Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

SPD: Die Partei der kirchlichen Würdenträger in politischen Spitzenämtern
[…]Kirche und Politik – Bildung als christliche Verantwortung: Der EKD-Beauftragte für die Lutherdekade, Stephan Dorgerloh, wird Kultusminister in Sachsen-Anhalt. Die Vereidigung ist für den 19. April geplant. Stephan Dorgerloh hat seit Jahren Pflöcke in der Politik eingeschlagen. Die Vermutung, ein Prälat und Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Lutherdekade sei streng innerkirchlich ausgerichtet, bestätigt sich bei dem 45-Jährigen nicht. Dorgerloh hat schon als Direktor der Evangelischen Akademie in Sachsen-Anhalt immer politische Themen angesprochen. Für seine Partei, die SPD, konnte er nun in Koalitionsgesprächen erfolgreich verhandeln. Am Montag wurde er von der schwarz-roten Koalition, die voraussichtlich weiter Sachsen-Anhalt regieren wird, als künftiger Kultusminister benannt. Der Pfarrer soll im Kulturressort der Wirtschaftswissenschaftlerin Birgitta Wolff (CDU) nachfolgen … Bei den Koalitionsgesprächen konnte Dorgerloh als Verhandlungsführer seiner Partei für die Themenbereiche Bildung und Kultur SPD-Forderungen wie etwa ein längeres gemeinsames Lernen in Gemeinschaftsschulen durchsetzen … In der Arbeit des Bildungskonvents sei ihm bei aller Klarheit der eigenen Überzeugung immer auch die Suche nach gangbaren Wegen wichtig gewesen, sagt Steinhäuser über Dorgerloh. Dass er nun in die Politik wechselt, sei für die EKD jedenfalls ein Verlust, erklärt deren Sprecher Reinhard Mawick. Seine Berufung ins Amt des Ministers sei zugleich aber auch ein Zeichen der Anerkennung. Über Dorgerlohs Nachfolge habe die EKD noch nicht entschieden[…]

Regensburger Religionsgespräch: Hans-Peter Friedrich über Staat und Kirche
[…]MZ: Wo beginnt, wo endet religiöse Freiheit für den einzelnen und für die jeweilige religiöse Gemeinschaft? Friedrich: Religionsfreiheit ist natürlich nicht schrankenlos. Jeder Gläubige muss sich an das Grundgesetz halten. Und wer Meinungs- und Religionsfreiheit für sich einfordert, der muss dieses Recht natürlich auch allen anderen Menschen zubilligen. Unabhängig davon: Der weltanschaulich neutrale Staat ist immer darauf angewiesen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwohl engagieren. Alle Menschen – egal welcher Religion – ob Christen, Juden oder Muslime, aber auch Atheisten, sind aufgefordert, den Staat und seine freiheitlich-demokratische Grundordnung zu unterstützen. MZ: In Deutschland zieht der Staat für die beiden großen christlichen Kirchen die Kirchensteuer ein. Müsste das, in der Logik der Trennung von Staat und Kirche, nicht geändert werden? Friedrich: Nein. Wie gesagt, unser Staat ist kirchen- und religionsfreundlich. Bei uns ist es ganz klar geregelt. Der Staat darf Kirchensteuer einziehen und zwar von Religionsgemeinschaften, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind. Um diesen Status zu erlangen, gibt es bestimmte Voraussetzungen, die übrigens nicht nur christliche Religionsgemeinschaften erfüllen. Auch die Alevitische Gemeinde ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Änderungsbedarf, was die Kirchensteuer angeht, besteht nicht[…]

Präses Schneider im Interview:
[…]Gibt es denn keinen Dialog mit Humanisten, Freidenkern, Atheisten, Sozialisten? Das ist ein Problem. Für ostdeutsche Christen sind gerade das die Bannerträger der sie verfolgenden Ideologie. Und von den meisten hat man noch nicht so richtig gehört, dass sie sich zu ihren Gewaltmaßnahmen bekannt und im Grundsatz davon verabschiedet haben, sondern sie begeben sich in die Opferrolle. Dabei sind sie die Täter! Im Westen sieht es anders aus. Ich bin in einer Studentengeneration groß geworden, in der das Gespräch mit dem Marxismus Alltag war. Anders wäre auch ein Satz des ehemaligen rheinischen Präses Peter Beier nicht zu verstehen, der unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Ostblocks sagte, das Humanum des Sozialismus müsse bewahrt bleiben. Es gab sehr interessante Gespräche, geführt aber meist von denjenigen, die im marxistischen Lager auch unter Druck waren. Das Gespräch ist erlahmt, weil uns die Exponenten dieses Gesprächs abhanden gekommen sind. Was ich heute etwa als politisches Freidenkertum wahrnehme, bewegt sich häufig auf dem Niveau der Religionskritik des 19. Jahrhunderts – Feuerbach. Das ist nun wirklich nicht mehr so spannend[…]

