Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Laizismus: Schwanitz allein gegen Religioten und die CDU
[…]Plauen – Dem aufgrund seiner Parteizugehörigkeit beim CDU-Stammtisch eher seltenen Gast Rolf Schwanitz von der SPD, galt nach zwei Stunden Debatte Hin und Her und dem Anhören zahlreicher Argumente und Einwände der Dank eines seiner Podiumskontrahenten. „Sie gaben uns Gelegenheit, über uns nachzudenken. Es gibt kaum eine bessere Methode, die Kirche zu stärken, indem man sie kritisiert“, sagte Otto Guse, Rechtsanwalt aus Falkenstein und Präsident der Evangelischen Landessynode, über die Thesen Schwanitz. Tatsächlich befand sich Schwanitz allein mit seiner Position in der Runde. In der Zuhörerschaft saßen meist Mitglieder der CDU. Auf dem Podium hatten die vier evangelischen Kirchenvertreter Rudolf Merkel (Stadtmission Chemnitz), Hartmut Denkewitz (Diakonie Plauen), Matthias Bartsch (Superintendent Plauen) Otto Guse sowie Frank Heidan als Moderator Platz genommen[…]

Vatikanisches Konzil: Einbildung ist auch eine Bildung
[…]Das Engagement der katholischen Kirche im Schul- und Bildungswesen ist seit Jahrhunderten schon breit und vielfältig. Das Konzil hat einige universelle Prinzipien formuliert, die das Erziehungswesen betreffen. Allem voran bekräftigt die Erklärung „Gravissimum educationis“, dass „alle Menschen, gleich welcher Rasse, Stellung oder welchen Alters, kraft ihrer personalen Würde das unveräußerliche Recht auf Erziehung haben“ (Nr. 1).
Die ersten und grundlegenden Erzieher sind die Eltern – also ist die Familie auch die erste Schule. Diese Erziehungsaufgabe der Eltern muss von der ganzen Gesellschaft mitgetragen und verteidigt werden. Katholische Eltern sind die ersten, die ihre Kinder in die Kirche einführen und sie im Glauben erziehen; darum kann man sagen, dass die Lage der Kirche vor allem von der Lage der katholischen Familien abhängt. Das Konzil sagt klar, dass „alle Christen das Recht auf eine christliche Erziehung haben“ (Nr. 2). Darum sollten Zuschüsse der öffentlichen Hand im Schul- und Bildungswesen so fließen, „dass die Eltern in voller Freiheit und ihrem Gewissen entsprechend die Schule für ihre Kinder auswählen können“ (Nr. 6). Staatliche Zuschüsse für katholische Schulen sind somit nicht ein Gefallen, den der Staat der Kirche macht, sondern die Anerkennung eines Rechts der Familien, die Schule für ihre Kinder selbst zu wählen. Die Kirche leistet ihren Dienst im Schul- und Bildungswesen nicht nur für Katholiken, sondern gleichermaßen für Nicht-Katholiken – und sie tut das ohne Proselytismus. Das Konzil bekräftigt: „Der Kirche liegen auch jene katholischen Schulen vor allem in Missionsgebieten sehr am Herzen, die auch von nicht-katholischen Schülern besucht werden“ (Nr. 9). In diesen Zusammenhang gehört auch, dass sich die Konzilsväter an die jungen Leute wenden: Sie sollten dazu bereit sein, sich „in den Regionen, wo die niedrige Zahl von Lehrern die Schulbildung der Jugend in Gefahr bringt“, im Erziehungsbereich zu engagieren (aus den Schlußworten)[…]

Buch: Philip Pullman: „Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus“
[…]Pullman mischt den Stoff der vier kanonischen und auch der apokryphen Evangelien zu einer neuen Erzählung. Die zugrunde liegende Idee: Maria bringt Zwillinge auf die Welt – Jesus, einen gesunden und kräftigen Jungen, der später als charismatischer Wanderprediger das unmittelbar anbrechende Reich Gottes verkündet, und Christus, den schwachen und kränklichen Zwillingsbruder, der die Botschaft seines Bruders vermarktet, indem er sie aufschreibt, mit Zeichen und Wundern anreichert, mythisch überhöht und so den Grundstein für die spätere Grosskirche legt. Als «Geschichtsschreiber für das Reich Gottes» schreibt er die Dinge so auf, «wie sie hätten sein müssen». Er fügt den historischen Fakten die «Wahrheit», die «spirituelle Bedeutung» hinzu. Jesus selber aber weist in der Wüste, von Satan versucht, eine Grossinstitution Kirche zurück[…]

