Kirchenprotest: Jesus ohne Eier


Manchem Christen vergeht das Lachen, wenn aus dem Osterfest ein Hasefest gemacht wird.Foto: dapd

Kurz vor Ostern ist es in der katholischen Kirche in Bonn mit dem Frieden vorbei. Stadtdechant Wilfried Schumacher hat zum Protest gegen die Buchhandelskette Thalia aufgerufen. Grund: Das Hagener Unternehmen habe das Osterfest in „Hasenfest“ umbenannt.

Von Rolf HansmannDERWESTEN

Monsignore Wilfried Schumacher muss ein Rheinländer durch und durch sein. Er ist in Bonn-Endenich geboren, hat in der ehemaligen Bundeshauptstadt studiert, war in Düsseldorf Hochschulpfarrer und liebt nach Aussage auf seiner Homepage kulinarische Genüsse („Mein Hobby: Kochen, wenn ich die Zeit dafür habe“). Beim Thema Ostern legt er derzeit jeglichen Anschein ab, eine rheinische Frohnatur zu sein. Zu sehr ist ihm die Thalia-Werbung auf den Magen geschlagen, die die „spannendsten Geschenke fürs Hasenfest“, oder „Aller-Ei zum Hasenfest“ anpreist.

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3 Comments

  1. Wie ich schon in einem anderen Blogbeitrag in einem Kommentar erwähnt habe, konnte ich in der Bibel auch nicht den kleinsten Hinweis auf einen Osterhasen finden ! Es muß also doch ein heidnisches Fest sein, welches die Katholen und die Evangelioten alljährlich feiern. Haben die denn diesen Widerspruch noch nicht bemerkt ?

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  2. Bonner Monsignore auf Hasenhatz

    Ob uns der Bonner Stadtdechant vielleicht nur zeigen will, wie er das göttliche Gebot „Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben“ im Frühling 2011 versteht?

    ….Oder erleben wir Rheinländer – wie im 16. Jahrhundert – einen erneuten „religiösen Bildersturm“ – damals vor allem gegen Katholische Kirchen …. aber diesmal Katholiken gegen Osterhasen?

    …oder kommt beim Monsignore eine heute noch verbreitete Sexualfeindlichkeit zum Vorschein…denn der Hase als „unkeusches“ Tier…wird ja volkstümlich auch Rammler genannt.. 😉

    Übrigens ist freie Meinungsäußerung etwas ganz anderes als ein Aufruf seiner Anhänger zum wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Boykott. Als leitender  Vertreter einer Körperschaft des Öffentlichen Rechts hätte Monsignore  die Kirche besser im Dorf gelassen. Obwohl er beteuert er wolle doch nur „Flagge zeigen“, hat seine Aktion das Geschmäckle des berüchtigten „Aufrufs zum Kaufboykott gegen jüdischen Geschäftsleute vor mehr als 70 Jahren“, wobei der Monsignore mit „Facebook“ heute ein viel wirksameres Mittel zur Hand hat, als die Propagandisten der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

    Wenn Monsignore seinen Borromäus-Verein an Ostern hasenfrei halten will steht ihm das völlig frei. Auch konfessionelle Buchhandlungen können ihre erbaulichen Schriften hasenfrei halten. Aber den Übergriff des Monsignore auf das deutsche Verlagswesen ist alarmierend und riecht nach Zensur…

    Nun hat die katholische Kirche heuer sicher andere Probleme als den Osterhasen bei der „Thalia“ Buchhandlung. Aber vielleicht will Monsignore – getreu seinem Kölner Chef Meisner – eben weitere aufgeklärte Kirchenmitglieder vergraulen. 

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