Atheismus wertlos?


Zukunft der Religionen?

Immer weniger Menschen bezeichnen sich als gläubig – doch was gibt einer Gesellschaft Halt, wenn der Einfluss der Religion sinkt? Der Atheismus kann es nicht. Studien zeigen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt gerade von religiös geprägten Menschen gelebt wird.

Von Andreas PüttmannThe European

„Wer in Christus ist, ist eine neue Schöpfung“, schreibt Paulus (2. Kor 5,17). Aber was wird davon heute sichtbar, spürbar? Denken, fühlen, leben Christen wirklich anders? 2006 fragte Allensbach: „Wird man durch den Glauben, wenn man ihn ernst nimmt, ein besserer Mensch, oder würden Sie das nicht sagen?“ Im Westen Deutschlands zeigte sich eine knappe Mehrheit (44 zu 42 Prozent) von der moralischen Kraft des Glaubens überzeugt, im Osten jeder Vierte. Jedenfalls sprechen viele Menschen der Religion eine Schlüsselrolle für die Wertorientierung zu. Gregor Gysi bekannte sogar: „Auch als Nichtgläubiger fürchte ich eine gottlose Gesellschaft.“ Und Joschka Fischer schrieb 1992, eine „Ethik ohne religiöse Fundierung“ scheine „einfach nicht zu funktionieren“.

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1 Comment

  1. Püttmanns Mission ist es, die (christliche) Religion – gemeint sind wohl vor allem: ihre Privilegierung – nicht dadurch zu rechtfertigen, dass sie wahr wäre, sondern dass sie für die Gesellschaft unverzichtbar sei. Er hat dazu vor einiger Zeit das Buch „Gesellschaft ohne Gott“ veröffentlicht, welches ich komplett durchgelesen habe.

    Symptomatisch für Püttmanns Argumentation ist der Satz aus dem oben zitierten Artikel „Auch die Vorbehalte gegen Abtreibung, Euthanasie oder embryonale Stammzellforschung schmelzen mit zunehmender Kirchenferne wie Schnee unter der Sonne.“ – Püttmann macht seine eigenen, kirchlich geprägten Vorstellungen zum Maßstab und argumentiert dann, dass nur die Kirchen diese gewährleisten könnten.

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