Koranverbrenner Jones lebte lange in Köln


Quelle: welt.de

Ex-Kölner setzt die Welt in Brand
GAINESVILLE – Vor einem halben Jahr hatte er die Aktion angekündigt, vorige Woche hat er seinen teuflischen Plan in die Tat umgesetzt: Mit der öffentlichen Koranverbrennung hat der irre Christenprediger Terry Jones (58) aus Gainesville (US-Staat Florida), der viele Jahre lang in Köln lebte, die Lunte am Pulverfass angezündet, einen Religionskrieg zwischen Christen und Muslimen entfesselt.

Von Jürgen DrevesExpress.de

Im afghanischen Masar-i-Sharif, wo die Bundeswehr für Sicherheit sorgen soll, stürmte ein aufgebrachter Mob aus Protest ein UN-Gebäude, brachte sieben Mitarbeiter bestialisch um, darunter eine norwegische Pilotin und einen Schweden.

Hassprediger Jones, der bei seinen Predigten einen Revolver am Gürtel trägt, musste vor Gericht schon mal zugeben, dass er vom Islam keine Ahnung hat. Dennoch erklärte er den Koran zum „Teufelszeug“. Es sei an der Zeit, „den Islam zur Rechenschaft zu ziehen“. 1988 hatte der gelernte Hotelmanager die „Christliche Gemeinde Köln“ gegründet.
Am Dom sah er schließlich das Böse. Köln sei das Tor zur Hölle, glaubte er – denn die Stadt wurde von der Mutter des römischen Kaisers Nero, der Christen ermorden ließ, gegründet. 2008 trennte sich die Gemeinde von ihrem irren Prediger – nach finanziellen „Unregelmäßigkeiten“.

Fanatisierte Mitglieder der Sekte hatten Jones zuvor ihre gesamte Habe übertragen, Familien zerbrachen. 2001 kam es sogar zu einem Mordfall: Ein Kölner Familienvater brachte seine Frau, die Sektenmitglied war, und die beiden gemeinsamen Kinder um.
Auch seine Tochter, die heute noch im Rheinland lebt, sagte sich von ihm los. Jones, der 2002 wegen unrechtmäßigen Führens eines Doktortitels zu 3.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden war, ging zurück in die USA.
Für den Aufstand in Masar-i-Sharif will der Hassprediger keine Verantwortung übernehmen. Bei der Verbrennung habe es sich um einen „Gerichtsprozess“ gegen den Koran gehandelt, bei dem die Schrift „schuldig“ befunden worden sei.
In Afghanistan weiten sich die Ausschreitungen aus. In Kandahar starben dabei neun Menschen, 80 wurden verletzt.

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