Jetzt ist alles klar, die Häresie in theologischen Fakultäten ist schuld an der Kirchenkrise


Quelle: uibk.ac.at

Häresien im Theologiestudium
Wenn während meines Theologiestudiums „die kirchliche Lehre vorkam, dann meist nur um sie zu kritisieren“ – Ein Insiderbericht von einer katholischen Fakultät in Österreich von N.N.

Kath.net

N.N. hat vor einigen Jahren einer österreichischen Universität Theologie studiert, inzwischen ist er als Religionslehrer aktiv. N.N. schreibt über seine Erfahrungen im Rahmen des Theologiestudims folgendes:

Lehrende und Inhalte

In meinem Studium wurde die Lehre der Kirche nicht rezipiert. Der Katechismus und kirchliche Dokumente spielten in meinem Studium fast keine Rolle. Sie wurden von den Lehrenden nicht angeführt und ich wurde niemals dazu angehalten, den Katechismus oder ein kirchliches Dokument (Enzyklika, …) zu lesen.

Wenn die kirchliche Lehre vorkam, dann meist nur um sie zu kritisieren ohne wirklich zu verstehen, warum die Kirche das lehrt. Besonders auffällig war dies in der Dogmatik und Fundamentaltheologie sowie der Moraltheologie. Am Beginn des Studiums steht ein dogmatischer Einführungskurs in die Grundlagen des Katholischen Glaubens.

Der Katechismus wurde, obwohl die Teilnehmenden zum Großteil kein Glaubenswissen mitbrachten, niemals verwendet. Dafür wurde gezielt der Opfertod Jesu umgedeutet. „Opfer“ war demnach zu verstehen wie ein Verkehrsopfer. Jesus sei Opfer von gewalttätigen Umständen geworden und nicht ein Opfer, um ein höheres Gut (Erlösung) zu erlangen.

Der Sühnegedanke, die Gerechtigkeit, die Aussagen des Katechismus wie auch das biblische Zeugnis wurden ignoriert und abgelehnt. Bei allen Professoren war klar, wo sie kirchenpolitisch stehen. Lediglich zwei oder drei waren kirchentreu. In der Dogmatik und Fundamentaltheologie, die eigentlich die Wahrheit des Katholischen Glaubens aufzeigen und verteidigen soll (Apologetik), herrschte Relativismus vor. Beide Fächer waren nicht in der Lage, die kirchliche Lehre intelligibel zu machen und zu verteidigen. Ich hege heute auch Zweifel, ob meine Lehrenden in diesen Fächern in der Lage waren, in der Tiefe die Lehre der Kirche zu verstehen. Denn philosophisch betrachtet lehnten sie die klassische und mittelalterliche Philosophie ab, d.h. v.a. die Metaphysik. Die Lehre der Kirche ist nämlich stark metaphysisch gefasst (z.B. Transsubstantiation). Ich denke, die Krise der Kirche ist u.a. begründet in der wissenschaftlichen Krise der Metaphysik.

Während meines Theologiestudiums galten folgende zwei „Dogmen“: (1) Immanuel Kant hatte recht, indem er das Ende der klassischen Metaphysik (Ontologie) einleitete, d.h. klassische Metaphysik mit einem gegenwärtigen Wahrheitsanspruch ist nicht mehr möglich. (2) Ein zurück hinter Karl Rahner, der als Ikone moderner Theologie und Superstar der Konzilstheologie idealisiert worden ist, ist unmöglich.

Heute, da ich mich mit der Lehre der Kirche beschäftigt habe, sehe ich klar, wie defizitär in den systematischen Fächern meine Ausbildung war. Zudem wurden Häresien verbreitet. Einmal behauptete ein Professor, dass wir froh sein könnten, dass das Christentum aufgrund der Trinität eine polytheistische Religion (!) sei, denn alle monotheistischen Religionen seien immanent gewaltbereit. Auch in der Moraltheologie wurde die Lehre der Kirche nicht vermittelt, sondern im Extremfall explizit als falsch und im Widerspruch zur Bibel stehend dargestellt.

In der Bibelwissenschaft wurde fast nur die historisch-kritische Methode in überzogener, relativierender Weise verwendet. Allegorien, die Auslegungsmethode der Kirchenväter, spielte so gut wie keine Rolle. Die historisch-kritische Methode ist nicht grundsätzlich falsch, doch sollte sie durch allegorische Schriftauslegung ergänzt werden. Zudem darf sie niemals die Schrift entmythologisieren und relativieren, was allerdings vorkam. Zudem war diese Art der Schriftauslegung mit feministischen und kirchenkritischen Anliegen kombiniert. Die Schrift wurde verwendet, um aufzuzeigen, wie sehr sich die Kirche in von der Bibel entfernt hat.