Sarrazin nun doch als Gast in der Halberstädter Moritzkirche
[…]Mittlerweile hat der Gemeindekirchenrat beschlossen, Sarrazin wieder einzuladen. Bei den Unterzeichnern des offenen Briefes stößt das auf scharfe Kritik: „Uns stört, dass niemand mit auf dem Podium sitzen wird, der Herrn Sarrazin Paroli bietet“, sagte Friedrich Kramer, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg. In dem Schreiben heißt es, es gehe nicht um ein Redeverbot für den Ex-Bundesbanker. Es sei aber möglich, „für einen kritischen Diskurs seiner Thesen durch die Anwesenheit eines kompetenten Gesprächspartners zu sorgen“. Den beiden Pfarrern trauen die Kritiker diese Rolle offenbar nicht zu: „Möglicherweise überschätzen sich die Kollegen da“, befürchtete Kramer. Christian Liebchen von der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus der Landeskirche bezweifelte, man könne gleichzeitig Moderator und kritischer Gesprächspartner sein: „Das ist ein Rollenkonflikt.“ Die Pfarrer reagierten empört auf die Kritik. „Man unterstellt uns, wir seien unfähig“, schimpfte Bartmuß, der mit Sarrazin „ein faires Gespräch mit vielen kritischen Anfragen“ ankündigte. Kunze und Bartmuß beklagten auch, niemand der Unterzeichner habe bisher das Gespräch mit ihnen gesucht. Von der Kirchenleitung erhielten die Pfarrer diesmal Rückendeckung: Der Beauftragte der Landeskirche beim Land, Albrecht Steinhäuser, nannte es „problematisch, über offene Briefe zu kommunizieren“. Zwischen den Zeilen werde den Pastoren das Vermögen abgesprochen, sich mit Sarrazin auseinanderzusetzen. Landesbischöfin Junkermann äußerte sich nicht.[…]

Dr. Michael Inacker zu Kirche, Atomkraft und Politik
[…]Die kirchliche Versuchung besteht darin, dass man großen Trends hinterherrennt, um damit neue Wirkungsmacht zu demonstrieren. Dafür sucht man sich aber die falschen Freunde. Denn ausgerechnet die Bündnispartner in Politik und den Mitte-Links-Medien sind in wachsenden Teilen Verächter der Kirche. Von den 25 Grünen-Abgeordneten im Stuttgarter Landtag gehören nur sieben einer Kirche an. In der SPD-Bundestagsfraktion wird inzwischen die Abschaffung des traditionellen Staatskirchenrechts, das den Kirchen eine Sonderstellung einräumt, offen diskutiert. Und in der vorletzten Ausgabe des „Spiegel“ begründet deren Hauptstadt- und Politik-Chef, „warum sich die Demokratie endgültig vom Christentum befreien muss“. Gibt es eine Lösung? Die Kirche befindet sich in einer Zwickmühle: Gleichgültig, ob sie ihre Botschaft weiter religiös entkernt oder genau mit jenen politischen Strömungen Gemeinschaft sucht, die sie am Ende aus dem öffentlichen Raum verdrängen wollen – am Ende ist die kirchliche Besonderheit infrage gestellt. Gibt es eine Lösung? Ja, wir sollten den Weg einer Minderheiten-Kirche gehen. Nicht einer verschwindenden, sondern einer starken, kämpferischen Minderheit. Die Kirchen sind wegen Privilegien bei abnehmender geistlicher Leistung satt geworden. Faszinierende Botschaften sehen anders aus, und mit Grünen-Rhetorik füllt man keine Gottesdienste[…]

