Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

SPD: Keine Partei für Laizisten
[…]SPD: Nicht am Status der Kirchen rütteln. Die SPD hat sich für den Erhalt des derzeitigen Status der Kirchen und des Staatskirchenrechts ausgesprochen. Der in Deutschland gefundene Ausgleich zwischen Staat und Religion sei mehr wert als nur ein europäischer Sonderweg, sagte der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, am Freitag in Berlin bei einer SPD-Tagung zum Thema Balance von Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften[…]

Religionsfreiheit Basis für kirchliche Wertevermittlung
[…]Madrid, 09.04.2011 (KAP) Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen und können Werte des Glaubens und der Ethik auf Basis der Religionsfreiheit in eine pluralistisch geprägte Gesellschaft einbringen. Dafür plädierte der ehemalige Bundesratspräsident Prof. Herbert Schambeck bei einer internationalen Juristentagung der „Universidad Rey Juan Carlos“ am Freitag in Madrid. Der Verfassungsrechtsexperte referierte zum Thema „Die Religionsfreiheit und der Pluralismus unserer Zeit“ und betonte dabei, dass die Europäische Union „nicht allein eine Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft, sondern auch Rechts- und Wertegemeinschaft sein soll“. Zentral dafür sei ein respektvoller Dialog, wie er auch zwischen der EU und den Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften gemäß Artikel 17 des Vertrags von Lissabon vorgesehen ist. Schambeck erklärte, dass die „Frage nach dem Sinn des Lebens“ alle Menschen begleite und somit verbinde – auch „bekennende Atheisten“. Mit Bezug auf Kardinal Franz König und die von ihm immer wieder gestellten drei Grundfragen des Menschen nach dem Woher, Wohin und dem Sinn des Lebens sagte das Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, dass diese Fragen „durch das Grundrecht der Religionsfreiheit geschützt“ werden. Sie könnten auch als gemeinsame Basis für eine fruchtbaren vernunftbezogenen Dialog unter den Bedingungen des vorfindbaren Pluralismus gelten. Im notwendigen „Bemühen um das verstehende Miteinander“ bestehe die Chance, dass sich Gläubige, Andersgläubige und Nichtgläubige „tolerieren, aber nicht in Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben, sondern in Achtung vor dem Höheren, das unser Leben bestimmt“, so Schambeck[…]

Spirituelle Flüchtlinge fordern Kirchen heraus
[…]Wien, 09.04.2011 (KAP) In Zeiten einer europäischen Wertekrise sind die Kirchen nach den Worten von Metropolit Michael Staikos mehr denn je gefordert, ihren Beitrag für die Zukunft des Kontinents zu leisten. Werte wie Moral, Familie, Ehe, zwischenmenschliche Beziehungen seien in eine Krise geraten. Aufgabe der Kirchen sei es, „diese Werte wieder lebendig zu machen und zu aktualisieren“. „Was wäre heute Europa ohne sein christlich-religiöses Fundament?“, verwies Staikos auf die christlichen Wurzeln Europas. Er äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Politischen Akademie in Wien. Die Amtskirche müssen einen Weg finden, „der Tradition und der Lehre der Kirche entsprechen zu können und gleichzeitig die Werte auf eine Art und Weise zu vermitteln, dass sie heute eine gewisse Aktualität haben und nicht im Vorhinein von den Menschen abgelehnt werden“. Dass trotz der Abwendung vieler Menschen von der Kirche ein Bedarf an Spiritualität gegeben ist, zeigte sich für Staikos am Boom der „Pseudoreligionen“: „Die Tatsache, dass heute tausende Menschen in Pseudoreligionen und Sekten eine Zuflucht finden, bedeutet, dass der Faktor Glaube nicht aus der Seele und dem Geist der Menschen erloschen ist, sondern dass diese Sehnsucht immer vorhanden ist.“ Die Aufgabe der Kirchen sei es, ihre „Türen offen zu halten“, damit die „spirituellen Flüchtlinge eine Zuflucht und eine Heimat finden können“[…]

