des SPD-Unterbezirks Peine. Dort hielt er einen Vortrag, in dem es um die Rolle der Kirche beim Thema Bildung geht … Wie politisch muss Kirche heutzutage sein? Weber: „Aufgabe der Kirche ist es nicht, selber Politik zu machen, sondern Politik möglich zu machen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Indem sich die Kirche daran beteiligt, Politik möglich zu machen, nimmt sie ihre Mitverantwortung für unsere Demokratie und unser Gemeinwesen wahr. Dabei achtet sie aufgrund ihres biblischen Auftrags vor allem darauf, dass die Schwachen in unserer Gesellschaft nicht unter die Räder kommen“[…]

Kärtner Bischof Schwarz hat wohl seine Rechnung ohne den Papst gemacht
[…]Klagenfurt (kath.net) Alois Schwarz, der Bischof der österreichischen Diözese Gurk, möchte laut einem Medienbericht Kärnten als „mögliche Proberegion für verheiratete Priester“. Laut einem Bericht der „Kleinen“-Zeitung hat Schwarz bei einer Podiumsdiskussion in Wolfsberg entsprechende Aussagen getätigt. Für Schwarz ist eine Bedingung dafür, dass der Papst diese Möglichkeit eröffne. „Bei einem Auftrag aus Rom wäre ich dafür, dass die Diözese Gurk auch eine solche Proberegion wäre“, teilt Bischof Schwarz dem Publikum mit. Dann behauptet der Kärntner Bischof laut der „Kleinen“-Zeitung ohne jeglichen Nachweis folgendes: „Der Papst kennt die Problematik. Wir sollen ihm Argumente liefern. Er denkt darüber nach, das regional freizustellen“[…]

Indoktrinationsveranstaltung „JesusHouse“
[…]Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich insgesamt rund 26.000 Jugendliche. Mehrere tausend Menschen hätten die Übertragungen im Fernsehsender ERF 1 und im Internet verfolgt. Als Hauptredner ging Pfarrer Matthias Clausen (Greifswald) der Frage nach, wie man zum Glauben an Gott kommt. Dabei charakterisierte er Gott als einen liebenden Vater, der weglaufenden Kindern nachgehe. Auf die etwa zehnminütige Predigt folgte eine Einladung, unter einem großen Kreuz zu beten. Dem Aufruf seien „deutlich über 1.600“ Besucher an allen Orten gefolgt, so die Veranstalter. Außerdem habe es sehr viele seelsorgerliche Gespräche gegeben, so dass JesusHouse das Ziel erreicht habe, Jugendliche für den Glauben an Jesus Christus zu gewinnen[…]

Fußballer Cacau: „Gott ist nur ein Gebet von uns entfernt“
[…]Für den deutschen Fußball-Nationalspieler Cacau ist der Glaube an Gott wichtiger als sportlicher Erfolg. «Ich kämpfe für meine Ziele, aber es gibt etwas, was mehr Erfüllung gibt, und das ist Gott», sagte der Fußballer am Mittwoch beim Eröffnungsabend der christlichen Jugendveranstaltung «JesusHouse» in Stuttgart. Gott sei überall zu treffen, in der Schule oder auf dem Fußballplatz. «Gott ist nur ein Gebet von uns entfernt», erklärte Cacau[…]

Evangelikale fordern Merkel zum Atomausstieg per Brief auf
[…]Ein «Restrisiko» dürfe nicht länger in Kauf genommen werden, heißt es dem Schreiben der Präsidentin und evangelisch-methodistischen Bischöfin Rosemarie Wenner, das am Donnerstag in Frankfurt am Main veröffentlicht wurde. Alle bereits abgeschalteten Kraftwerke dürften nicht wieder ans Netz gehen. «Wir sichern Ihnen unsere volle Unterstützung darin zu, in Verantwortung vor Gott und den Menschen Ihre Position zur Energiepolitik grundlegend zu prüfen», schreibt Wenner. Die restlichen Atomkraftwerke sollten so schnell wie möglich abgeschaltet werden. «Als ein zentrales Problem sehen wir an, dass es auch nach einem halben Jahrhundert Atomkraftnutzung weltweit keinen Ort zur dauerhaft sicheren Lagerung des Atommülls gibt», erklärt Wenner. Die Vereinigung fordert die Regierungschefin auf, nach einem Endlager zu suchen und die regenerativen Energien auszubauen. Zum jüdisch-christlichen Menschenbild gehöre der Auftrag, die Erde zu «beherrschen». «Diese Herrschaft schließt das demütige Anerkennen menschlicher Grenzen ein», argumentiert die Bischöfin[…]