Der Brüller: Übersetzungsfehler im YOUCAT :-D
[…]Es geht um die Frage 420, die in der deutschen Version heißt: „Darf ein christliches Ehepaar Empfängnisregelung betreiben?“ Der Katechismus antwortet: „Ja, ein christliches Ehepaar darf und soll verantwortlich mit der Gabe, Leben schenken zu dürfen, umgehen [KKK 2368-2369, 2399]“. Die italienische Übersetzung der Frage lautet: „Può una coppia cristiana fare ricorso ai metodi anticoncezionali?“, was nur mit : „Darf ein christliches Ehepaar auf empfängnisverhütende Methoden zurückgreifen?“ wiedergegeben werden kann. Somit ist die italienische Version nicht nur mehr als zweideutig, sondern verhängnisvoll falsch, da sie nicht sofort klar und deutlich den Unterschied zwischen natürlicher Empfängnisregelung und Empfängnisverhütung hervortreten lässt. „Die Kirche achtet sorgfältig auf die Ordnung der Natur und sieht in ihr einen tiefen Sinn. Für sie ist es deshalb nicht gleichgültig, ob ein Paar die Fruchtbarkeit der Frau manipuliert oder ob es sich den natürlichen Wechsel von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen zunutze macht. Nicht umsonst heißt die -> natürliche Familienplanung natürlich: sie ist ökologisch, ganzheitlich, partnerschaftlich und gesund. Überdies gilt sie bei korrekter Anwendung sogar als effektiver als die Pille (höherer Pearl-Index). Hingegen weist die Kirche alle künstlichen Mittel der Empfängnisverhütung zurück – gemeint sind die chemischen Mittel („Pille“), die mechanischen Mittel (z.B. Kondom, Spirale etc.) und die chirurgischen Mittel (Sterilisation) -, da sie manipulativ in die ganzheitliche Einheit der Vereinigung von Mann und Frau eingreifen. Manche Mittel können sogar die Gesundheit der Frau gefährden, eine frühabtreibende Wirkung entfalten und das Liebesleben des Paares auf Dauer beeinträchtigen{…]

Bischof Ackermann und das liebe Kreuz
[…]Im Kreuz stecke doch viel mehr als im Bundesadler oder in der Symbolfigur der Justitia. „Das Kreuz ist eine existentielle Herausforderung“, sagte der Bischof. Es spreche zu den Glaubenden von der Hingabe Jesu Christi bis zu seinem Tod am Kreuz. Deshalb müsse das Kreuz unruhig machen und fordere die Gläubigen heraus auf ihre Sünden zu schauen, die sie von Gott fern halten. Dazu zähle vor allem die Angst. Besonders die Angst um sich selbst oder die Angst, zu kurz zu kommen. Bischof Ackermann lud dazu ein, diese Angst zu überwinden in der „Umkehr“, in der Erinnerung an die Güte und Freundschaft Jesu. Wenn Christen ein Kreuz tragen, dann bedeute das: „ich gehöre zu Jesus Christus“. So verstanden reiche es nicht, eine Menge Kreuze als „stumme Zeichen“ in der Landschaft zu haben. Es gelte für die Glaubenden vielmehr selbst „lebendige Zeichen des Glaubens“ zu sein, lud Bischof Ackermann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am traditionellen Bußgang vor Ostern ein.[…]

Sozialwahlen: Ohne Kirche geht da nichts!
[…]Bei der Sozialwahl, bei der eine Fünf-Prozent-Sperrklausel gilt, treten 14 Listen an. Dazu gehören neben Gewerkschaften und Mitgliedergemeinschaften der Versicherungen auch zwei christliche. Auf der einen haben sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, das Kolpingwerk und der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen zusammengetan. In ihrem Wahlaufruf heißt es: „Die Welt wackelt. Und in den Nachwirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auch ihre ethischen Fundamente. Soziale Ungerechtigkeit droht! Dagegen stehen Christen entschieden auf.“ Ferner stellt der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB) eine Liste. Er vertritt nach eigenen Angaben knapp 280.000 Beschäftigte und setzt sich für eine „christlich-soziale Ordnungspolitik“ ein. Unter anderem fordert der CGB eine abschlagsfreie gesetzliche Altersrente auch vor dem 67. Lebensjahr, wenn der Versicherte 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat. Die Vorsitzenden des Rates der EKD und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf) und Erzbischof Robert Zollitsch  (Freiburg), haben bereits Anfang Februar gemeinsam zur Beteiligung an den Sozialwahlen aufgerufen und für die Unterstützung der gemeinsamen Liste der kirchlichen Sozialverbände geworben. Die Kandidaten verfolgten das Anliegen, „die christlichen Werte in die Entscheidungen der Sozialversicherungen einzubringen und sie zu vertreten“[…]