Problematisch war auch die praktische Theologie, allen voran die Religionspädagogik und die Pastoraltheologie. In ihnen wurden die modernen Humanwissenschaften (Psychologie, Soziologie, …) herangezogen, um die Lehre der Kirche zu widerlegen. Eine Rezeption dieser Wissenschaften müsste im Gegensatz dazu auf gläubige Weise erfolgen, d.h. sie sollte dazu dienen die Wahrheit des Glaubens aufzuzeigen.

Auch griffen nicht nur Lehrende dieser Fächer die Kirche und den Papst öffentlich im Hörsaal an. Auch musste ich verpflichtend feministische Theologie absolvieren, die derartig ideologisiert war, dass es noch schwer ist von Wissenschaftlichkeit zu sprechen. Dort wurde den Studierenden präsentiert, wie die Kirche Kinder in ihre Machtstrukturen und ihre Geschlechterrollen sozialisiert. Ein wenig ausgenommen von dieser Kirchenkritik und den angesprochenen Häresien war nur die Philosophie.

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6 Gedanken zu “Jetzt ist alles klar, die Häresie in theologischen Fakultäten ist schuld an der Kirchenkrise

  1. Joe

    @ emporda:

    Ich habe die Stelle nicht so gefunden wie sie zitiert wird. Das handelt sich eher um eine Zusammenfassung einer Position aus einem Aufsatz „Theologie als Glaubensgehorsam“ von Neumann/Neumann aus MIZ 3-4/90 und MIZ 1/91 die die „Instruktion über die kirchliche Berufung des Theologen“ der Kongregation für Dogmatik und Blödsinn unter Ratzinger aufs Korn nimmt. In dem Aufsatz wird recht süffisant von THEOLOGEN gezeigt, dass die Theologie, so wied er Vatikan sie versteht, an einer Hochschule soviel zu suchen hat wie jede andere Religiotie. Auch wenn Ratzinger vermutlich das ihm in den Mund gelegte Zitat nie so gesagt (ich lasse mich jederzeit korrigieren!) hat spiegelt es doch recht gut seine Einstellung wieder:

    „3. Vom Lehramt abweichende Meinungen sind nach Ansicht der Instructio ein moralisches Problem. Sie sind sachlich nicht begründbar, sondern wurzeln in einem persönlichen Defekt des Abweichlers, z.B. in seiner mangelhaften persönlichen Heiligung, seinem ungenügend gebildeten Gewissen, seiner sündigen Verfaßtheit, seinem auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik, seiner Untreue gegen den Hl. Geist.“
    http://www.ibka.org/artikel/miz90/instructio.html

    Dazu ein recht einschlägiger Bezug aus der „Instruktion“:

    „39. Da sie ihren Ursprung in der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes hat,[39] ist die Kirche ein Geheimnis der Gemeinschaft. Als solche ist sie nach dem Willen ihres Stifters [Ist das so?] mit einer Hierarchie ausgestattet, die zum Dienst am Evangelium und an dem daraus lebenden Volk Gottes bestellt ist. Nach dem Vorbild der Mitglieder der ersten Gemeinschaft müssen alle Getauften mit den ihnen eigenen Charismen aus aufrichtigem Herzen nach harmonischer Einheit in Lehre, Leben und Gottesdienst streben (vgl. Apg 2,42). Hier liegt eine Regel vor, die sich aus dem eigentlichen Sein der Kirche ergibt. Deshalb darf man auf sie auch nicht schlicht und einfach Verhältnismaßstäbe anwenden, die ihren Seinsgrund in der Natur der bürgerlichen Gesellschaft oder in den Regeln haben, nach denen eine Demokratie funktioniert [Na also. Endlich mal Klartext: Wir projizieren ANTIKE Strukturen in die Gegenwart!]. Noch weniger darf man die Beziehungen im Inneren der Kirche nach der Mentalität der Welt, die sie umgibt, beurteilen (vgl. Röm 12,2)[So! Mit anderen Worten: Wir haben hier absolute Herrschafts -und Denkstrukturen!]. Von der mehrheitlichen Meinung das, was man zu denken und zu tun hat, ableiten wollen, gegen das Lehramt den Druck der öffentlichen Meinung einsetzen, den „Konsens“ der Theologen zum Hauptmaßstab machen oder den Anspruch erheben, der Theologe sei der prophetische Wortführer einer „Basis“ oder autonomen Gemeinschaft, die damit die einzige Quelle der Wahrheit wäre, all das zeigt einen schwerwiegenden Verlust des Sinns für die Wahrheit und des Sinns für die Kirche.[Sic!]“

