Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Schavan fährt auf fundamentales Frömmeln voll ab
[…]Bildungsministerin Schavan ist angetan vom selbstbewussten Religionsverständnis der Muslime. Sie erwägt, islamische Geistliche in deutschen Schulen einzusetzen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat vorgeschlagen, islamische Geistliche ähnlich wie christliche Pfarrer zum Religionsunterricht an Schulen zuzulassen. Sie könne sich vorstellen, dass Imame ebenso wie christliche Theologen mit einer halben Stelle eine „Anstellung in der Schule finden“, sagte Schavan im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ … Schavan sagte in dem Interview, sie fasziniere am Islam „die selbstbewusste Weise, die eigene Frömmigkeit zu leben“. Manche Christen würden bereits „ein Anzeichen von Fundamentalismus“ darin sehen, in der Öffentlichkeit zu beten. „Dass Muslime ihre Religion nicht meinen verstecken zu müssen“, gefalle ihr. Kritik äußerte Schavan an der Tendenz des Islam, die Religion zu politisieren.[…]

Mixas „Neuevangelisierung“ über Internet und Co ist anscheinend nicht abgesegnet
[…]Matthias Neller und Walter Mixa haben im Januar über einen gemeinsamen Bekannten, einen von Mixa geweihten Priester, Bekanntschaft geschlossen. Seitdem treffen sie sich regelmäßig, um an der Internetseite zu arbeiten. Wie das finanziert wird, will Neller nicht sagen, es handle sich um „eine Privatinitiative Mixas“. Auch zu den Inhalten schweigt er … Zu Mixas zwischenzeitlichen Plänen, mit dem Inhaber einer Selbstverteidigungssportschule auf Vortragsreise zu gehen, will er sich nicht äußern. „Ich rate dem Bischof grundsätzlich von Sachen ab, die extrem sind“, sagt er, und dass man verhindern müsse, dass Mixa instrumentalisiert werde. Der Sportschul-Inhaber steht dem evangelikalen Missionswerk Karlsruhe nahe. Auch deshalb kritisierte der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa Mixas Vorhaben im Januar: Die Mixa auferlegte Zeit des Schweigens sei noch nicht zu Ende, es handle sich um einen „beklagenswerten Fall“. Zu den neuen Plänen sagt er nichts – wie der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, in dessen Diözese Mixa lebt. Ein Sprecher verweist darauf, dass Mixa direkt dem Papst unterstellt sei. Ob Hanke über die Internetseite informiert wurde, wisse er nicht. Wie es weitergeht? Demnächst mehr auf http://www.bischof-mixa.de.[…%5D

Irritation 😀
[…]Matthias Kopp, Leiter der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz: Wir sind „mächtig irritiert“ Der Leiter der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, ist darüber offensichtlich nicht erfreut. In einem Interview mit dem Domradio meint er: „Wir sind allerdings überrascht worden und mächtig irritiert.“ Doch sei das zukünftige Engagement des emeritierten Bischofs dessen Privatsache. Von einem Mandat durch die DBK könne keine Rede sein, führte der Leiter der Pressestelle vor dem Domradio weiter aus. Man wolle die Sache auch nicht zu hoch hängen. Kopp frage sich „nur ernsthaft, ob eine Zeit des Schweigens und der Besinnung nach weniger als einem Jahr wirklich schon vorbei ist und wer eigentlich diese Zeiträume definiert.“[…]

Stasi-Spitzel war 20 Jahre lang Pfarrer
[…]Der Pfarrer hatte der Stasi jahrelang Informationen aus dem bischöflichen Generalvikariat geliefert, wie am Dienstagabend in Münster der renommierte Wissenschaftler Helmut Müller-Enbergs von der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen berichtete. Agent Neu horchte damals den Personalleiter des Vikariats und heutigen Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, aus. In drei konkreten Fällen habe Neu Gespräche mit Thissen an die Stasi übermittelt. Es sei um Polen gegangen und um Joseph Ratzinger, sagt Müller-Enbergs … Doch was interessierte den DDR-Geheimdienst überhaupt die Kirche in Münster? „Die Stasi wollte wissen, wie sich die Katholische Kirche entwickelt“, sagt Müller-Enbergs. Weil ihre Quellen im Vatikan – Agenten mit Decknamen „Antonius“ und „Lichtblick“– zu versiegen drohten, schnüffelte die Stasi in Münster. Sie hatte die Katholische und die Evangelische Studierendengemeinde im Visier. Sie überwachte einen kleinen christlichen Verlag und legte über diesen eine sogenannte „Feindobjektakte“ an. Die Stasi fing Post ab und spionierte Adressen von Spendern aus. „Das ist so schräg“, kommentiert Müller-Enbergs am Dienstagabend diesen Fall und deutet damit an, was all die Informationen tatsächlich gebracht haben: Offenbar nicht viel[…]

Klar, Papst JP II hat Wunder vollbracht
[…]Neben spannenden und bisher unbekannten Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit mit ihm ist Andreas Englisch auch einer wichtigen Frage nachgegangen: War Johannes Paul II. ein Wunderpapst? Der Papst wollte nicht, dass darüber gesprochen oder geschrieben wurde, hat allen Beteiligten auferlegt, ihre Erlebnisse für sich zu behalten. Bis jetzt hat auch Andreas Englisch das Versprechen eingehalten: Solange der Papst lebt, nichts von seinen Ermittlungen zu veröffentlichen. Erst mit der Seligsprechung sieht sich Englisch von seinem Versprechen entbunden und eröffnet nun die Ergebnisse seiner langjährigen Recherchen in Mexiko, in Saint Lucia in der Karibik, in Bosnien, in den Hochburgen der neapolitanischen Camorra und im Vatikan[…]

