Kirchenprotest: Jesus ohne Eier

Manchem Christen vergeht das Lachen, wenn aus dem Osterfest ein Hasefest gemacht wird.Foto: dapd

Kurz vor Ostern ist es in der katholischen Kirche in Bonn mit dem Frieden vorbei. Stadtdechant Wilfried Schumacher hat zum Protest gegen die Buchhandelskette Thalia aufgerufen. Grund: Das Hagener Unternehmen habe das Osterfest in „Hasenfest“ umbenannt.

Von Rolf HansmannDERWESTEN

Monsignore Wilfried Schumacher muss ein Rheinländer durch und durch sein. Er ist in Bonn-Endenich geboren, hat in der ehemaligen Bundeshauptstadt studiert, war in Düsseldorf Hochschulpfarrer und liebt nach Aussage auf seiner Homepage kulinarische Genüsse („Mein Hobby: Kochen, wenn ich die Zeit dafür habe“). Beim Thema Ostern legt er derzeit jeglichen Anschein ab, eine rheinische Frohnatur zu sein. Zu sehr ist ihm die Thalia-Werbung auf den Magen geschlagen, die die „spannendsten Geschenke fürs Hasenfest“, oder „Aller-Ei zum Hasenfest“ anpreist.

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Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

Quelle: bruedergemeinde.de

SPD-Chef Gabriel und seine Bigotterie
[…]Berlin (idea) – Dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel bedeutet die Osterzeit „mehr als die säkulare Freude auf einige Tage ohne Politik“.
Für Christen verbinde sich mit der Auferstehung Christi eine enorme Hoffnung, sagte der evangelische Spitzenpolitiker der Zeitung „Welt am Sonntag“. Gabriel: „Ich jedenfalls freue mich auch auf den Besuch des Gottesdienstes an Ostern. Das Herz wird leichter im Frühling – auch wegen der erneuerten Osterbotschaft.“[…]

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Europa das Reich der neuen Rechtspopulisten?

Quelle: derstandard.at

Finnland: Die „Wahren Finnen“:

FAZ.net: Mit ihrer Protest-Agenda haben es die „Wahren Finnen“ in den Kreis der vier großen Parteien Finnlands geschafft. Es ist ein Sieg des Timo Soini. Ein Sieg des Populisten. Große Verliererin der Wahl ist Ministerpräsidentin Kiviniemi …

… Gegen Homo-Ehe und Abtreibung
Die Umfragewerte für die populistische Partei waren in den vergangenen Monaten stets gut, doch das Wahlergebnis ist noch besser: Mit 19 Prozent der Stimmen konnten die „Wahren Finnen“ ihr Ergebnis von der letzten Parlamentswahl fast verfünffachen, nur knapp liegen sie hinter der Sammlungspartei und den Sozialdemokraten. Die Zentrumspartei der Ministerpräsidentin Mari Kiviniemi überholten sie deutlich. Nach nur zehn Monaten im Amt muss sie die Villa des Ministerpräsidenten wieder verlassen, auch der Absturz ihrer Partei verdient sich die Einordnung „historisch“. Im Wahlkampf hatten sich die „Wahren Finnen“ als Protestpartei geriert, als Alternative zu den „Etablierten“.

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Facebook: Einfache amerikanische Prüderie – Zensur

L´Origine du monde („Der Ursprung der Welt“) Gustave Courbet, 1866 Öl auf Leinwand, 46 cm × 55 cm Musée d´Orsay, wikipedia

Dialektik der Aufklärung: Facebook sperrt Seiten, die Gustave Courbets „L’Origine du Monde“ zeigen

Von Alan PosenerWELT ONLINE

Als Gustave Courbet 1866 für den türkischen Diplomaten Khalil Bey das Bild „L’Origine du Monde“ (der Ursprung der Welt) malte, war es sofort ein Skandalon. Fast anderthalb Jahrhunderte später ist der Akt für Facebook immer noch ein Ärgernis. Benutzer, die das Bild ins Netz gestellt hatten, mussten feststellen, dass die Zensoren des sozialen Netwerks ihre Seiten unzugänglich gemacht hatten. Facebook, das unentbehrliche Kommunikationsmittel der Jasmin-Revolution in der arabischen Welt, wolle „dem Internet eine Art Scharia aufzwingen“, schimpft einer der Betroffenen, der französische Schriftsteller Luc Wouters. Andere französische Medien beschwören Europas Mittelalter und kritisieren den „digitalen Obskurantismus“. Doch weder der Islam noch die Kirche motiviert Facebook, sondern schlichte amerikanische Prüderie.

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In Mainz gibt es einen kollektiven Kirchenaustritt

Nichts wie raus aus der Kirche? DPA (ARCHIVBILD)

Endlich raus? Kollektiver Kirchenaustritt geplant
Mainz – Am Donnerstag – einen Tag vor Karfreitag – soll es eng werden im Mainzer Standesamt.

