Evangelikales Züchtigungs-Buch «Rute nicht zu schonen» ist wieder Thema


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Buch rät zur Züchtigung von Kindern
Ein evangelikaler Erziehungsratgeber rät Eltern, die «Rute nicht zu schonen». Das Buch wird in freikirchlichen Kursen zur Lektüre empfohlen.

von Cécile Blaser20min.ch

Kinderschutz Schweiz und die Fachstelle für Sektenfragen Infosekta kritisieren das Buch scharf: In «Eltern – Hirten der Herzen» rufe der Autor Tedd Tripp Eltern dazu auf, die «Rute» zu nutzen, um ihnen christliche Werte zu vermitteln. Tripp: «Das Problem des Kindes ist, dass es ein Sünder ist.» Eine Erziehungsphilosophie, die Kindern grossen Schaden zufügen könne, ist Susanne Schaaf von Infosekta überzeugt: «Unter dem Deckmantel der Bibel werden Eltern in diesem Buch geradezu ermutigt, Kleinkinder und Kinder körperlich zu züchtigen.» Das Buch ziele bewusst darauf hin, den Willen des Kindes zu brechen. «Das hat nichts mit christlicher Erziehung zu tun, sondern ist eine Anleitung zur Kindesmisshandlung», sagt auch Kathie Wiederkehr, Geschäftsleiterin der Stiftung Kinderschutz Schweiz. Die beiden Organisationen kritisieren, dass verschiedene Freikirchen das Buch in Kursen verwenden und zur Lektüre empfehlen.

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Und hier die Gründe eines bibeltreu erzogenen Mannes für den Einsatz der Rute: Wer die Rute zurückhält, hasst seinen Sohn; Aber wer ihn liebt, sucht ihn heim mit Züchtigung (13:24)

[…] Warum braucht man die Rute?

Die meisten Psychologen unserer Tage scheinen die Rute als ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu betrachten: als ein abschreckendes, ein primitives Mittel zur Steuerung des kindlichen Verhaltens, das dank des heute umfangreicheren Wissens über das menschliche Verhalten längst veraltet ist. Einfach ausgedrückt, sind wir über ein solch primitives Mittel zur Beeinflussung unserer Kinder inzwischen doch hinausgewachsen. Für den modernen Geist ist die Rute wirklich ‚eine Kostprobe aus dem Urwald’. Wie kommt es dann, dass das Buch der Sprüche so viel von der Rute spricht und Eltern anweist, bei der Kindererziehung von ihr Gebrauch zu machen? Dafür kann man eine Reihe von Gründen in den Sprüchen selbst und an anderen Stellen der Bibel finden.

1. DIE BIBEL FORDERT DEN GEBRAUCH DER RUTE, WEIL WIR VON SELBST NICHT VON IHR GEBRAUCH MACHEN WÜRDEN. Die Sprüche gehen gleichermaßen von der Sündigkeit der Eltern wie von der der Kinder aus. Daher werden Eltern in den Sprüchen aufgefordert, die Rute zur Zurechtweisung eizusetzen – einfach deshalb, weil wir sonst nicht dazu geneigt wären, das zu tun. Das ist aus einer ganzen Reihe von Gründen so:

Manche Eltern versäumen es aufgrund ihrer eigenen Erziehung, die Rute zu gebrauchen. Einige von diesen mögen in einem Elternhaus aufgewachsen sein, in dem sie selbst nicht geschlagen wurden. Und meistens neigen wir dazu, unsere Kinder so aufzuziehen, wie wir selbst aufgewachsen sind (vgl. Spr 4:3-4). Unsere früheren Erfahrungen müssen wir aber immer im Lichte der Schriften beurteilen. Natürlich sollten wir das bewahren, was gut und gottgemäß ist, aber wir sollten auch erkennen, welche Bestandteile unserer Erziehung falsch waren.

