Homöopathie – das teure Placebo


Bild: brightsblog

Der Glaube an die Homöopathie ist ­ungebrochen. Die Wissenschaft sieht in der Methode nichts weiter als den praktizierten Placebo-Effekt. Auch wenn ­konkrete ­Wirkungsbeweise nach wie vor ausstehen, sind ­positive ­Aspekte keinesfalls ausgeschlossen. Dennoch ­reagiert die Zunft der Homöopathen beleidigt auf Kritik.

Von Bert Ehgartnerprofil online

Anfang März lud die deutsche Bundesärztekammer (BÄK) zu einer recht ungewöhn­lichen Pressekonferenz nach Berlin. Es ging um die Neubewertung eines Phänomens, das bislang eher den Ruf einer medizinischen Störgröße hatte: Auf mehr als 200 Seiten präsentierte der wissenschaftliche Beirat der BÄK seine Vorstellungen zu einem neuen und offensiven Umgang mit dem „Placebo in der Medizin“. „Placebos wirken stärker und sehr viel komplexer als bisher angenommen“, verkündete BÄK-Geschäftsführer Christoph Fuchs. „Ihr Einsatz ist von enormer Bedeutung für die ärztliche Praxis.“

Robert Jütte, Medizinhistoriker und Leiter des Beirats, ergänzte: „Mit dem Einsatz von Placebos lassen sich erwünschte Arzneimittelwirkungen maximieren, unerwünschte Wirkungen von Medikamenten verringern und Kosten im Gesundheitswesen sparen.“ Falscher Hochmut sei deshalb in Zeiten knapper Sozial- und Gesundheitsbudgets fehl am Platz: Überall dort, wo bei der Behandlung von Krankheiten klinisch relevante Placebo-Effekte beobachtet werden, müsse künftig danach getrachtet werden, diese im Sinne der Patienten zu nutzen. „Bereits in der Ausbildung junger Mediziner an den Universitäten sind tiefer gehende Kenntnisse zu vermitteln, wie die Wirkung der Placebos in der therapeutischen Praxis bestmöglich eingesetzt werden kann.“

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6 Comments

  1. @ yerainbow

    Was ist denn daran bewunderungswürdig ? Es war ja mein funktionierendes Immunsystem, welches meine Spontanheilung bewirkt hat. Ich habe ja nichts dazu beigetragen. Aber trotzdem, besten Dank für deine Anteilnahme. Allerdings wird es mich früher oder später doch erwischen, denn wir alle müssen ja irgendwann mal über den Jordan gehen ! Je eher man sich damit abfindet, desto besser. Ich werde mich allerdings hüten, mir ein Jenseits einzureden. Diesen Selbstbetrug überlasse ich den Religioten.

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  2. Ja, dann sollen auch mal die Homös zugeben, dass es nur ein Placebo ist und nicht meinen „Ja das war Arsen-D100, das gewirkt hat. Hoch lebe Hahnemann!“

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  3. Ein von den Homöopathie-Anhängern nicht beachtetes Phänomen ist der Selbstheilungseffekt des menschlichen Immunsystems. Mediziner gehen davon aus, dass rund 80 % aller Erkrankungen – vom simplen Schnupfen bis hin zur Krebserkrankung – durch das uns von Geburt an mitgegebene Immunsystem selbsttätig geheilt werden. Ich vermute mal, dass es nicht zu beweisen ist, wann der sog. Placebo-Effekt oder das Wirken des Immunsystems eine Heilung bewirkt hat. Tatsache ist aber, dass die Menschheit nicht bis ins 21. Jahrhundert hätte überleben können, wenn es dieses Immunsystem nicht geben würde. Für diese These gibt es eine Studie, die dies einwandfrei nachgewiesen hat.

    Unsere steinzeitlichen Vorfahren wurden allerdings im Durchschnitt höchstens 30 Jahre alt. Dank verbesserter medizinischer Erkenntnisse hat sich die Lebenserwartung der Menschheit mittlerweile mehr als verdoppelt.

    Der häufig zu hörende Satz: „Wer heilt hat Recht !“ weist leider einen großen Denkfehler auf. So nehmen Homöopathen an, dass sie eine Heilung bewirkt hätten. In Tat und Wahrheit jedoch hat das Immunsystem die Heilung bewirkt und nicht die wirkungslosen Globulis. Nach wie vor können die Homöopathen nämlich keinen einzigen wissenschaftlich relevanten Wirkungsbeweis für die Homöopathie vorweisen. Dies trotz gegenteiliger Behauptungen, denn deren Beweise sind nun mal nicht nach den weltweit anerkannten wissenschaftlichen Regeln (Stichwort: Doppelblindstudien) erbracht worden. Der folgende Link belegt einen kläglich misslungenen Wirkungsbeweis: http://www.xy44.de/belladonna

    Dass auch Krebserkrankungen ohne jegliche medizinische Therapie geheilt werden können, habe ich vor nunmehr 7 Jahren am eigenen Leib erleben können. Die Ärzte prognostizierten mir seinerzeit eine Lebenserwartung von 6 bis höchstens 12 Monaten. Eine Therapie war in meinem Fall nicht möglich, weil der Primärtumor (Diagnose: CUP-Syndrom) nicht ermittelt werden konnte. Somit bot sich auch keine erfolgversprechende Therapie an.

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  4. Laut Monika Gruber ist Homöopathie vergleichbar mit dem Bauern, der auf sein Feld geht, einen kräftigen Furz lässt und bemerkt: „So gedüngt ist jetzt auch!“

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  5. @Der Glaube an die Homöopathie ist ungebrochen.
    Das beweist mal wieder, wie einfach sich mit „Glaube“ viel Geld machen lässt.

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