Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Beckstein: Christliche Mission in Deutschland dringend nötig
[…]Protestanten und Katholiken sollten nach Ansicht des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) den christlichen Glauben offensiv weitergeben. Christliche Mission sei heute «nicht nur in Afrika oder Asien, sondern auch in Deutschland» dringend notwendig, sagte Beckstein, der auch Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, am Sonntag in München. Den christlichen Glauben weiterzugeben sei nicht nur Aufgabe der Pfarrer, sondern jedes Christen, betonte Beckstein in einer Rede zum 50. Jahrestag der Einweihung der evangelischen Apostelkirche. Der Verlust an Glaubenssubstanz und christlicher Tradition sei erschreckend. So hätten Jugendliche in einer Umfrage zu den Feiertagen in der Mehrheit angekreuzt, dass zu Pfingsten der Geburtstag des Weihnachtsmannes gefeiert werde. «Wir nehmen den Reichtum unseres Glaubens nicht ernst», beklagte Beckstein[…]

„Tagesthemen“-Mann Tom Buhrow: „Gott spricht mit mir“
[…]Ich rede ungern darüber, aber: Ja, manchmal spüre ich diese Nähe. Nicht wenige Menschen sagen: „Gott spricht nicht mit mir.“ Bei mir ist das umgekehrt. Er versucht die ganze Zeit, mit mir zu sprechen, aber ich höre zu selten hin. Nicht sein Schweigen ist das Problem, sondern meine Taubheit. Ich erlebe seine Nähe als Geschenk: Es kann über Natur gehen, es kann ein Windhauch sein; es kann aber auch mitten in der Stadt passieren, mitten im Verkehr. Aber es geht eben nicht auf Knopfdruck, dass man sagt: „Jetzt habe ich Zeit, jetzt will ich dich hören.“ Besonders intensiv war es bei der Geburt meiner beiden Töchter, da habe ich ein sehr tiefes Gefühl der Dankbarkeit gespürt. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Welt, die wir sehen und riechen und schmecken, dass das nur eine Oberfläche ist. Ich hatte immer das Gefühl: Ob man nun so aussieht oder so, ob man dieses oder jenes erreicht, ob man reich oder arm ist – in dem großen Zusammenhang spielt das überhaupt keine Rolle[…]
Dariusz Schutzki: Anruf bei Kirchenaustritt
[…]Ist Wien nicht längst Missionsgebiet?
Mission ist ein sehr stark negativ angehauchtes Wort. Es ist an der Zeit, zu den Menschen hinauszugehen. Das war immer urchristliches Anliegen: Geht hinaus, verkündet das, was euch wichtig ist, das Evangelium. Diesen Aufbruch brauchen wir. Hat sich die Kirche zu sehr von den Menschen entfernt? Ich schreibe jeden an, der ausgetreten ist. Leider tun das auch sehr viele Junge, die rufe ich persönlich an. Unsere Kirchen müssen offen sein für die Menschen. Ein Ort für die Einkehr ist sehr wichtig. Dass wir uns sehr anstrengen müssen, das ist klar[…]

Bayern: evangelischer Landesbischof Friedrich und die Evangelisation der Ungläubigen
[…]Was muss die evangelische Landeskirche in den nächsten Jahren beachten? Friedrich: Die größte Aufgabe ist die Missionsarbeit im eigenen Land. Wir haben ja in Bayern inzwischen mindestens so viele Menschen, die keiner christlichen Konfession angehören, wie es Evangelische gibt. Wir haben viele Ungetaufte, insbesondere auch aus den östlichen Bundesländern. Ich glaube, dass es für die Menschen wichtig ist, dass sie das Evangelium Gottes erfahren. Das kann für ihr Leben von großer Bedeutung sein. Offenbar schaffen es viele Menschen, auch ohne Kirche, ohne Glauben durchs Leben zu kommen. Friedrich: Die Frage ist, ob das auch in Krisensituationen wirklich hilft und nützt. Solange es einem gut geht, meint man, darauf verzichten zu können. Ich möchte Ihnen ein persönliches Beispiel nennen: Vor Jahren waren wir auf einem Dekankonvent im Ausland, da ist einer meiner Kollegen gestorben. Er wurde im Keller der Klinik aufgebahrt, unter Versorgungsrohren, in einer fürchterlichen Umgebung. Und wir hatten die Chance, dort miteinander zu beten, das Wort Gottes zu hören und zu singen. Ich dachte: Welch tolle Möglichkeit ist das in einer für uns alle erschütternden Situation. Wie schrecklich muss es für Menschen sein, die eine solche Möglichkeit nicht haben[…]