Von Alexandra SchröderRhein-Zeitung

Über Facebook haben sich mehr als 70 Personen (Stand: Montagmorgen) zu einem kollektiven Kirchenaustritt verabredet. Mit der Aktion wollen die Organisatoren ein Zeichen „gegen die Missstände in der Kirche“ setzen. Wer David Häußer, einer der Organisatoren, nach seinen Gründen fragt, der wird schon fast erschlagen mit Argumenten. Ganz klar sei, dass die Kirche nicht die liebevolle, moralische Institution sei, als die sie „sich verkauft“. Die im vergangenen Jahr aufgedeckten Missbrauchsfälle sind für ihn nur ein Beispiel. Auch die Verwendung der Kirchensteuer ärgert ihn: „Oft wird ja darauf verwiesen, dass die Kirche damit soziale Aufgaben erfüllt, aber laut Giordano-Bruno-Stiftung gilt das nur für 10 Prozent der Steuern. 90 Prozent sind für innerkirchliche Zwecke.“

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Wie man Missbrauch wegdefiniert

Domprobst Stefan Dybowsk, Foto: Badische Zeitung

1997 wurde Stefan Brand in Berlin von seinem Kaplan missbraucht. Erst schwieg das Ordinariat, dann erfand es eigene Altersgrenzen. Das Opfer bleibt bis heute allein.

Von Roland PichlerBadische Zeitung

Auf dem Küchentisch liegen drei Notizbücher mit kartoniertem Einband. Akribisch hat Stefan Brand (Name geändert) Briefe verkleinert und auf die leeren Seiten geklebt. Immer wieder blättert er durch die Bücher, in denen der Schriftwechsel mit den Kirchenoberen und Seelsorgern festgehalten ist. Es ist der Versuch, Ordnung zu schaffen in einer Zeit, in der es in Brands Leben drunter und drüber geht. Die Aufzeichnungen lassen nur erahnen, was Brand, seine Frau und die beiden kleinen Kinder in den vergangenen drei Monaten durchgemacht haben.

Bis zu dem Sonntag im Januar 2011 führen sie ein normales, unbeschwertes Familienleben. Brand wohnt in einer hessischen Stadt, arbeitet bei einer großen Bank und verbringt die Freizeit mit seiner Familie. Doch das Wochenende im Januar markiert einen Einschnitt. An diesem Tag erhält er eine E-Mail seiner Mutter, in der sie ihm mitteilt, dass ihr die früheren Vorfälle keine Ruhe lassen. Nachdem immer mehr Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt werden, bricht die Mutter ihr Schweigen, und die Erlebnisse aus dem Jahr 1997 werden schlagartig lebendig.

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Missionieren aus der Mode?

Wer ist Gott, dessen Name hier auf der Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in München verewigt ist? Und wie kann in postmoderner Zeit noch über ihn diskutiert werden?... - Foto: dpa

Karfreitagsbitte? Ist out. Dialog der Religionen? Ein heikles Thema, angesichts der noch immer aufrecht erhaltenen Wahrheitsansprüche monotheistischer Religionen. Für den pluralistischen Kontinent Europa entpuppt sich die Religionsfreiheit zunehmend als Problem.

Von Thomas LackmannDer Tagespiegel

Die Auftaktveranstaltung zum „Berliner Dialog der Religionen“ im Januar fand unter einem 3,60 mal 6,15 Meter großen Historiengemälde statt. Es zeigt protestantisch-unierte, anglikanische, katholische, serbisch-, russisch-, rumänisch- und griechisch-orthodoxe sowie muslimische Politiker und einen als Juden geborenen Premier beim Abschluss einer vierwöchigen Sicherheitstagung. Allerdings sollte dieses Bild von 1881 kein Programm für den Religionsdialog im Roten Rathaus vorgeben; hatte doch während des Berliner Kongresses, den es verewigt, der deutsche Reichskanzler muslimische Diplomaten gelegentlich in provokativer Herablassung mit Pickelhaube empfangen.

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EKD kritisiert Humanistische Union: Zahlungsstopp

Wieder einmal in der Kritik: die Kirchenfinanzen. Foto: iStockphoto

Die Humanistische Union hat errechnet, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg Staatsleistungen in Milliardenhöhe erhielt und fordert einen Zahlungsstopp – sehr zum Ärger unter anderem von Thomas Begrich, Finanzchef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

evangelisch.de

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben nach Berechnungen der Humanistischen Union seit 1949 Staatsleistungen in Höhe von knapp 14 Milliarden Euro bekommen. Pro Jahr erhielten die evangelische und katholische Kirche von den Bundesländern derzeit rund 460 Millionen Euro, teilte die Humanistische Union am Montag in Berlin mit. Sie legte zugleich einen Gesetzentwurf vor, in dem alle Ansprüche auf Staatsleistungen für abgelöst erklärt werden sollen.

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