NRW: Scientology verschafft sich über das Internet Zugang in die Kinderzimmer
[…]Scientology hat die neuen Medien für sich entdeckt. Auf Plattformen wie YouTube und Twitter, in sozialen Netzwerken von Facebook über StudiVZ und SchülerVZ, sowie in Blogs und Foren geht die Sekte mit Videos von Tarnorganisationen wie „Jugend für Menschenrechte“ oder „Sag nein zu Drogen – sag ja zum Leben“ auf Kundenfang … Laut Verfassungsschutzbericht geht Scientology ganz gezielt vor. Kinder und Jugendliche, die auf der Suche nach Materialien für ein Referat zu den Themen Drogen und Menschenrechte im Internet surfen, landen schnell auf den Seiten der Scientologen. Dort finden arglose Surfer neben professionellen Videoclips auch Infomaterial – und landen zwischen Links zu anerkannten Organisationen wie den Vereinten Nationen in einem Atemzug bei Scientology-Organisationen. Dort wird dann in Kampagnen ein positives Bild der Sekte vermittelt. Der Verein „Jugend für Menschenrechte“ fordert Surfer schnell auf, Mitglied zu werden. Gibt der Jugendliche seine Daten preis, kann ihn die Sekte direkt ansprechen. Der Verfassungsschutz warnt: Dass Scientology hinter der Kampagne steckt, steht nur im Kleingedruckten. Die Mitgliederzahl hat Scientology in NRW in jüngster Zeit auf 600 erhöht – Tendenz steigend. Verfassungsschutzpräsidentin Mathilde Koller verfolgt den Angriff auf die „Zielgruppe Kinder“ mit wachsender Sorge. Scientology verfügt aus Sicht des NRW-Verfassungsschutzes „über Strukturen mit totalitärem Anspruch“. Scientology rüstet auf: Die Sekte bemüht sich um den Kauf eines repräsentativen Gebäudes in Düsseldorf.[…]

Ex-Fußballstar Paul Breitner ist nicht stolz auf seine Verwandschaft zu Ratze Bene :-D
[…]Stimmt es, dass Sie mit Papst Benedikt XVI. verwandt sind?
Breitner: Das ist richtig. Meine Mutter ist Cousine zweiten Grades − so in dem Bereich bewegt sich das. Wie oft haben Sie ihn schon getroffen? Breitner: Ich habe ihn nicht getroffen und möchte das auch nicht. Weil? Breitner: Ich mit der Kirche überhaupt nichts zu tun habe. Ich bin kein gläubiger Mensch. Das sind Dinge, die mich überhaupt nicht interessieren. Und die Verwandtschaft − mein Gott, ich kann nix dafür[…]

Konkordatslehrstühle und Religionszugehörigkeit der Stellenbewerber
[…]Das Bayerische Verwaltungsgericht Ansbach hat in einem Eilverfahren die Wiederbesetzung einer W3-Professur für Praktische Philosophie am Institut für Philosophie an der Universität Erlangen-Nürnberg untersagt. Bei diesem Lehrstuhl handelt es sich um einen so genannten Konkordatslehrstuhl, der nach einer Vereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und dem Heiligen Stuhl (Konkordat von 1924, geändert im Jahr 1974) nur im Einvernehmen mit dem jeweiligen Diözesanbischof besetzt werden darf (Art. 3 § 5 des Konkordats) … Das Verwaltungsgericht Ansbach hat nun in einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes dem Antrag der Antragstellerin, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu untersagen, die ausgeschriebene Stelle der W3-Professur mit der ausgewählten Bewerberin zu besetzen, bis über die von ihr erhobene Klage gegen die Auswahlentscheidung entschieden worden ist, stattgegeben. Die von der Antragstellerseite erneut aufgeworfene grundsätzliche Rechtsfrage, ob Art. 3 § 5 des Konkordats mit höherrangigem Recht, insbesondere Verfassungsrecht vereinbar ist, sieht das Gericht gegenwärtig als offen an, eine vertiefte Auseinandersetzung mit dieser Problematik müsse dem Hauptsacheverfahren vorbehalten bleiben[…]

 

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