Islamischer Kreationismus


Moderne Wissenschaft offenbart im Koran, Frauen-Sektion Jeddah, K.S.A., Quelle: brightsblog

Die Schöpfung und das religiöse Tier – Mensch. Aus den verschiedensten Gründen heraus wird die naturalistische Evolution abgelehnt.

Der Mensch als Produkt der personalen Eingriffe göttlicher Entitäten, diffuser Wesensheiten und ausserirdischer Ordnungskräfte. Nichts, in der Vergangenheit des Menschen, hat dessen Fantasie so beflügelt wie die Frage, woher kommen wir?

Die Entwicklung von einfachen biologisch-chemischen Strukturen, wie der Amöbe, hin zu einem Geistesriesen wie Einstein, wollen religiöse Menschen nicht akzeptieren. Es dürfte hier auf dem Blog ein Allgemeinplatz sein, dass Menschen welche das erste Buch Moses, die Genesis, der Bibel, wörtlich nehmen, als fundamentalistische Kreationisten gelten. Christliche Kreationisten versuchen mit aller Macht ihre obskuren Gedankenkonstrukte als wissenschaftlich darzustellen. Einige von ihnen tun dies auf einem durchaus hohem Niveau.

Kreationisten sind Menschen, die eine wortwörtliche Interpretation der Bibel als Grundlage eines Weltbilds vertreten, das Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt.

Gegenstand des Posts soll heute nicht der christliche Kreationismus sein. Es werden vielmehr die Aspekte des islamischen Kreationismus benannt und näher ausgeleuchtet werden.
Der Designer könnte auch sehr gut islamisch sein. Islamische Kreationisten benutzen sehr stark die „Schaffenswissenschaft“ und haben sich die Materialien der traditionellen kreationistischen Organisationen zu eigen gemacht und Bezüge auf die Christenheit einfach weggelassen.

Die Islamisten begrüßen Kreationismus/ID noch eifriger, wenn Hinweise auf das Christentum entfernt wurden. Der furchtbarste, islamistische, kreationistische Missionierer, Harun Yaha (ein Pseudonym) schreibt Bücher über die Merkmale Gottes beim Entwurf der Natur, diese Bücher sind gefüllt mit den Standard-Beispielen der klassischen Kreationisten. In einem 1995 erschienen Buch leugnet Yaha die Massenvernichtung der Juden durch die Deutschen. Diese Art von Überzeugung scheint nicht das zu sein, was christlichen ID-Aktivisten so vorschwebt und würde niemals Eingang in die Schulen finden.

Die Weigerung der Kreationisten, den Designer offiziell zu benennen erscheint durchaus verständlich. Schließt die Identifizierung doch eine wesentliche Tatsache ein, die man gern aussen vor lassen möchte. Der Designer kann islamisch sein, oder aber jeder göttlichen Entität entsprechen, der man die Schöpfung dieser Welt zutraut. Allein der Unterschied, ob denn Gott katholisch oder evangelisch sei, ist rational nicht zu beantworten.

Während Harun Yahya aka Adnan Oktar eher dem osmanisch-islamischen Kreationismus zugeordnet werden kann, kommt die Hochglanz-Broschüre Moderne Wissenschaft als offenbart im Koran und Überlieferungen des Propheten aus Saudi- Arabien, dem Ursprung des wahabbitischen Islam,  wohl einer der fundamentalistischten Formen. Vorbereitet und präsentiert von Dr. Itidal Albanawi, revidiert von Dr. Tahani El-Zayat, Amal Abdel Hamid und Cherry Abdel Meguid wurde es von der Frauensektion der Internationalen Kommission der wissenschaftlichen Wunder in Koran und Sunna, aus Jeddah, herausgegeben.

Das Heft gliedert sich in 5 Kapitel.

