Missionieren aus der Mode?


Wer ist Gott, dessen Name hier auf der Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in München verewigt ist? Und wie kann in postmoderner Zeit noch über ihn diskutiert werden?... - Foto: dpa

Karfreitagsbitte? Ist out. Dialog der Religionen? Ein heikles Thema, angesichts der noch immer aufrecht erhaltenen Wahrheitsansprüche monotheistischer Religionen. Für den pluralistischen Kontinent Europa entpuppt sich die Religionsfreiheit zunehmend als Problem.

Von Thomas LackmannDer Tagespiegel

Die Auftaktveranstaltung zum „Berliner Dialog der Religionen“ im Januar fand unter einem 3,60 mal 6,15 Meter großen Historiengemälde statt. Es zeigt protestantisch-unierte, anglikanische, katholische, serbisch-, russisch-, rumänisch- und griechisch-orthodoxe sowie muslimische Politiker und einen als Juden geborenen Premier beim Abschluss einer vierwöchigen Sicherheitstagung. Allerdings sollte dieses Bild von 1881 kein Programm für den Religionsdialog im Roten Rathaus vorgeben; hatte doch während des Berliner Kongresses, den es verewigt, der deutsche Reichskanzler muslimische Diplomaten gelegentlich in provokativer Herablassung mit Pickelhaube empfangen.

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1 Comment

  1. Es ist historisch belegt – und wird auch von keiner Seite bestritten -, dass Missionare eine vorrangige Mitverantwortung an der Tatsache tragen, dass ganze Völker und Stämme ausgerottet oder ihrer kulturellen Identität beraubt wurden. So geschehen in Südamerika und in Afrika.

    Es gibt keine wohlmeinende, selbstlose Form des Missionierens. Das Missionieren verfolgt nun mal stets das Ziel, den Menschen, die eigene Religion zu „verkaufen“, die dazu angetan ist, andere Kulturen und Religionen zu verdrängen und zu ersetzen. Dahinter steht der dominierende Gedanke, die Machtposition der von den Missionaren vertretenen Kirche oder Sekte zu stärken. Welchen anderen Zweck sollte das Missionsgeschäft denn sonst verfolgen ? Etwa die Nächstenliebe ? Das ist bestenfalls nur ein leicht zu durchschauender Vorwand.

    Mein Mitleid mit den vor kurzen im Jemen ermordeten Missionarinnen hält sich daher in engen Grenzen. Letztlich sind diese beiden jungen, wohlmeinenden jungen Menschen auch nur Opfer ihrer „Vorgesetzten“ geworden, die sie in dieses Land entsandt haben. Somit tragen deren „Vorgesetzte“ die Verantwortung für den Tod dieser beiden jungen Menschen. Weshalb läßt man denn nicht jeden Menschen auf der Welt nach seiner Fasson selig werden ? Missionare haben zu keinem Zeitpunkt die Welt zum Guten verändert. Das Gegenteil trifft zu, wie die Geschichte der Menscheit bis in die heutige Zeit nachdrücklich beweist !

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