Schlimmer noch ist es, wenn Eltern in einer Familie aufgewachsen sind, in der die ‚Rute’ ein Werkzeug in der Hand eines wütenden Vaters war, der nicht zwischen Züchtigung und Kindesmisshandlung unterscheiden konnte oder wollte. Leider gibt es Menschen, die die Bibel dazu benutzen, um ihre Grausamkeit Kindern gegenüber zu rechtfertigen. Kindesmisshandlung aber wird nirgendwo in den Sprüchen sanktioniert.

Im Unterschied zu Psychologen wie Dr. Ruble gehen die Sprüche davon aus, dass die meisten Eltern von sich aus gar nicht züchtigen würden. In diesem Fall müssen Eltern dazu angehalten werden, Gebrauch von der Rute zu machen. Manche Psychologen gehen andererseits davon aus, dass der, der von der ‚Rute’ Gebrauch macht, ‚Schläge unter seinen Kindern austeilt’. Schlagen wird als eine Form der elterlichen Aggression angesehen, als ein Rückzug auf primitive Neigungen. Die Psychologie tendiert daher dazu, das Schlagen zu verbieten; denn sie geht davon aus, dass Jeder, der die Rute gebraucht, das auf die falsche Art und aus den falschen Gründen tut. Das ist aber eine unzulässige Verallgemeinerung. Wenn einige Eltern die Rute zur Misshandlung ihrer Kinder missbrauchen, so bedeutet das noch nicht, dass die Rute generell schlecht wäre. Sündigkeit kann sich in einigen Fällen so äußern, dass Eltern ihre Kinder misshandeln – aber viel öfter noch tritt Sündigkeit nach den Sprüchen in der Form auf, dass Eltern es ganz vermeiden, ihre Kinder zurechtzuweisen oder zu züchtigen.

Etliche Gründe für eine Zurückhaltung der Rute haben andererseits nichts mit unserem Elternhaus zu tun. Einer der Hauptgründe, warum wir es versäumen unsere Kinder zu züchtigen, liegt meiner Meinung nach in unserer Trägheit. Wir können es nicht leugnen: Unsere Kinder zeigen sich nie dann ungehorsam, wenn man sie leicht züchtigen könnte. Eher schon passiert das mitten in einem Football-Spiel der Dallas Cowboys. Und wer will schon aufstehen und einem Kind eine Tracht Prügel verabreichen, wenn beim dritten Down nur noch ein Yard bis zur gegnerischen Zwei-Yard-Linie fehlt? Oder wer ist schon begierig darauf, sein Kind im Gang eines Supermarktes zu schlagen, wo er Aller Augen auf sich gerichtet fühlt? Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist meine Trägheit schon ein Hauptgrund dafür, dass ich meine Kinder nicht so oft schlage, wie ich es eigentlich tun müsste – ich bringe einfach die Energie nicht auf für etwas, das ich eigentlich nicht gerne tue.

Ein weiterer Grund dafür, dass Eltern ihre Kinder nicht schlagen, ist falsch verstandenes Mitleid. Nichts ist herzzerreißender als das Schreien eines Kindes unter den Schlägen. In der Tat beginnt das Schreien meist schon, bevor auch nur ein Schlag gefallen ist. Das Kind versucht verzweifelt, mit dramatischen Seufzern und Tränen die Tracht Prügel abzumildern oder zu verkürzen. Um den Eltern für diese Fälle das Rückgrat zu stärken und zu konsequentem Verhalten zu verhelfen, sagen uns die Sprüche:

Enthalte dem Kind die Zucht nicht vor; Wenn du es schlägst, wird es nicht sterben (23:13).

Im üblichen Sinne verstanden, versichert dieser Spruch Eltern mit einem schwachen Herzen, dass ihr Kind noch nicht wirklich reif für die Intensivstation im Krankenhaus ist – auch wenn es sich so anhört. Bleib dran, so wird uns geraten, trotz dieser Vorstellung.

Und noch ein weiterer Grund dafür, dass Eltern den Gebrauch der Rute vermeiden, sind falsche Vorstellungen von Liebe, Vergebung und Nachsicht. In unserer Kultur wird es als unvorstellbar erachtet, dass Liebe sich durch die Rute ausdrücken kann. Liebe, so meint man, bedeutet nie zu züchtigen, nie Schmerzen zu verursachen und mit dem Kind nur immer positiv umzugehen. Die Sprüche sehen die Liebe dagegen ganz anders:

Wer die Rute zurückhält, hasst seinen Sohn; Aber wer ihn liebt, sucht ihn heim mit Züchtigung (13:24).