Geschäftemacherei mit Jesus
[…]Jerusalem (idea) – Die angebliche Entdeckung von zwei Nägeln, die bei der Kreuzigung Jesu Christi verwendet worden sein sollen, hat in der Fachwelt Kopfschütteln ausgelöst. Ein Dokumentarfilm des kanadischen Filmemachers Simcha Jacobovici soll den Fund belegen. Der Film wurde am 11. April in Jerusalem vorgestellt und soll an Ostern gesendet werden, unter anderem im israelischen Fernsehen … Nach Ansicht des Archäologen Prof. Gabriel Barkay von der Bar-Ilan-Universität (Ramat Gan bei Tel Aviv) ist weder bewiesen, dass die von Jacobovici gefundenen Nägel tatsächlich aus dem Kaiphas-Grab stammen, noch dass sie bei der Kreuzigung verwendet wurden. Der deutsche Bibel- und Israelexperte Alexander Schick (Westerland/Sylt) wies gegenüber idea darauf hin, dass die Römer zur Zeit Jesu täglich viele Menschen kreuzigen ließen, um den jüdischen Widerstand gegen die Besatzung zu brechen. Deshalb gebe es Tausende Nägel, ohne sie bestimmten Personen zuordnen zu können. In zahlreichen Gräbern habe man Nägel gefunden. Schick hält Jacobovicis Film für „absoluten Blödsinn“ und „reine Geschäftemacherei“[…]

Saarland: politischer Streit über Zahlungen an Missbrauchsopfer der kath. Kirche
[…]Diskutiert wurde der Antrag der Linkspartei für eine „angemessenere Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche“. Dazu fordert die Linke von der Deutschen Bischofskonferenz Zahlungen nach dem Vorbild der österreichischen Unabhängigen Opferschutzkommission, die in „schweren Fällen“ bis zu 25.000 Euro betragen sollen. Ein Antrag, den alle übrigen Landtagsparteien rundherum ablehnten. Weil Missbrauchsfälle nicht nur auf das Umfeld der katholischen Kirche reduziert werden dürften und eine Einteilung von schweren und minder schweren Fällen „beleidigend für die Opfer“ sei, wie es einhellig hieß.[…]

Würzburg: Kirche übernimmt Gymnasium, bisherige Schüler werden kostenlos indoktriniert
[…]Zum Schuljahr 2011/2012 können schon die ersten drei Eingangsklassen gefüllt werden. Das wären etwa 80 Schüler, die dann im künftigen Evangelischen Gymnasium Würzburg nach christlichen Werten erzogen werden. Die Höhe des Schulgeldes des privaten Lehrinstitutes ist nun auch bekannt: 75 Euro im Monat kostet der Besuch. Nur die Neuen müssen selbst zahlen, für die bisherigen Schüler des Moz-Schönborn – sie wären bis 2018 ins Gymnasium im Frauenland gegangen – übernimmt die Stadt das Schulgeld[…]

Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken Berlin: Wer neuer Erzbischof werden soll
[…]Der Diözesanrat hat sich unlängst auf der Basis der katholischen Soziallehre für die Belange des Berliner Wassertisches und den Wasser-Volksentscheid eingesetzt. In vielen anderen Bereichen bürgerschaftlichen Engagements ist dies ebenfalls möglich. Das bedeutet nicht Preisgabe katholischer Positionen. Im Gegenteil, wir bringen sie in den politischen Diskurs ein. „Je mehr ein Mensch in Gott verwurzelt ist, desto politischer ist er“, sagt der Wiener Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner. Ich hoffe auf einen Bischof, der ganz in diesem Sinne nicht frömmelnd, sondern fromm ist. Die Zeit der Volkskirche ist vorbei. In Berlin wie im gesamten Osten Deutschlands war die Katholische Kirche ohnehin immer in der Diaspora. Das Wort Jesu vom „Salz der Erde“, das die Christen sein sollen, zielt nicht auf die große Masse ab. Salz der Erde, das können durchaus wenige sein, wenn sie nur – entsprechend dem Motto des Kölner Kirchentags von 2007 – „lebendig und kräftig und schärfer“ sind. Der Blick nach draußen, über den eigenen Kirchturm hinaus, könnte zudem den Gemeinden helfen, die lähmende Selbstbespiegelung in Folge der notwendigen Strukturreformen zu überwinden. Der neue Erzbischof von Berlin sollte die „kleine Herde“ sammeln und auf diesem Weg mitnehmen und begeistern[…]

Caritas: Ach wie gütig …
[…]Limburg (epd). Der Streit zwischen einer Altenpflegerin und ihrem ehemaligen Arbeitgeber, dem Caritasverband Limburg, ist gütlich beigelegt worden. Ihr früherer Arbeitgeber habe ihr eine Abfindung gezahlt und sich bereiterklärt, die fristlose in eine ordentliche Kündigung umzuwandeln, teilte die 29-jährige geschiedene Mutter zweier Kinder am 12. April in Limburg dem epd mit. „Das war mir wichtiger als die Abfindung.“ Der Fall der Altenpflegerin hatte landesweit für Aufsehen gesorgt. Weil sie aus der katholischen Kirche aus- und in die evangelische Kirche eingetreten und dazu noch ihren evangelischen Lebenspartner geheiratet hatte, erhielt sie vom Caritasverband Limburg die fristlose Kündigung. Dagegen klagte sie vor dem Limburger Arbeitsgericht. Dort scheiterte die Güteverhandlung im Januar dieses Jahres am Widerstand des Verbandes, der einen Vergleich ablehnte. Mit der gütlichen Einigung ist der bereits anberaumte Kammertermin im Mai hinfällig[…]

 

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