Günther Beckstein: Kirche übersieht, dass sie größer ist als Politik


Quelle: cvjm-rosenberg.de

„Modernität führt nicht zu Säkularität“
„Macht Religion Politik?“ Über die Bedeutung des Christentums für die deutsche Kultur, christliche Werte in der Politik und den wachsenden Einfluss des Islam hat der ehemalige bayerische Ministerpräsident und EKD-Synodale Günther Beckstein in Gießen gesprochen.

Pro-Medienmagazin

„Die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland ist ohne Religion nicht vorstellbar. Denn nach den Erfahrungen des dritten Reiches war das christliche Engagement und das christliche Wertesystem der Ausgangspunkt für das Grundgesetz“, erklärte Beckstein am Montagabend in Gießen.

„Es ist nicht nur so, dass die Religion die Politik beeinflusst, sondern manchmal ist es auch umgekehrt, dass Politik die Religion beeinflusst“, so Beckstein. „Es ist originär christlicher Substanz, dass es die Aufgabe aller staatlichen Macht ist, die Menschenwürde zu schützen – allerdings hat sich das Christentum durch die Aufklärung verändert.“ Aber auch im modernen Christentum sei die Menschenwürde der zentrale Inhalt der christlichen Botschaft, und zwar als Folge dessen, dass der Mensch Gottes Ebenbild sei. „Dass jeder Mensch dieselbe Würde hat, der Schwerstbehinderte wie der Olympiasieger, und dass der Bundespräsident nicht mehr Menschenwürde hat als der Landstreicher – das ist eine wunderbare Botschaft“, findet Beckstein, „und die Würde des Menschen ist oberste Aufgabe aller staatlichen Gewalt“.

Religion hat auch im säkularen Staat Bedeutung

Günther Beckstein war von 1993 bis 2007 Innenminister in Bayern. Danach war er für gut ein Jahr Ministerpräsident des Bundeslandes. In seinen Ämtern habe ihm der Gedanke, dass er nicht selbst der Allerhöchste sei, sondern dem Allerhöchsten verantwortlich, sehr geholfen. Die These „Je moderner ein Land, desto weniger Bedeutung hat die Religion“ würde zuweilen von Kirchen als Ausrede für eine sinkende Reichweite und den Anstieg von Kirchenaustritten genutzt, erklärte Beckstein. Dabei säkularisierten sich die Kirchen oft selbst. „Wenn wir sehen, dass Sekten wie Scientology an Einfluss gewinnen, oder der Dalai Lama als Popstar gefeiert wird, oder wie die Freikirchen in den USA wachsen – dann stimmt die These nicht, dass Modernität automatisch zur Säkularität führt.“

Nach seinem persönlichen Eindruck werde die evangelische Kirche häufig von der Politik beeinflusst, wo es doch eigentlich umgekehrt sein sollte, dass nämlich die Kirche größer als die Politik sei, aber auch selbst durch Stellungnahmen zu politischen Themen Einfluss nähme. Dieses Missverhältnis sei ein Ausdruck der Selbstsäkularisierung, den auch der Papst in seinen Büchern kritisiere.

„Ich habe immer versucht, als evangelischer Christ in der Politik tätig zu sein. Aber die Aufgaben sind unterschiedlich“, sagte Beckstein über seine eigene Karriere. Ein Innenminister könne nicht immer so entscheiden, wie es ein Pfarrer tun würde. Als Beispiel nannte Beckstein unter anderem eine Lehrerin, die eine schlechte Klassenarbeit auch dann mit einer schlechten Note bewerten muss, wenn sie weiß, dass das Kind dafür zu Hause verprügelt werde.

Der 1943 geborene Beckstein ist Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Über seine Arbeit dort sagte er: „Wir beschäftigen uns seit neuestem wieder mit der Frage der inneren Mission – echter missionarischer Tätigkeit. Wir hatten das als Thema der letzten Landessynode und der nächsten EKD-Synode – die Unterschiede sind spannend. Bei der Landessynode in Bayern hatten wir Ulrich Parzany als einen Spezialisten für Evangelisation zu Gast.“ Bei der Synode der EKD hingegen gebe es noch Streit, wie mit anderen Religionen umzugehen sei. Es sei vorgeschlagen worden, einen Muslim einzuladen und ihn über Dinge sprechen zu lassen, die ihn an den Christen stören. „Mein Gegenvorschlag war es, einen zum Christentum konvertierten Muslim als Redner zu nehmen, was auf empörte Ablehnung gestoßen ist“, so Beckstein. Er werde den Vorschlag aber erneut zur Abstimmung stellen.

weiterlesen

4 Comments

  1. Welche Kirche meint Herr Beckstein eigentlich?
    1.Die Kirche der anmaßenden und selbsternannten Päpste und ihre Kleriker?
    2.Die Kirche der falschen Propheten und Antichristen?
    3.Die Kirche der „geistig Blinden mit ihren Blindenleitern“,
    die zusammen mit ihren Blindenleitern in die Grube fallen
    sagt Christus?
    4.Die Kirche der Judas-Religionen, die ihre gemietete oder
    geklaute Predigtvorlagen, für den Mammon, Opfer,
    Spenden, Kollekten, biblischen Zehnten und Kirchensteuer
    verkaufen jede Woche?
    Hat doch der Sohn Gottes,JESUS CHRISTUS, seinen Jüngern geboten:UMSONST zu predigen, wie sie die Lehre Gottes und Christi, UMSONST empfangen haben“.Matthäus 10,8
    „Welch ein Betrug an Gott dem einen „Heiligen“ und Richter der Menschheit?
    „Welch eine Missachtung der Gebote Jesu Christi“!!!
    Gott wird an den Menschen, seine Verheißung und Zusage nicht erfüllen, Jetzt und in Ewigkeit,
    wenn sie nicht seine Gerechtigkeit in dem Heilsplan Gottes tun, wodurch sie IHN anerkennen als GOTT und Herrn!

    Gefällt mir

  2. Herr Beckstein sieht offenbar – wie alle Vertreter der „christlichen Leitkultur“ – nur die eine Seite der Medaille. Kein Wort über die blutige Historie des Christentums, welches sowohl die Sklaverei als auch den nicht zu leugnenden Völkermord in Südamerika und Afrika zu verantworten hat.

    Nicht zu vergessen die Rolle der kath. Kirche, die es Nazi-Verbrechern ermöglichte, nach Südamerika zu fliehen und sich so der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen.

    Einfach widerlich dieses verlogene religiotische Gesülze !

    Gefällt mir

  3. genau. und die verbrechen in jenem reich wären ohne die vorarbeit, die jahrhundertelange, systematische, auf dem christlichen wertesystem basierende anti-juden-propaganda auch nicht möglich gewesen.

    wie glücklich können wir uns doch heute schätzen, dass diese wunderbare, humane und aufrichtige religion für die gründung der brd eine so außerordentlich wichtige rolle spielt – immerhin haben die vertreter uns von ein paar der hauptverbrecher befreit und diese nach südamerika deportiert.

    danke!

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.