Lieben wir unsere Kinder? Dann sollen wir sie, wenn nötig, gewissenhaft züchtigen. Hassen wir unsere Kinder? Dann werden wir es vermeiden, die Rute einzusetzen. Die Liebe sucht im besten Interesse des Kindes zu handeln, und das wird gelegentlich durch Zufügen von Schmerzen mithilfe der Rute erfüllt.

Wir können vielleicht versucht sein, eine nachgiebige Erziehung zu rechtfertigen anhand von Schriftstellen wie:

Eines Menschen Einsicht macht ihn langsam zum Zorn, Und es ist ruhmvoll für ihn, eine Übertretung zu übergehen (19:11).

Diese und andere Textstellen, wie auch die Ermahnung unseres Herrn, ‚die andere Wange hinzuhalten’ (Mat 5:39) lehren uns, dass wir keine Vergeltung üben sollen, wenn uns Jemand angreift. Das ist natürlich richtig: wir sollen nicht nach Rache streben.

Sage nicht: „Ich will Böses heimzahlen.” Harre auf den Herrn und Er wird dich erretten (20:22).

Wenn wir auch nicht nach Rache streben sollen, dürfen wir andererseits aber auch nicht die Sünden im Leben unserer Kinder oder im Leben anderer Gläubiger übergehen (vgl. Mat 18:15-20; 1.Kor 5:1-8; Gal 6:1).

Schließlich und endlich halten sich manche Eltern meiner Meinung nach mit dem Einsatz der Rute auch deswegen zurück, weil man ihnen beigebracht hat, dass sie niemals im Zorn züchtigen dürfen. Wir können Zorn aber durchaus als Mittel nutzen, um uns zu einer Züchtigung zu motivieren – wenn wir ihn auch niemals die Bestrafung selbst steuern lassen dürfen. Meine persönliche Überzeugung ist es, dass Ärger uns als Eltern nicht davon abhalten sollte, unserer Pflicht im Hinblick auf die Rute nachzukommen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt ist, und ich werde mich deshalb in der nächsten Lektion ausführlicher damit beschäftigen. Im Moment will ich mich darauf beschränken zu sagen, dass Zorn uns nicht davon abhalten sollte, unsere Kinder zu züchtigen.

2. DIE RUTE IST ERFORDERLICH, UM DIE SÜNDE DER KINDER IN GRENZEN ZU HALTEN. Das Buch der Sprüche geht meiner Meinung nach von diesem Grundsatz aus; ich bin mir aber – so muss ich gleich zu Anfang zugeben – nicht sicher, ob ihn die Sprüche auch ausdrücklich lehren. Regierungsgewalt und Todesstrafe werden inGenesis 9 von Gott eingesetzt, und zwar, um dadurch die Menschen von der Sünde abzuhalten. Das Schwert, das die Regierung trägt (Rö 13:4), ist die Todesstrafe. Diese Autorität wurde ihr verliehen, so wird uns gesagt, um das Böse im Zaum zu halten und die Gerechtigkeit zu belohnen (Rö 13:1-7; 1.Pe 2:14). Ich glaube, genau die gleiche Verpflichtung haben auch wir als Eltern im Hinblick auf unsere Kinder. Ihr Herz können wir vielleicht nicht ändern, aber wir können bis zu einem gewissen Grad ihr Verhalten beeinflussen; und das ist es auch, wofür wir verantwortlich gemacht werden (vgl. 1.Sa 3:13; 1.Tim 3:4). So wie die Regierung das Schwert trägt, so halten Eltern die Rute.

3. DIE RUTE IST ERFORDERLICH, WEIL SIE DEN CHARAKTER EINES KINDES OFFENLEGT. Einem meiner Freunde verdanke ich die Erkenntnis, dass der Charakter eines Menschen sich oft anhand von dessen Reaktion auf Kritik zeigt. Auch die Sprüche lehren diese Tatsache, die natürlich ebenso auf die Reaktion eines Kindes auf die Rute übertragen werden kann.