Frankreich: Laizismus und die Religionen
[…]UMP-Generalsekretär Jean-Francois Copé stellte am Dienstag in einem Fernsehinterview die 26 Vorschläge („26 Propositions“) der UMP zur „Laizität“ vor. Durch diese Punkte solle die weltanschauliche Neutralität des Staates gestärkt werden; Änderungen am seit 1905 geltenden Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat seien aber nicht geplant, so Copé. Die Initiative war schon im Vorfeld heftig umstritten. Die französischen Religionsgemeinschaften wollen an der Diskussion nur mit Beobachtern teilnehmen. Innenminister Claude Gueant löste unmittelbar vor der Veranstaltung mit der Bemerkung Streit aus, die wachsende Zahl der Muslime in Frankreich und einige ihrer Verhaltensweisen stellten ein Problem dar. Der französische Islamrat nannte laut Medienberichten die Aussage unverantwortlich. Die Vereinigung „SOS Rassismus“ prüft nach eigenen Angaben juristische Schritte gegen den Minister[…]

Reihe „EKD-Texte“: „Evangelische Verantwortungseliten – eine Orientierung“
[…]Wolfgang Huber betonte, dass es die evangelische Kirche verstärkt versuchen müsse, begabte junge Menschen für kirchliche Berufe zu interessieren und auch jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifizieren und zuzurüsten, die bereit seien Leitungsverantwortung zu übernehmen. Der ehemalige Ratsvorsitzende sagte weiter, der Text habe für ihn sein Ziel erreicht, wenn er eine kirchliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Elite“ eröffne, einen verstärkten Kontakt der evangelischen Kirche zu gesellschaftlichen Eliten anrege und den Umgang mit den eigenen Eliten innerhalb der evangelischen Kirche eröffne[…]

Die Schweiz und der Islam
[…]Zwei islamische Vereine verlangen die staatliche Anerkennung des Islam. Laut Islamwissenschafter Andreas Tunger-Zanetti wirft diese berechtigte Forderung auch Fragen zum repräsentativen Charakter religiöser Organisationen auf und zur schwachen Struktur des Islam auf …swissinfo.ch: Eine nationale Organisation könnte aber nicht in den Kantonen tätig sein… A. T.-Z.: Genau. Die Anerkennung öffentlichen Rechts und die Steuereinnahmen liegen in den Kompetenz der Kantone. Sie gilt für eine konkrete religiöse Organisation, nicht für eine Religion an sich. Übrigens ist die Christengemeinschaft (Anthroposophen) im letzten September im Kanton Baselstadt als Religionsgemeinschaft anerkannt worden
Zwei weitere Gesuche um Anerkennung sind in Basel deponiert worden, von der Neuapostolischen Kirche sowie von den Alewiten. Die neue Verfassung von 2005 erlaubt eine privatrechtliche Anerkennung. Wenn das Gesuch anerkannt wird, wären die Alewiten die erste muslimische Gemeinschaft in der Schweiz, die anerkannt wird. Aber auch ohne das ist die Vielfalt von Religionen in unserem Land bereits sichtbar[…]

Gewalt in katholischen Kinderheimen
[…]Stuttgart: Erschütternde Berichte ehemaliger Heimkinder haben Mitarbeiter des Stuttgarter Instituts für angewandte Sozialwissenschaften aufgezeichnet. In dem Buch „Die Zeit heilt keine Wunden“ erzählen 25 männliche und weibliche Interviewpartner von ihren Erfahrungen während ihres Aufenthalts in Jugendhilfeeinrichtungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor 50 und 60 Jahren.Die ehemaligen Heimkinder schildern detailliert harten Drill, seelische Kälte und Prügelstrafen durch das Aufsichtspersonal. An den Folgen leiden die Betroffenen heute noch. Einige sprechen davon, ihre Persönlichkeit habe wegen der Erlebnisse in ihrer Kindheit dauerhaft Schaden genommen … Den Kindern wurde das Bild von einem strafenden Gott vermittelt. Die Autorinnen tragen vor, dass mancherorts die Erzieher sich nicht davor gescheut haben, achtjährigen Kindern ihre „Erbsünde“ vor Augen zu führen und ihnen die Schuld für ihre familiäre Herkunft zu geben[…]

