CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe lobt Evangelikale für politisches Engagement


Quelle: welt.de

Gröhe: Christen sollten sich politisch engagieren!
Der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Hermann Gröhe, ist im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin mit dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) zusammengetroffen. Bei diesem ebenso persönlichen wie intensiven Meinungsaustausch betonte Gröhe, Christen sollten sich verstärkt in die Politik einmischen – sie seien aber auch im Hinblick auf ein gutes Miteinander von Menschen unterschiedlichen Glaubens besonders gefordert.

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„Die Evangelikalen sind in Deutschland politischer geworden“, stellte Hermann Gröhe bei seiner Begrüßung der Gäste in der CDU-Bundesgeschäftsstelle fest. Zu lange hätten gerade konservative Christen in „politischer Enthaltsamkeit“ geradezu einen Ausweis besonderer Frömmigkeit gesehen. „Glaubwürdig können wir unseren menschenfreundlichen Gott aber nur bezeugen, wenn wir uns auch für eine menschenfreundlichere Welt engagieren!“ Gröhe erklärte, er wünsche sich Verantwortliche in den Gemeinden, die die Gemeindemitglieder ermutigten, sich als Schüler- oder Elternvertreter, im Betriebsrat oder in den demokratischen Parteien zu engagieren.

Keiner dieser Einrichtungen drohe in unserem Land die Gefahr, wegen Überfüllung geschlossen zu werden. Christen sollten daher die Chancen einer freiheitlichen Gesellschaft beherzt nutzen, „obwohl man in der Politik natürlich auch auf schwierige Menschen trifft. Aber auf die treffen Sie in christlichen Gemeinden ja auch“, sagte Gröhe mit einem Augenzwinkern. Er denke jedenfalls gerne an den eigenen Pfarrer zurück, der ihn im Alter von 16 Jahren dazu ermutigt habe, Vorsitzender der Schüler Union im Rheinland zu werden – wohl wissend, „dass er nun Ersatz für mich in der Jugendarbeit braucht“. Auch in der Fürbitte sieht Gröhe einen „aktiven Beitrag zu christlicher Weltverantwortung“. So gebe es ihm auch ganz persönlich Kraft, sich bei besonderen Herausforderungen nicht allein auf die Arbeit hervorragender Mitarbeiter stützen zu können, sondern auch auf treue Fürbitte christlicher Freunde.

Christlich motivierter Einsatz in der Politik setze die Bereitschaft voraus, anerkennen zu können, dass auch Christen – bei aller nachvollziehbaren Sehnsucht nach Eindeutigkeit in Grundsatzfragen – selbst in wichtigen ethischen Konflikten unterschiedlicher Meinung sein könnten. Auch dürfe das notwendige Ringen um faire Kompromisse nicht gleich als mangelnde Prinzipientreue verdächtigt werden, gehe es doch in der Politik sehr häufig vor allem um einen angemessen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Anliegen und Interessen.

Besonders eindringlich bat Hermann Gröhe die Mitglieder des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz daran mitzuarbeiten, dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens in unserem Land gelingt. Bei aller berechtigten Sorge im Hinblick auf einen gewaltbereiten Islamismus dürften sich Christen niemals vom Hass auf Muslime anstecken lassen. Zudem werde man einem gewaltbereiten Islamismus nur dann erfolgreich begegnen können, wenn das Miteinander mit der ganz überwiegenden Mehrheit der friedliebenden Muslime in unserem Land gelinge. Christen müssten sich zudem stets fragen: Merken meine muslimischen Nachbarn eigentlich, dass ich an einen Gott glaube, dessen Liebe allen Menschen gilt? Den gut eineinhalbstündigen intensiven Meinungsaustausch beschloss der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz in Deutschland, Jürgen Werth, mit einem Gebet für den Gastgeber und die politischen Verantwortlichen in unserem Land. (pro)

3 Comments

  1. „Glaubwürdig können wir unseren menschenfreundlichen Gott […]“

    Besitzt der Mann eine andere Bibel als ich? Mal abgesehen davon, dass Christen in der (Berufs-)Politik ohnehin schon überrepräsentiert sind, während konfessionsfreies Engagement unterbunden wird – wie bei der SPD gesehen.

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  2. Religion war schon zu allen Zeiten ein probates Mittel, Macht über die Köpfe der Menschen zu gewinnen. Das nutzt auch der CDU-Generalsekretär Gröhe einmal mehr aus.
    Dass diese durch die Religion gestützte Macht im Schwinden begriffen ist, erkennt er in seinem religiösen Glaubenswahn offenbar noch nicht. Die stetig steigende Zahl der Kirchaustritte ist immerhin ein Anzeichen für eine Umkehr im Denken vieler Menschen. Der Herr Gröhe wird spätestens dann nicht mehr an seinen Glauben erinnert werden wollen, wenn ihm klar wird, dass der religiotische Schwindel an Anziehungskraft verliert. Wetten, dass er sich dann blitzschnell nach neuen Hilfen umsieht, die dazu angetan sind, ihn und seine Partei an der Macht zu halten !? Es bedurfte ja auch nur eines die Augen öffnenden Ereignisses, um aus Atomkraftbefürwortern, sozusagen über Nacht, Atomkraftgegner werden zu lassen.

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  3. Ich finde es ja immer herzerfrischend, wenn die Leute so offen sagen, was sie wollen…

    Allerdings ist es eine berechtigte Frage, ob Religionsgemeinschaften gestattet sein sollte, politisch aktiv zu sein und politische Rechte für sich in anspruch nehmen zu dürfen.

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