Interessant heißt nicht relevant


Achtung, Kamera. Ende März kannte der Pastor Terry Jones kein Halten mehr und führte seine Idee aus, den Koran in Florida öffentlich zu verbrennen. Wenn nicht ein Praktikant davon berichtet hätte, hätte die Welt von der Aktion aber wohl nicht erfahren. Foto: AFP

Koran-Verbrennung, Missbrauch, Sarrazin: Medien können der falschen Sensation den Sauerstoff entziehen.

Von Caroline FetscherDer Tagesspiegel

Obskur, sektiererisch, fanatisch. So wurde jener Pastor charakterisiert, der seine Mission in einem kleinen Provinznest im US-Bundesstaat Florida darin sah, ein Exemplar des Koran, des heiligen Buchs der Muslime, zu verbrennen. Seine Tat kündigte der Pastor Anfang September 2010 öffentlich an, und weil sie so obskur, sektiererisch und fanatisch klang, stürzten die Medien sich auf Mann und Mission, als gelte es, ein wichtiges Weltereignis zu dokumentieren. In Gainesville, Florida, drängte sich die Meute mit Mikrophonen und Kameras, aus dem Inland, aus dem Ausland reisten sie an, um über den Skandalkleriker Terry Jones und seine winzige Gemeinde zu berichten, alle, ganz offensichtlich, in Erwartung der züngelnden Flammen.

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