  1. Agronomie
    • Das lasst ihr den Ähren.
  2. Geologie
    • Das tiefste Gebiet auf der Erdoberfläche.
  3. Meereskunde
    • Besonderheiten der Tiefozeane.
    • Mischung und Unterschiedlichkeit der Meermassen.
    • Die Mündungen der Flüsse.
  4. Astronomie
    • Die Sonne ist eine Leuchte. Der Mond widerspiegelt das Licht.
    • Der Himmel, der stets zurückkehrt.
    • Die rückläufigen Planeten, die am Himmelsgewölbe dahinziehen und immer wieder ihr Versteck aufsuchen.
    • Respirationsapparat ist außer Betrieb in Hochluftschichten.
  5. Medizin
    • Gegenseitige Beeinflussung des gesamten Körpers.
    • Steißbein und das „Primitive Streak“.
    • Der Schwarzkümmel ist ein Heilungsmittel für jede Krankheit.
    • Epidemische Geschlechtskrankheiten aufgrund Unzucht.
    • Die Quarantäne ist eine prophetische Entdeckung.
    • Das Erschaffen des Embryos in Phasen.
    • Das Empfinden der Schmerzen.
    • Der Verbot des Schweinefleischgenießens hat wissenschaftliche Ursachen.

Das Vorwort des Pamphlets beschäftigt sich mit dem Erklärungsversuch was denn eigentlich wissenschaftlicher Wundercharakter bedeute? Schon hier wird der Ansatz klar. Man versteht unter Wissenschaftlichkeit von Hypothesen, Theorien, Naturgesetzen etwas völlig anderes, als das gemeinhin Naturalisten tun. Im engeren Sinn versteht man unter dem Begriff Wunder ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Vernunft und Erfahrung und den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht. Wer oder was also Naturgesetze durchbricht ist ein Wunder.
Da der Islam den Koran als von Gott gegeben postuliert, werden nun Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik mittels der Suren des Propheten interpretiert. Damit werden Wissenschaftlichkeit, Lehre, Forschung und Methode zu beliebigen Begriffen. Basis allen „wissenschaftlichen“ Denkens ist der Koran.
Vorwort:

Der wissenschaftliche Wundercharakter ist einer der Koranischen Wunderaspekte, die Folgendes umfassen:;

  1. Der semantische und linguistische Wundercharakter.
  2. Der geschichtliche Wundercharakter.
  3. Der legislative Wundercharakter
  4. Der wissenschaftliche Wundercharakter.

Der wissenschaftliche Wundercharakter im Koran und in der Sunna ist eine Art der wissenschaftlichen Koranauslegung. Wissenschaftlicher Wundercharakter bedeutet auch vielmehr die Mitteilung des Korans und der Sunna vom festgelegten wissenschaftlichen Faktum durch in deren Texten sich klar befindende Hinweise gemäß der wissenschaftlichen Auslegungskriterien. Dieses Faktum, welches mitgeteilt wird, war zur Zeit des Propheten »Allah segne ihn und schenke ihm Heil« durch die damaligen menschlichen Mittel nicht zu entdecken oder wahrzunehmen, was wiederum die Aufrichtigkeit des Propheten in der von seinem Gott benachrichtigten Mitteilung beweist.

Die Darstellung der Schöpfung durch Allah ist geradezu naiv zu nennen. Von der äußerst schlechten Übersetzung abgesehen. Christliche Kreationisten sind in der Darstellung angeblicher Beweise der Schöpfung auf einem ganz anderen Niveau zu finden, ob nun Behe, Gish, Weikart oder Junker, Scheerer oder Gitt.

Wir erfahren, dass der Koran mehr als 1000 Verse von „wissenschaftlicher Beschaffenheit“ enthält. Das Buch will das Wirken Allahs in verschiedenen „wissenschaftlichen Spezialbereichen“ beschreiben. Das offenbarte Wort ist die Grundlage aller Maßstäbe.

Und so erklären die islamischen Kreationisten das Universum:

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1 Comment

  1. Was, kein einziges Kommentar dazu??? Ach koooommt! Bei christlichen Kreationisten lässt ihr euch doch immer so schön aus…

    Wahrscheinlich schweigen alle, weil sie alle Angst vor dem Islam haben! Bloß keine Kritik üben, lieber in den Arsch kriechen! Vielleicht sollte die römisch-katholische Kirche auch wieder zum Dreschflegel greifen, dann würden die Atheisten auch ihr gegenüber schweigen 🙂

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