    http://stjosef.at/dokumente/instruktion_kirchliche_berufung_des_theologen.htm

    Den ersten Aufsatz von Neumann/Neumann kann ich echt empfehlen. Richtig fies geschrieben. Und diese Anektdote von Pilatus, der auf das üblicherweise vielzitierte „MeinKönigreichnichtvondieserWeltIchbingekommendieWahrheitzubezeugenblabla“ ihm in guter alter mäeutischer Manier die Frage: „Was ist Wahrheit?“ stellt, und dann einfach rausgeht um den Pharisäern zu sagen, dass er Jesus für unschuldig hält… KÖSTLICH! Ist nachzulesen bei Joh 18,38. Pilatus war -mit Verlaub- eine richtig coole Sau!

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  2. Joe

    „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“

    Wawawa….?! Was zur… Hat Ratzebene das WIRKLICH geschrieben?! Ich meine ich traue es ihm ja zu… Aber irgendwie… Hast du die Quelle dazu? Das ist ja geradezu ungeheuerlich…

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  3. Es gibt keine Stellungnahme von theologen zu historischen Fakten aus dem Nahen Osten, das wird mit Fabulieren ausgegrenzt
    http://www.goerke.us/diskusionen/Exodus.pdf
    oder mehr im Details
    http://www.goerke.us/diskusionen/Kreationismus.pdf

    Dann der absolute Wahnsinn
    „Eine Rezeption dieser Wissenschaften müsste im Gegensatz dazu auf gläubige Weise erfolgen, d.h. sie sollte dazu dienen die Wahrheit des Glaubens aufzuzeigen.“

    Eine Weisheit aus dem Kreis des RKK-Großinquisitors vom Mai 1990 definiert: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“ Der gläubige Christ hat weder eine Moral noch eigenen Willen. Wer nicht kritiklos jede Absurdität der RKK glaubt, der bedarf der Analyse seines Verstandes durch einen Exorzisten, vom Papst Ratzfatz ausgebildet.

    Die drehen sich alle endlos im Kreis, jeder bestätigt mit immer neuen Schawchsinn jeden und keiner nimmt zu den Erkenntnissen der Wissenschaft stellung. Wieso auch, es gibt keine fundierten Argumente.

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  4. KurtB

    Also, den Text von Kath.net kann man ja als Realsatire gerade noch ertragen.

    Was ich mich parallel dazu aber schon lange frage: ich habe aus purem Interesse mal Skripten zum Neuen Testament aus gängigen Theologiestudiengängen heruntergeladen und gelesen. Die waren im Sinne obigen Schreiberlings durchaus häretisch. Wie Studenten, die sich dermassen mit den alten Geschichten auseinandergesetzt haben, ein paar Monate nach Studienabschluss zum Märchenerzähler (Weihnachtsgeschichte etc.) degenerieren können, ist mir ein Rätsel.

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  5. Sospetto

    Der Bericht in kath.net überrascht nicht. Geiferndes Gebahren ist an der Tagesordnung. Wenn der Bericht tatsächlich stimmt, wäre dies ein weiteres Anzeichen, dass Religionskritik aus den eigenen Reihen das Ende dieses Wahnsinns einleitet.
    Vielleicht erlebe ich es ja doch noch.

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  6. Rolo

    Die Kerle sollen einen brauchbaren Beruf erlernen und sich vernünftig an der Volkswirtschaft beteiligen. Denen ihr Anliegen in religiösen Angelegenheiten ist verzwurbelter Quatsch und im Prinzip nur etwas für Arbeitsscheue und (oder) weltfremde Neurotiker. Welcher wirklich erwachsen gewordene Homo sapiens braucht denn allen ernstes, weltgeschichtlich zurück gebliebene Märchenerzähler ? Wer in theologisch hochstilisierten, angeblichen Lehr- (besser Leer-) Dingen oder sonstigem mystischen Hokuspokus blöd rumdiskutiert, muss endlich mal darauf geschubst werden, dass dies alles (und somit natürlich auch er selbst), so überflüssig ist wie ein Kropf am Hals. Diese seltsamen Zeitgenossen sind doch nur noch peinlich.

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