Wer Zucht liebt, der liebt Erkenntnis, Aber wer Zurechtweisung hasst, ist dumm (12:1).

Ein weiser Sohn nimmt die Zucht seines Vaters an, Aber ein Spötter hört nicht auf Zurechtweisung (13:1).

Ein Tor missachtet die Zucht seines Vaters; Wer aber die Zurechtweisung beachtet, ist klug (15:5).

Ein Kind, das eine Züchtigung akzeptiert und daraufhin Reue und Besserung zeigt, befindet sich auf dem Weg der Weisen. Ein Kind, das auf Zurechtweisung verbittert reagiert (auch wenn sie zurecht durch die Eltern geschah), hat sich vom Weg der Weisheit abgewandt.

Im Hinblick darauf, dass die Rute eine Charakterprüfung für das Kind darstellt, müssen wir uns andererseits vorsehen, wenn wir bestimmte ‚positive’ Mittel bei der Erziehung einsetzen. Die weltliche Psychologie neigt dazu, nahezu jede negative Form der Zurechtweisung zugunsten der als positiver angesehenen Formen zu vermeiden. Positive Verstärkung ist gut und richtig, aber nicht, wenn sie notwendige negative Korrekturmaßnahmen verhindert. Wenn ich meinem Kind im Laden sage, dass es die Cornflakes-Packung zurückstellen soll, und es darauf mit „Nein!“ antwortet, habe ich mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Aber wenn ich dann zu meinem Kind sage „Wenn du die Packung zurückstellst, kaufe ich dir Schokolade“, so ist das Bestechung und nicht Erziehung. Der Gehorsam unserer Kinder lässt sich am ehesten prüfen, wenn wir etwas Lästiges oder Unangenehmes von ihnen fordern, zum Beispiel, beim Arzt für eine Spritze still zu halten. Dem Kind einen Dollar zu geben und es aufzufordern, damit Süßigkeiten zu kaufen, ist keine Gehorsamsprüfung. Hüten wir uns vor ‚positiver’ Erziehung, wo sie nur Bestechung unter einem anderen Namen darstellt. Wir wollen sie nur dort einsetzen, wo es gottgemäß und richtig ist.

4. DIE RUTE IST ERFORDERLICH, UM DAS KIND ETWAS ZU LEHREN. Eine Tracht Prügel ist eine Charakterprüfung für ein Kind, aber sie dient auch dazu, das Kind etwas zu lehren.

„Ihr sollt aber darauf achten, jedes Gebot, das ich euch heute gebiete, sorgfältig einzuhalten, auf dass ihr leben und euch mehren möget, und einziehen und das Land in Besitz nehmen, das der Herr euren Vorvätern zugeschworen hat. Und ihr sollt des ganzen Weges gedenken, auf dem der Herr, euer Gott, euch diese vierzig Jahre lang in der Wüste geleitet hat, damit Er euch demütige, euch auf die Probe stelle, um zu wissen, was in euren Herzen sei, ob ihr Seine Gebote halten würdet oder nicht. Und Er demütigte euch und ließ euch hungern und speiste euch mit Manna, das ihr nicht kanntet, noch kannten es eure Väter, damit Er euch erkennen lasse, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von Allem, das aus dem Munde des Herrn hervorgeht“ (Deu 8:1-3).