Volker Kauder: Kirchen müssen sich politisch beteiligen
[…]Apropos Wirklichkeit: Einer, der für den Ratschlag von oben zuständig ist, Bischof Marx, sagt jetzt, dass der Mensch die Grenzen überschritten hat. Einerseits mit der Atomtechnologie, andererseits mit der Embryonenforschung. Finden Sie, dass Marx doch recht hat? Also bei der Embryonenforschung bin ich ja ganz seiner Meinung. Und ich bin mal sehr gespannt, ob diejenigen, die Marx in Anspruch nehmen mit seiner moralischen Kompetenz bei der Kernenergie, dieses dann auch bei der PID tun? Marx hat von Teufelszeug gesprochen. Ich bin mal sehr gespannt, wie weit jetzt die Katholische Kirche auch in anderen europäischen Ländern diese Diskussion beginnt, wo man auf die Kernenergie weiter setzt. Geht die Katholische Kirche zu weit mit ihrer Einmischung in die Atomtechnologiedebatte in Deutschland? Die Kirchen haben schon den Auftrag, zu formulieren, was menschliche Existenz angeht. Sie sind natürlich auch für die Glaubensfragen zuständig. Die Kirchen sind mitten in der Welt. Und deswegen haben sie natürlich die Aufgabe, sich auch in politische Diskussionen einzuschalten. Ich glaube, dass die technische Kompetenz der Kirchen nicht größer ist als die von Ingenieuren. Aber die Beurteilung, die moralische Frage – selbstverständlich hat da die Kirche ihre Kompetenz[…]

Steinzeit-Schwuler entdeckt
[…]Bubunec – Es ist das späteste Outing der Menschheitsgeschichte: 5000 Jahre nach seinem Tod haben Wissenschaftler das Skelett eines schwulen Steinzeit-Mannes gefunden. Die tschechischen Archäologen staunten nicht schlecht: Bei Ausgrabungen nahe Prag stießen sie auf die sterblichen Überreste eines Höhlenmenschen. Nach den peniblen Begräbnis-Ritualen der sogenannten Becherkultur lag vor ihnen eindeutig eine Frau – denn schließlich lag das Skelett auf der linken Seite, schaute gen Osten, daneben weihten Töpfe und Schüsseln die Ruhestätte. Doch die Gebeine gehörten keiner Frau, sondern einem Mann! Doch der wäre mit Waffen und Werkzeugen bestattet worden. Für Forschungsleiterin Kamila Vesinova gibt es nur eine Erklärung: „Die Menschen nahmen Beerdigungs-Rituale damals sehr ernst. Es ist kein Versehen: Dieser Mann war homosexuell.“ Unser schwuler Urururur-Onkel lebte 2500 Jahre vor Christus. Der Schwötzi (schwuler Ötzi) könnte verknöcherte Ansichten so mancher Kirchen-Vertreter ins Wanken bringen, wonach Homosexualität eine Erfindung der Neuzeit ist. Scheinbar gab’s Liebe unter Männern schon in grauer Vorzeit[…]

Katholen wollen Abrüstung
[…]Katholische Friedensinitiative fordert Bundesregierung zu weiterer Abrüstung auf. pax christi bewertet die Rüstungspolitik der Bundesregierung kritisch. Die deutsche Wirtschaft dürfe nicht vom „Leiden“ und „Sterben“ anderer profitieren, sagte Vize-Präsident Johannes Schnettler im Interview mit domradio.de. Der „Jahresabrüstungsbericht“ wurde zuvor im Bundestag vorgestellt[…]

Zollitsch: Hardliner-Lehrer für den katholischen Religionsunterricht, Islamunterricht wunderbar, nur Ethik ist igitt
[…]Die Religionslehrer zeigen im direkten und persönlichen Kontakt, was Religion bedeutet und geben durch das Vorbild der eigenen Person ihren gelebten Glauben weiter.“ Wenn dann ein religiöser Kommunikationsbedarf vorhanden ist, bietet der Religionsunterricht diese Austauschmöglichkeit. „Ich bemerke bei vielen Kindern und Jugendlichen eine Sehnsucht, über religiöse Themen zu sprechen, da sie dies zuhause meist nicht mehr tun können“, sagte Stefanie Kraft aus Iffezheim. Erzbischof Zollitsch ging in der Gesprächsrunde auch auf weitere Fragen der Religionslehrer ein – wie etwa der nach einer Fächerzusammenlegung von Religion und Ethik, der er eine klare Absage erteilte: „Religion ist das einzige Unterrichtsfach, das in der Verfassung verankert ist. Eine Zusammenlegung mit Ethik wird es mit uns nicht geben.“ Hingegen begrüßte er Überlegungen für einen deutschsprachigen muslimischen Religionsunterricht: „Wir unterstützen diese Pläne und sind zugleich selbst offen für Gäste anderer Religionen und Ungetaufte.“Katholische Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die nach Abschluss des Theologiestudiums und der pädagogischen Zusatzausbildung (Referendariat) oder nach einem anderen gleichwertigen Abschluss einen staatlichen oder kirchlichen Lehrauftrag in der Erzdiözese Freiburg übernehmen, werden dazu in besonderer Weise durch den Erzbischof beauftragt („Missio canonica“) Mit der Annahme dieser Beauftragung gibt der Religionslehrer das Versprechen, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche zu erteilen. Zugleich sagt der Erzbischof zu, die Lehrkräfte in diesem Dienst in besonderer Weise zu unterstützen[…]