Wer Tarifverträge anwendet, darf auch bestreikt werden
[…]Denn im Bereich der nordelbischen Kirche werden die Arbeitsbedingungen in der Diakonie ausnahmsweise nicht auf dem sog. Dritten Weg durch paritätisch besetzte Kommission, sondern durch Tarifverträge geregelt. Umstritten war nun, ob die Gewerkschaft einen neuen Tarifvertrag auch mittels Streik erkämpfen darf. Das LAG hält dies im Ergebnis für konsequent. Seien die Arbeitsbedingungen von kirchlichen Einrichtungen tariflich geregelt, könnten weder das verfassungsrechtlich geschützte Selbstbestimmungsrecht der Kirche und ihrer Einrichtungen noch der Grundsatz der Arbeitskampfparität ein generelles Streikverbot rechtfertigen. Das Recht der Gewerkschaften, zum Streik aufzurufen und Streiks durchzuführen, gehöre zur Tarifautonomie und sei durch Art. 9 Abs. 3 GG geschützt. Dieses Recht könne einer Gewerkschaft jedenfalls dann nicht unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirche genommen werden, wenn es um Streiks in kirchlichen Einrichtungen geht, in denen die Arbeitsbedingungen durch (kirchliche) Tarifverträge geregelt würden.[…]

Dirk Bach: Religion macht Angst
[…](dapd). Dirk Bach (49), Schauspieler und „Dschungelcamp“-Moderator, steht Religionen kritisch gegenüber. „Ich respektiere den Glauben anderer, aber Religion ist etwas, was mich eher verängstigt“, sagte er dem Schweizer Monatsmagazin „Display“. „Hingegen bin ich sehr dafür, dass wir in unserem Land die Religionsfreiheit hochhalten“, betonte der Kölner Comedian. Ein Minarettverbot wie in der Schweiz hätte er niemals unterstützt[…]

Christen sollen auf Ökostrom umsteigen
[…]Die evangelische Kirche überlegt, ob sie die Christen angesichts der Atomkatastrophe in Japan zum Umstieg auf Ökostrom auffordern soll. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, sagte der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung: „Wahrscheinlich können wir unsere atomkritische Haltung nur glaubwürdig vertreten, wenn wir alle mit gutem Beispiel vorangehen“[…]

Glück: Kritik am Papstbesuch hat nichts zu sagen
[…]Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Glück, hat angesichts kritischer Stimmen über den bevorstehenden Papstbesuch in Deutschland zu Gelassenheit aufgerufen. Was an Begleiterscheinungen kritischer Art zu erwarten sein werde, dürfe man nicht überbewerten, sagte Glück der „Passauer Neuen Presse“. Auch sei es nicht zutreffend, dass der Papst bei Katholiken in Deutschland überwiegend kritisch gesehen werde[…]

Österreich: Müllner Pfarrer will Ex-Christen in der Kneipe missionieren
[…]Gespräche und Debatten mit Kritikern und Dissidenten
Sein Ziel: „Ich möchte mit den Menschen reden und ihnen vermitteln, dass jeder Einzelne wichtig für die Kirche ist. Wir brauchen in der Gemeinschaft auch Gespräche und Debatten mit Kritikern und Dissidenten.“ Wenn es darum geht, Ausgetretene wieder zurückzuholen – „da opfere ich gerne meine Zeit“, sagt der Pfarrer. Und geht einige Meter weiter, zur Müllner Schanze: „Da sieht man 20 Kirchtürme, unter denen das Leben in allen seinen Facetten spielt. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es wäre, wenn unter diesen Dächern keine Gläubigen sind.“ Diese Vorstellung ist ein Grund mehr für ihn, um jeden einzelnen Ausgetretenen zu kämpfen[…]