EKD beschließt Männerquote für Ehrenämter in Kirchengemeinden
[…]Um dem überdurchschnittlichen Anteil von Frauen in der kirchlichen Gemeindearbeit Herr zu werden, haben die Gleichstellungsbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland die Einführung einer Männerquote beschlossen … „Wie es ist, kann es nicht bleiben“, sagt Geribald Brogauer-Hopfen, Genderbeauftragter der Gleichstellungsbeauftragten der Landeskirchen. Er verweist auf den Frauenanteil an den Kirchenbeschäftigten von mehr als 70 Prozent im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt von 44 Prozent. „Der Männeranteil im kirchlichen Ehrenamt liegt bei nicht einmal 30 Prozent, im Bundesdurchschnitt dagegen weit über 50 Prozent.“ Selbst unter den eingetragenen Studierenden der evangelischen Theologie tummelten sich im Wintersemester 2008/2009 bereits stattliche 56,4 Prozent Frauen[…]

Kongolesischer Bischof vom Papst entlassen; fehlte es ihm wohl an Geldgier???
[…]Vatikanstadt (kath.net/KAP) Jean-Claude Makaya Loemba (56), Bischof der Diözese Pointe-Noire in Kongo-Brazzaville, ist von Papst Benedikt XVI. seines Amtes enthoben worden. Das teilte der Vatikan am Donnerstag ohne weitere Angaben mit. Grund für diese ungewöhnliche Entscheidung sollen dem Vernehmen nach interne Spannungen sowie eine mangelhafte Verwaltung der zentralafrikanischen Diözese gewesen sein, insbesondere auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Ein moralisches Fehlverhalten habe hingegen keine Rolle gespielt, hieß es im vatikanischen Presseamt[…]

Bischof der US-amerikanischen Diözese Fargo, Samuel J. Aquila, fordert Verweigerung der Heiligen Kommunion für „sündige“ Politiker
[…]„Man muss ernsthaft fragen: wie oft und wie viele Jahre kann ein katholischer Politiker für das sogenannte ‚Recht auf Abtreibung‘ stimmen … und trotzdem die Heilige Kommunion empfangen?“, sagte Aquila. Der fortgesetzte Kommunionempfang durch jene, welche „derart offensichtlich widersprechen und welche ein großes Übel fördern“, sei „ein schwerer Skandal“ und untergrabe die Lehr- und Leitungshoheit der Kirche, warnt er. Die Gläubigen könnten den Eindruck bekommen, wer in Regierungsverantwortung stehe, dürfe der Lehre Christi und der Kirche gegenüber gleichgültig sein. „Wenn wir uns ernsthaft mit dem Evangelium beschäftigen, dann sehen wir, dass Zögerlichkeit und mangelnde Zuverlässigkeit nicht der Weg Jesu ist“. Jesus selbst gibt in Mt 18 Kriterien dafür, wie man einen sündigenden Bruder oder eine sündigende Schwester korrigiere. Hätte man von Anfang an diese Kriterien gegenüber jenen befolgt, die nicht mit der Lehre der Kirche über die Empfängnisverhütung von 1968 übereinstimmten, „müsste man sich dann heute immer noch mit dem Problem beschäftigen, dass auch heute die Lehre der Kirche über Empfängnisverhütung, Abtreibung, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Euthanasie und so viele andere Lehren der Kirche abgelehnt werden?“, fragt der Bischof[…]

 

Klasse: Bremer SPD-Politiker will Tanzverbot abschaffen
[…]Bremen (kath.net/idea) Disko am Karfreitag? Der Bremer Kommunalpolitiker Maurice Mäschig (SPD) will mit einer Petition an die Bürgerschaft erreichen, dass das staatliche Tanzverbot an christlichen „stillen Feiertagen“ aufgehoben wird. Das sind der Karfreitag und der Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Verboten sind gewerbliche Tanzveranstaltungen auch am staatlichen Volkstrauertag … Bei den großen Kirchen trifft Mäschigs Initiative auf Widerspruch. Das Tanzverbot am Karfreitag und am Ewigkeitssonntag nehme Rücksicht auf Menschen, die ihrer Verstorbenen gedenken und um sie trauern, erläuterte die Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche, Sabine Hatscher. Zudem könnten ohne das Verbot auch Umzüge oder Volksfeste an den stillen Feiertagen veranstaltet werden. Diese seien für Kirche und Gesellschaft wichtig, erklärte die Sprecherin der katholischen Kirche in Bremen, Martina Höhns. Der Karfreitag sei besonders mit dem Leiden und dem Tod Jesu Christi verbunden. Auch von Menschen, die diese Bedeutung nicht kennen oder sie ablehnen, könne man Rücksicht auf jene erwarten, denen Ruhe und Besinnung wichtig seien[…]