Klerikale Anmaßung zu Ostern: Klerus droht Politikern


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Politikern die Leviten gelesen
Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche haben zu Ostern Politikern die Leviten gelesen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch verlangte eine neue Solidarität auch im politischen Leben.

FOCUS-online

Zu Ostern haben Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche den Politikern die Leviten gelesen. Vor Tausenden von Gläubigen mahnten die Kirchenvertreter, Lehren aus der Atomkatastrophe in Japan zu ziehen und sich für gerechten Frieden in Libyen, Syrien und Ägypten einzusetzen. Gentests an künstlich erzeugten Embryos dürften keinesfalls der Auswahl zwischen „wertvollem“ und „unwertem“ Leben dienen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch verlangte, statt einer „Haltung des Murrens“ müsse eine neue Solidarität auch auf das politische Leben überspringen. „Visionen werden selten umgesetzt, wenn sich Milieus, Parteien und Glaubensgemeinschaften in sich verkapseln“, mahnte Zollitsch. Dies gelte auch angesichts der Reaktorkatastrophe von Fukushima „mehr denn je, überall in unserer Gesellschaft“.

Auch der Mainzer Kardinal Karl Lehmann rief die Menschen zu mehr Solidarität auf. „Der Glaube, der aus der Auferstehung kommt“, lasse uns „eine neue Solidarität entdecken, die unsere Welt ganz dringen braucht“, sagte Lehmann. Die Menschen hätten aber oft Angst, „grundlegend solidarisch zu sein mit Bedrängten in aller Welt“.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen kritisierte die Präimplantationsdiagnostik (PID) scharf, mit der menschliche Embryonen auf genetische Fehler untersucht werden. „Es geht um die Tendenz einer Gesellschaft, die sich anschickt, nicht nur nach den Schwächen eines Menschen zu fahnden, sondern nach den Schwachen, um sie auszusondern“, sagte Algermissen.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erinnerte an die Opfer der politischen Unruhen in Libyen und Syrien. Man werde „stumm“, wenn Menschen gewaltsam Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden vorenthalten werde.

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3 Comments

  1. @bettina:

    Es mag sein, dass es das Recht der Kirche – womöglich deren Pflicht – ist, die Politiker daran zu erinnern, ihren „Obliegenheiten“ nachzukommen.

    Sobald sie aber anfangen, den Politikern zu erklären, was ihre Obliegenheiten eigentlich sind oder sein sollten, wird es komisch; man sollte das unterbinden.

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  2. Das finde ich nur gerecht. Weder die ev. nocht die kath. Kirche kann an die Politiker durchsetzbare Ansprüche stellen. Aber sie aufzufordern, ihren Obliegenheiten nachzukommen ist ebenso notwendig, wie es notwendig ist, seitens der Presse Kirchenvertreter an ihre Pflichten gegenüber der Jugend zu erinnern und Mißbrauchsfälle aufzudecken, anstatt sie unter den Teppich zu kehren.

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  3. Unsere Politreliogioten nehmen sich das sicherlich zu Herzen. Manche zumindest. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass manch egozentrischer, machtgeiler Politiker sich über diese öffentliche Maßregelung ärgert. Das betrifft jene, die nur vorgeben zu glauben, in Wirklichkeit aber nur dem Klerus nach dem Maul reden. Absolut kotzhaft wie sich Poilitik und Klerus gegenseitig am Leben halten. Aus diesem Grunde braucht man willige dumme Schafe, die diese Politreligioten immer wieder wählen.

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