Mit diesem Bibeltext lehrte Moses die Israeliten etwas sehr Wichtiges: Die Schwierigkeiten, die sie entlang des Weges erfahren hatten, stellten nicht nur eine Erziehungsmaßnahme (Vers 5) und eine Charakterprüfung (Vers 2) für das Volk Gottes dar. Anhand dieser Lektion sollte Gottes Volk vielmehr auch erkennen, dass das Leben des Menschen aus mehr besteht als Brot zu essen, und dass der Mensch lernen muss, vollständig in Abhängigkeit von und im Vertrauen auf Gottes Wort zu leben (Vers 3). Auch Hiobs Heimsuchungen waren ebenso sehr eine Charakterprüfung (Hi 1:8) wie auch eine Lektion in seinem Leben, aus der Hiob lernen sollte, vor allem in schweren Zeiten stärker auf Gott zu vertrauen (Hi 38). Genau die gleiche Lektion lehrte der Hebräerbrief die Christen im Neuen Testament (vgl. insbesondere Kapitel 12). Das Buch der Sprüche untermauert diese Lehren überein, denn es sagt uns, dass auch die elterliche Zucht von Gott eingesetzt wurde, um die charakterliche Entwicklung eines Kindes zu fördern.

Mein Sohn, verwirf nicht die Zucht des Herrn Und verabscheue nicht seine Zurechtweisung; Denn wen der Herr liebt, den weist Er zurecht, Gleich wie ein Vater seinen Sohn, an dem er Gefallen findet (3:11-12).

Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Lehre ist ein Licht; Und die Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens (6:23).

Wessen Ohr auf die Leben spendende Zurechtweisung hört, der wird unter den Weisen wohnen. Wer die Zucht verwirft, macht sich selbst zunichte, Aber wer auf Zurechtweisung hört, wird Verständnis erwerben (15:31-32).

Die Rute der Zurechtweisung bringt Weisheit, Aber ein Kind, das sich selbst überlassen wird, bringt Schande über seine Mutter (29:15, NIV).

Es ist hierbei sehr wichtig, zwischen Bestrafung und Züchtigung zu unterscheiden. Bestrafung heißt, einem Übeltäter das zukommen zu lassen, was er verdient. Züchtigung zielt darauf ab, einen Menschen zu belehren, damit er reifer und gottgemäßer werde. Aus göttlicher Perspektive betrachtet gilt die Bestrafung den Ungläubigen, die Zucht aber Gottes Kindern. Die Erziehung unserer Kinder sollte gemäß der Zucht für Gottes Kinder gestaltet werden (vgl. 3:11-12). Die Züchtigung unserer Kinder mit der Rute sollte also lehrreich, nicht nur strafend sein (obwohl auch das richtig sein kann).

Soweit es um Anleitung geht, braucht man keine Rute, um weise Menschen zu belehren; denn sie werden auf Ratschläge hören und daraus lernen.

Weise einen Spötter nicht zurecht, damit er dich nicht hasst; Weise einen weisen Mann zurecht, und er wird dich lieben. Gib einem weisen Mann Anleitung, und er wird noch weiser werden; Lehre einen gerechten Menschen, und er wird an Gelehrsamkeit zunehmen (9:8-9).

Mancher allerdings lässt sich durch bloße Worte nicht belehren. Ein Kind, beispielsweise, kann noch nicht einsehen, wie gefährlich es ist, auf der Straße zu spielen. Die Rute unterstützt in diesem Fall das Wort „Nein“ und lehrt das kleine Kind, dass es schmerzhafte Folgen hat, wenn man auf der Straße spielt. In Anbetracht dessen erstaunt es mich, dass manche Psychologen über die Grausamkeit von Schlägen für Kinder sprechen. Ist es grausamer, ein kleines Kind zu schlagen, damit es auf diese Weise Gefahren zu meiden lernt, oder ist es grausamer, das Kind die naturgegebenen Folgen seiner Torheit erleiden und es unter Umständen sogar zu Tode kommen zu lassen? Mit einem Kind in diesem Alter kann man nicht argumentieren. Kinder können keine abstrakten Dinge (wie die Gefahr durch einen Lastwagen auf der Straße) erfassen; aber Schmerzen sind etwas, das sie verstehen können. Die Rute dient zur Anleitung derer, die Erklärungen noch nicht zugänglich sind.

Die Rute dient aber auch zur Anleitung derer, die zwar alt genug sind, aber dennoch nicht einsehen wollen. Für die, die es ablehnen, auf Argumente zu hören, stellt die Rute ein alternatives Lehrmittel dar. Für dickköpfigen Starrsinn ist die Rute ein Heilmittel, das Stolz und Arroganz in Demut und Ungehorsam in Gehorsam umwandeln kann.