Kirche sammelt sich um Papst Benedikt XVI. gegen “niederträchtige” Angriffe
[…]Luigi Accattoli schreibt im Leitartikel der heutigen Ausgabe des Corriere della Sera: “Im Süden der Welt herrscht Christenfeindlichkeit, wo die Christen auch lebendig verbrannt und gekreuzigt werden, und im Norden eine wachsende antikatholische Haltung.” Manche Kirchenführer scheinen dadurch verängstigt. Jedenfalls verwundert es nicht, daß Kardinaldekan Sodano im Namen aller Bischöfe, Priester und Gläubigen Benedikt XVI. versprach, daß sich das “Volk Gottes” nicht vom “Geschwätz beeindrucken” lassen wird. Das Wort ‘Geschwätz’ mag angesichts der Angriffe auf den ersten Blick “schwach” klingen. Es wurde aber nicht zufällig gewählt, wie Accattoli feststellt. Es greift auf, was der Papst selbst am Palmsonntag sagte, als er vom “Mut” sprach, “der sich nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinungen einschüchtern läßt”. Um es mit den genauen Worten von Kardinal Sodano zu sagen: “Mit Ihnen ist das Volk Gottes, das sich nicht vom Geschwätz beeindrucken läßt. Wie Sie uns am Gründonnerstag den Heiligen Petrus zitierend gelehrt haben, wurde Jesus geschmäht, aber er antwortete nicht mit Schmähungen und er kommt uns zu Hilfe in den Prüfungen: in der Welt, so sagte er, werdet ihr Drangsale erleiden, aber habt Mut, ich habe die Welt besiegt.” Es ist die Aufforderung an die Christen, sich nicht um das Geschwätz der Heiden zu scheren, sondern ihnen das Evangelium zu verkünden[…]

Missbrauchsskandale und der milde Umgang mit den Tätern
[…]Kardinal Medina bezog seine allgemeinen Aussagen auf den Fall des Priesters Fernando Karadima. Dem prominenten Chilenen waren vom Vatikan Strafen auferlegt worden, nachdem er einen anfangs 14-jährigen Jungen sexuell missbraucht hatte. Die vatikanische Glaubenskongregation hatte den katholischen Priester für schuldig befunden und angeordnet, er solle sich in ein Leben des Gebetes und der Buße zurückziehen. „Das Kirchenrecht erlaubt Milde“, erläuterte Medina, „besonders dann, wenn die fragliche Person schon älter oder wegen ihrer Verdienste anerkannt ist“. Dass man Karadima verbiete, „öffentlich die Sakramente zu feiern, dass er keinen Kontakt mit seiner früheren Pfarrei haben dürfe, dass er sich an einen ruhigen Ort zurückziehen müsse, ist keine Kleinigkeit“, sagte Medina weiter. „Die einzige Strafe, welche noch schwerer wiegen würde, wäre ihn zu laisieren“[…]

Immer wieder Bischof Müller!
[…]Für den Dienst am Volk sei der Priester aus dem Volk genommen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Bischof auch daran, dass alle Glieder der Kirche Anteil am Priestertum haben. „Als katholische Männer und Frauen haben wir alle in Familie, Schule und am Arbeitsplatz die Verpflichtung mitzuwirken, dass Männer aus dem Gottesvolk heraus genommen werden“, so der Bischof. Mit deutlichen Worten kritisierte Bischof Müller gesellschaftliche Tendenzen, die bis in Ministerränge gehen, den gesamten Stand der Priester in ein schlechtes Licht zu setzen. Christus aber lasse seine Kirche nicht allein, vielmehr berufe er Männer zum priesterlichen Dienst und verbinde Frauen und Männer in seiner Liebe. Nicht „Gründer einer Institution“ sei Jesus Christus, sondern der Bräutigam der Kirche. Schließlich appellierte Bischof Gerhard Ludwig, sich nicht gegen die Kirche aufbringen zu lassen. „Schämen wir uns ihrer nicht und lassen wir uns nicht mitreißen durch zeitgeistliche Forderungen, denn Christus ist unser einziger Lehrer.“ Der Weg der Nachfolge sei zwar anstrengend, aber er führe bergauf. Die Gläubigen sollten sich nicht auseinanderdividieren lassen. Dann empfahl der Bischof Maria und den Jünger, den Jesus liebte, als Vorbild. „Beide harrten unter dem Kreuz aus“[…]