Unerträgliches Bene-Geschwurbel an seine lateinamerikanische Drückerkolonne
[…]Im Bereich der Volksfrömmigkeit gebe es viele Ausdrucksformen des Glaubens, die an die großen Feiern des Kirchenjahres gebunden seien. Nichtsdestoweniger müsse zweierlei beachtet werden: Der Glaube „muss die Hauptquelle der Volksfrömmigkeit bleiben, so dass diese nicht zu einer einfachen kulturellen Ausdrucksform einer bestimmten Region verkürzt wird“. Zum Zweiten müsse die Liturgie den Bezugspunkt bilden, um klaren Sinnes und vorsichtig das Streben des charismatischen Gebets und Lebens zu ordnen. Ihrerseits könne die Volksfrömmigkeit mit ihren symbolischen Werten der Liturgie einige Koordinaten für eine gültige Inkulturation sowie Anregungen für eine wirksame schöpferische Dynamik zur Verfügung stellen. Es gebe auch Probleme im Bereich der Volksfrömmigkeit, so Benedikt XVI. weiter. Es könne nicht geleugnet werden, dass es einige abweichende Formen der Volksfrömmigkeit gebe, die Verwirrung schafften und eine rein äußerliche, vom Glauben abgekoppelte religiöse Praxis begünstigten. In diesem Zusammenhang zitierte der Papst sein Schreiben an die Seminaristen vom 18. Oktober 2010: „Die Volksfrömmigkeit tendiert zur Irrationalität, vielleicht auch manchmal zur Äußerlichkeit. Sie zu ächten ist dennoch ganz verkehrt. In ihr ist der Glaube in das Herz der Menschen eingetreten, ist Teil ihres Empfindens, ihrer Gewohnheiten, ihres gemeinsamen Fühlens und Lebens geworden. Deswegen ist die Volksfrömmigkeit ein großer Schatz der Kirche. Der Glaube hat Fleisch und Blut angenommen. Sie muss sicher immer wieder gereinigt, auf die Mitte hin bezogen werden, aber sie verdient unsere Liebe, und sie macht uns selber auf ganz reale Weise zu ‚Volk Gottes’[…]

Theologe Jürgen Moltmann: Dumme lernen durch Katastrophen
[…]Nachdenken über Religion hatte für Jürgen Moltmann stets politische Relevanz. Der Tübinger Professor, einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts, hat sich immer wieder zu aktuellen Fragen geäußert. Und sich dabei selten ein Blatt vor den Mund genommen. Heute wird Moltmann 85 Jahre alt. Im Geburtstagsinterview des Evangelischen Pressedienstes (epd) äußert er sich auch über das beginnende ökologische Zeitalter und übt scharfe Kritik an der Reaktion der Politik auf die Nuklearkatastrophe in Japan: „Kluge Menschen lernen durch Einsicht, dumme durch Katastrophen“[…]

 

2 Gedanken zu “Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

  1. Sospetto

    Naja,
    wenn die Merkel schon eine Ethikkommision einsetzt wäre es für diese Kuttentranse doch bescheuert, wenn er nicht seinen Einfluß nützen würde um mitzumischen.

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  2. Eselrassel

    [quote]Und ich bin mal sehr gespannt, ob diejenigen, die Marx in Anspruch nehmen mit seiner moralischen Kompetenz bei der Kernenergie[/quote]

    Was soll das denn bitte sein? Marx mit moralischer Kompetenz? bei Kernenergie?

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