Wenn Eltern die Rute einsetzen, wollen sie ihrem Kind zeigen, wo in seinem Leben die Sünde herrscht, und ihm deutlich machen, dass Sündigkeit einen hohen Preis hat. Dadurch soll das Kind angehalten werden, die Gefahren der Sünde zu erkennen und sich aus seiner Eigenwilligkeit dem Weg der Weisheit zuzuwenden, der mit der Furcht des Herrn beginnt.

Obwohl ich die folgende Textstelle noch nicht bis zum Ende durchdacht habe, scheint mir doch, dass auch das Buch Jesaja die Rolle der Rute hervorhebt, wenn es darum geht, einen starrköpfigen Sohn dazu zu bringen, dass er auf Argumente hört. Im ersten Kapitel lesen wir:

„So kommt und lasst uns miteinander rechten“, sagt der Herr. „Wenn eure Sünden auch scharlachrot sind, sollen sie doch weiß wie Schnee sein; wenn sie auch karmesinrot sind, sollen sie doch wie Wolle sein“ (Jes 1:18).

Dies ist ein Wort der Warnung und der Ermahnung. Israels Problem ist seine Eigenwilligkeit. Gott bietet Vergebung, wenn die Israeliten nur bereuen. Wenn sie auf Gottes Warnung hören, werden sie Vergebung und Segnung erfahren, aber wenn nicht, …

„Wenn ihr willig seid und gehorcht, so werdet ihr die besten Dinge des Landes essen; weigert ihr euch aber und lehnt euch auf, so sollt ihr durch das Schwert gefressen werden.“ Wahrlich, der Mund des Herrn hat gesprochen (Jes 1:19-20).

Gott will sich mit den Menschen auseinander setzen und sie von der Sünde abbringen. Wenn sie auf ihn hören und bereuen, wird Er ihnen vergeben. Wenn nicht, wird Gott „die Rute“ einsetzen, um ihren Starrsinn zu brechen und sie zur Buße zu bewegen. Die Rute ist für diejenigen, die sich weigern, auf einfache Art zu lernen.

Die Rute ist also so etwas wie eine rote Warnleuchte auf dem Armaturenbrett eines Autos – ein Signal dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist und behoben werden muss. Das Licht selbst behebt das Problem nicht, aber es macht zumindest darauf aufmerksam. In diesem Sinne ist, denke ich, der folgende Vers zu verstehen:

Striemen, die weh tun, scheuern das Böse weg Und Schläge erreichen das Innerste (20:30).

Die Rute wird eingesetzt, um das Herz des Kindes zu erreichen und es vom Bösen abzubringen. Wenn Eltern von der Rute Gebrauch machen, wollen sie ihrem Kind damit die Folgen der Sünde verdeutlichen und ihm klar machen, dass es notwendig ist, Gottes Ausweg aus der Sündhaftigkeit anzunehmen.

Im Übrigen sollte ich wohl noch darauf hinweisen, dass die Rute, wo sie den Gezüchtigten selbst nicht zu belehren vermag, doch immer noch Anderen eine Lehre sein kann.

Schlägt man den Spötter, so werden die Unvernünftigen klug; Aber wenn man den Verständigen zurechtweist, wird er an Erkenntnis gewinnen (19:25).

5. DIE RUTE IST ERFORDERLICH, WEIL ES VERHEERENDE FOLGEN HAT, WENN MAN IHREN GEBRAUCH UNTERLÄSST. Einige Sprüche scheinen uns mehr zu verheißen, als wir zu hoffen wagen:

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1 Comment

  1. Auch ich bin für die Wiedereinführung der Rute als Züchtigungsmittel ! Aber nicht zur Anwendung der Rute bei Kindern, sondern bei denjenigen, welche diese Forderung erhoben haben !

    Was sind das nur für Menschen ? Na, ja, diese Frage hat sich ja bereits von selbst beantwortet. Es sind eben Christen, denn einem Menschen mit normalen Empfindungen würde so ein hirnrissiger Schwachsinn niemals einfallen !!!

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