Innenminister Friedrich kommt der katholischen Kirche zum Thema Islam gerade recht
[…]Doch Selbstverständliches ist im heutigen Deutschland längst nicht selbstverständlich, also gab es Kritik von den linken Parteien wie von der EKD. Dabei müssten doch zumindest die Kirchen froh sein, dass ein Spitzenpolitiker an ihre Seite tritt, nimmt doch ansonsten die anti-christliche Stimmung zu. Noch entscheidender aber ist, dass die Werte des Islam teilweise völlig konträr zu denen des deutschen Grundgesetzes stehen – vor allem was die Themen Gewalt, Toleranz, Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau angeht. Die Kritiker Friedrichs würden entsetzt sein, wenn allzu viel Islamisches Teil deutscher Kultur oder gar Rechtsprechung wäre … Doch in Sachen Islam gibt es in Teilen der Medien, der Politik und der Kirchen mittlerweile geradezu so etwas wie eine „Islam-Besoffenheit“, die Unterschiede wie Loyalitäten hinwegwischt. So hinterfragte im baden-württembergischen Wahlkampf kaum jemand das Verhalten des SPD-Spitzenkandidaten Nils Schmid. Er stellte unter muslimischen Wählern seine türkische Ehefrau heraus und ließ sich in der türkischen Presse als „Schwager aller Türken“ bezeichnen, der seine Frau zur ersten türkischen „First Lady“ in Deutschland machen wolle[…]

SPD-Gottesknecht Albert Schmid
[…]Passau (kath.net) „Für den Christen ist der Dialog immer eine Reaktion auf die Ansprache des ewigen Logos und erst in zweiter Linie eine Form der zwischenmenschlichen Kommunikation“, sagte Albert Schmid, der Vorsitzende des Landeskommitees der Katholiken in Bayern. Der Dialog innerhalb der katholischen Kirche müsse „bereits zu Beginn klarmachen, wo seine Grenzen liegen“, führte der SPD-Politiker und langjährige langjährige Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Interview mit der „Passauer Neue Presse“ weiter aus. Man könne nicht versuchen, sich „regionaler, nationaler Ebene“ über Dinge zu verständigen, „die weltkirchlich entschieden werden müssen oder zum Teil bereits weltkirchlich entschieden sind“. Für einen vernünftigen Austausch sei jedoch zuerst ein „übereinstimmender Befund“ über die Lage der Kirche nötig. Das gegenwärtige Grundproblem ortete Schmid in der „Glaubenskrise in unserer Gesellschaft, die nicht durch Militanz gegenüber der christlichen Religion gekennzeichnet ist, sondern durch eine Art von Gleichgültigkeit, die man auch Gottvergessenheit nennen kann“[…]

Der neue Landesbischof in Bayern
[…]Der künftige bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, hat sich für einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Das Restrisiko bei der Nutzung von Kernkraft sei zu hoch und nicht verantwortbar, sagte der Bamberger Theologieprofessor am Montagabend in München. „Wir dürfen nicht auf Kosten zukünftiger Generationen leben“, unterstrich der Sozialethiker. Zuvor war der 51-Jährige vom bayerischen Kirchenparlament an die Spitze der rund 2,7 Millionen Protestanten im Freistaat gewählt worden. Die Kirche müsse Antwort geben auf ethische Grundfragen wie etwa die Überwindung von Gewalt, Menschenwürde oder Umweltschutz, forderte Bedford-Strohm (Foto: epd-bild / Annette Zoepf) in einer ersten Stellungnahme vor Journalisten. Zugleich warb er für ein neues Verständnis von Mission. Er wolle deshalb mit den Menschen das Gespräch suchen über Glaube und die Kirche[…]