Abtreibungsgegner heute radikaler denn je – die „Gehsteigschwalben“ und ihr Schikane


Quelle: hpd.de

Comeback der Abtreibungsgegner – Wie Frauen in Not drangsaliert werden Sie nennen sich Lebensschützer und sollen Frauen als Mörderinnen beschimpft haben, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Seit Jahren schikanieren sie einen Münchner Frauenarzt und bedrängen Frauen in Notlagen mit Bildern abgetriebener Föten. Nach langer Untätigkeit will die Stadt München diese Vorgänge unterbinden – allerdings erst, nachdem KONTRASTE die Behörden aufschreckte.

Von Ursel Sieber und Tom FugmannRBB online/KONTRASTE

Das haben wir nicht für möglich gehalten: Im Jahr 2011, lange nach der Debatte um den Paragrafen 218, sind in Deutschland die Abtreibungsgegner wieder da. Und ihre Radikalität im Auftreten nimmt zu. So wie hier, bei diesem bizarren Spektakel am 14. März in Münster. Abtreibungsgegner versammeln sich zu einem sogenannten Gebetszug für das Leben. Die weißen Kreuze, die sie mit sich führen, sollen „abgetriebene Kinder“ symbolisieren. Sie schrecken auch vor absurden historischen Vergleichen nicht zurück.

Abtreibungsgegner
„Es ist ein zweiter Holocaust eigentlich.“
Abtreibungsgegner
„Es ist fürchterlich, es ist das Schlimmste, was wir tun. Das ist schlimmer als ein Krieg.“

Doch es bleibt nicht nur bei Demonstrationen, sie gehen auch aggressiv gegen schwangere Frauen und gegen Ärzte vor. Ursel Sieber und Tom Fugmann.

Dienstagnachmittag vor einer Arztpraxis in München. Zwei Frauen vor einer Hofeinfahrt. Eine betet, die andere spricht Frauen an, überreicht Flyer und Broschüren.

Doch was harmlos scheint, verletzt viele der angesprochenen Frauen zutiefst: Die beiden sind radikale Abtreibungsgegnerinnen und bedrängen Schwangere in einer schweren Notlage – mitten auf der Straße.

Gehsteigberaterin
„Darf ich Dir das mitgeben? Schau, das ist Hilfe für Dich. Wirklich.“
Gehsteigberaterin
„Es gibt so viele, die bereuen das ihr Leben lang. Wirklich.“
Gehsteigberaterin
„Sie können noch rauskommen.“
Gehsteigberaterin
„Überlege es Dir noch mal. Du wärst so eine schöne Mutter.“
Gehsteigberaterin
„Aber vergiss Dein Baby nicht.“

Wir wollen wissen, was diese Ansprache für die Frauen bedeutet. Viele wollen nur schnell weg, nur eine spricht mit uns.

KONTRASTE
„Wie empfinden Sie das?“
Frau
„Unnötig. Absolut unnötig. Ich denke, jede Frau, die die Entscheidung trifft, trifft sie überlegt.“

Mehrmals pro Woche sind diese Abtreibungsgegnerinnen unterwegs – zwei von vielen. Gehsteigberater nennen sie sich. Sie sind extra darin geschult, Frauen von einem Schwangerschaftsabbruch abzubringen.

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Das Video zur Sendung  HIER 

1 Comment

  1. Immer langsam. Das war eine friedliche Demonstration. Es wurden keine Fensterscheiben und keine Autos zertrümmert, es wurde nichts zerstört und keine Passsnten wurden angepöbelt, sondern sie haben ihre Botschaft friedlich aber eindringlich vorgetragen. Das sah bei den Loveparades ganz anders aus.

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