„Wer nicht an die leibliche Auferstehung Jesu glaubt, ist kein Christ“


Quelle: evangelisch.de

„Ist Jesus nicht auferstanden, ist unsere Predigt vergeblich“
Die leibliche Auferstehung Jesu von den Toten ist seit jeher eine Herausforderung für das menschliche Denken. Auch unter Christen gibt es verschiedene Auffassungen über das leere Grab. Liberale Theologen wie Andreas Rössler erklären die Auferstehung ohne übernatürliche, wunderhafte Elemente. Das bleibt nicht ohne Widerspruch. Nach Ansicht von Jürgen Henkel lässt sich der christliche Glaube nicht auf ein diesseitiges Vernunftsprogramm reduzieren.

Von Jürgen HenkelEvangelisch.de

„Und es erschienen ihnen diese Worte, als wär’s Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht.“ (Lukas 24,11)

Von Anfang an gehört es zum biblischen Zeugnis von der Auferstehung Jesu, dass der Glaube an diese Auferstehung auch bezweifelt wird. Die Apostel halten den Bericht der Frauen vom leeren Grab für „Altweibergeschwätz“ und „dummes Zeug“, wie es im griechischen Original für die Apostel wenig schmeichelhaft heißt, für eine Aussage also, die dem Verstand und dem rationalen Denken als unlogisch und unvernünftig erscheint und die nach menschlichen Maßstäben keinen Sinn ergibt, weil sich dies der Erfahrung, Wahrnehmung und Beurteilung des natürlichen Menschen vollständig entzieht.

Schon immer stellte der christliche Glaube an die Auferstehung eine Zumutung für menschliches Denken dar, der Zweifel daran erscheint sozusagen als schriftgemäß. Doch an der eigenen Haltung genau zu dieser Zumutung entscheidet sich unser christlicher Glaube. Nicht unsere Vernunft ist Maßstab für das, was wir glauben, sondern unser Glaube verwandelt unser Denken, wenn wir in einer lebendigen, geistgewirkten Beziehung zu Gott-Vater und seinem menschgewordenen Sohn leben.

Zumutung für das menschliche Denken
Immer schon gab es vor allem in der protestantischen Theologie Ansätze, die Wirklichkeit des leeren Grabes und die leibliche Auferstehung Jesu – und damit das Zeugnis der Heiligen Schrift an der für die Christen und ihren Glauben entscheidendsten Stelle – zu relativieren und auf Vernunftgemäßheit hin umzuinterpretieren. Rudolf Bultmanns Entmythologisierung der Bibel und die historisch-kritische Methode insgesamt lieferten zusammen mit der Frage nach dem irdischen Jesus das exegetische „Parteiprogramm“, um von der Fleischwerdung des Logos und der Gottessohnschaft Jesu über die Heilungswunder bis hin zur Auferstehung und Himmelfahrt Jesu die zentralsten Glaubensinhalte des Christentums mit Bekenntnisrang nach Maßstäben von Vernunft und empirischer Erkenntnismöglichkeit zu beurteilen und in Frage zu stellen.

Mit allen exegetischen Raffinessen wird aus dem inkarnierten, gekreuzigten und auferstandenen Gottessohn Jesus Christus der irdische Jesus von Nazareth herausgeschält, zentrale Aussagen des christlichen Glaubens und der Christologie werden zu sekundären – und damit unverbindlichen – Interpretamenten der Urgemeinde deklariert. Die moderne Exegese trifft sich hier mit manchen frühen Irrlehren der Theologiegeschichte, die jedoch von der Kirche aus guten Gründen als nicht schriftgemäß verworfen wurden.

Die liberale Theologie, als deren Vertreter sich auch Theologen wie Andreas Rössler und sein „Bund für freies Christentum“ verstehen, hat in Adolf von Harnack ihren wirkmächtigsten Vertreter der Kritik am altkirchlichen Dogma als „Hellenisierung des Christentums“. Sie erkennt in Jesus Christus vor allem einen beispielhaften Menschen und Pädagogen vernünftig-sittlicher Werte: Jesus als „der gute Mensch von Nazareth“. Wenn heute die leibliche Auferstehung Jesu und das leere Grab mit Argumenten der Vernunft bestritten werden, so ist das deshalb weder neu noch besonders originell. Das hat von Bultmanns Theorie der „Auferstehung ins Kerygma“ über Willi Marxens „Die Sache Jesu geht weiter“ bis hin zu Gerd Lüdemanns Visions-Theorie eine gewisse Tradition im Protestantismus.

Jesus zum irdischen Ethiklehrer reduziert

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10 Comments

  1. Ein Theologe wird die Auferstehung nie verstehen, denn nach der Auferstehung kann man (oder Frau) kein Theologe mehr sein!

    Die Religion (Rückbindung) ist nicht Erkenntnis, sondern im Gegenteil selektive geistige Blindheit, um ein Kulturvolk an eine noch fehlerhafte Makroökonomie anzupassen. Die Genesis ist nicht die Beschreibung einer Erschaffung der (physischen) Welt durch das Wort, sondern das Programm Genesis (Gen1,1-11,9) ist die Beschreibung des kollektiv Unbewussten mit einer bestimmten Vorstellung von der Welt: die Rückbindung aller möglichen Gedanken des arbeitenden Volkes (Untertanen) auf die vom Mythos implizit beschriebenen Archetypen Jahwe (blau) und Elohim (rot):

    Klicke, um auf gen1-1_11-9.pdf zuzugreifen

    Die Befreiung von der Religion, der Erkenntnisprozess der Auferstehung (Apokalypse), ist die unbedingte Voraussetzung, um sich von einem Untertan zu einem selbständig denkenden Menschen zu entwickeln:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

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  2. Ob Christ oder Schaf ist einerlei.

    Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,
    muß man vor allem ein Schaf sein.
    Albert Einstein

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  3. Lieber petersemenczuk,

    von der falschen Seite ein Lob zu erhalten, ist mir echt peinlich ! Das könnte nämlich meinem guten Ruf als überzeugter Atheist echt schaden ! Immerhin bestehen zwischen deinem Gottglauben und meinem Nichtglauben doch einige erhebliche und unüberwindbare Hindernisse.

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  4. Peter, alter Schwede!
    Na, was für ein Zufall: Da treffen wir uns heute schon zum 2. Mal (siehe: Die Macht der Wunder)!

    Und es gibt sogar einen inhaltlichen Bezug: Wenn Du schreibst:

    1.Was den Glauben anbetrifft, so ist der wahre GLAUBE, eine Gabe Gottes und eine Frucht des Heiligen Geistes!
    Diesen Allerheiligste und Alleinseligmachenden GLAUBEN haben weder die Katholiken noch die Evangelischen und der anderen viele.
    Einige Einzelne werden ihn haben und das

    dann können ja die bösen Atheisten, Muselmanen, Juden, Buddhisten, Katholen, kurz: Alle, die Du schon in der Verdammnis siehst, gar nix für ihr Schicksal, da Dein Gott ihnen ja diese Geschenk vorenthält. Finde ich weder konsequent und erst recht nett von jemandem, der ‚gnädig‘ genannt werden will :-(. Ich finde es übrigens auch nicht nett, dass Du mich so standhaft ignorierst. Aber immerhin, wie gesagt, standhaft. So wie ein echter Kerl…….

    Gruß

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  5. Argus7,
    Du bist nahe dran an der Wahrheit, und darum bin ich gern unter euch,denn es heißt:
    „Die „Frommen“ haben Werke wie die Gottlosen und die Gottosen haben Werke und Gedanken wie die Frommen“! Darum bin ich gern unter euch!
    1.Was den Glauben anbetrifft, so ist der wahre GLAUBE, eine Gabe Gottes und eine Frucht des Heiligen Geistes!
    Diesen Allerheiligste und Alleinseligmachenden GLAUBEN haben weder die Katholiken noch die Evangelischen und der anderen viele.
    Einige Einzelne werden ihn haben und das
    „Geheimnis des Glaubens“ in ihrem gereinigten Gewissen tragen,welches ist CHRISTUS in UNS!
    2. Was die Auferstehung betrifft,sei gesagt:
    1. Die erste Auferstehung sagt Christus, ist die Auferstehung aus der Welt der Sünde und von seinen eigenen fleischlichen Lüsten und Begierden.
    Wer nicht absagt allem. kann nicht mein Jünger sein!!!
    Wenn Sünder sterben, gehen sie verloren sagt GOTT!

    Für den,der an der ersten Auferstehung teilhat, gilt das Wort unseres HERRN Jesus Christus:
    „Selig ist der und heilig.
    der teilhat an der ersten Auferstehung;
    (auf Erden geschehen und in dem eigenen fleischlichen Leib,eine totale Erlösung,Reinigung und Heiligung im Wasserbad des Wortes Gottes und durch Jesus Christus.)
    ÜBER solche hat der andere Tod keine Macht,sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren
    tausend Jahre“.Offenbarung 20,6

    Hier sehen wir auch,wie wahre PRIESTER GOTTES und seinem Christus gemacht werden und zum geistigen Amt legitimiert werden durch Christus,was kein Priester auf Erden solches erlebt hat,gleich in welcher Sekte und Synagoge/Schule des Satans.
    Meine geistigen Früchte einer 50-jährigen Leben-Jesu-Forschung und Leben! P.S.

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  6. @Björn

    Das ist eigentlich ein alter Hut, nur neu aufgewärmt

    Der größe Ratzfatz, seines Zeichens oberster Baal-Priester und Haupakteur am Weltlachtag hat noch als Großinquisitor 1995 festgelegt:
    „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“

    In der Konsequenz besagt dies, der gläubige Christ hat keine Moral, keinen eigenen Willen, keinen Verstand, er glaubt kritiklos jeden absurden Mist der RKK.

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  7. Nicht unsere Vernunft ist Maßstab für das, was wir glauben, sondern unser Glaube verwandelt unser Denken, wenn wir in einer lebendigen, geistgewirkten Beziehung zu Gott-Vater und seinem menschgewordenen Sohn leben.

    Herr Henkel gibt also offen zu: glauben kann man nur, wenn man vorher seinen Verstand ausschaltet – und der Glaube dient dann als Gehirnwäsche, sodass einem unvernünftiges Zeug dann plötzlich als vernünftig erscheint. Danke für diese klare Aussage!

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  8. „Nach Ansicht von Jürgen Henkel lässt sich der christliche Glaube nicht auf ein diesseitiges Vernunftsprogramm reduzieren.“

    jenseitig wird’s auch nicht vernünftiger… schwachsinn bleibt eben schwachsinn.

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  9. Um wirklich ein Christ zu sein, dann müsse man an die leibliche Auferstehung Jesu von den Toten glauben, meint der Evangeliot Henkel !!! Wenn dem so ist, dürfte die Zahl der echten Christen nicht allzu groß sein. So dämlich dürften nur verhältnismäßig wenige Leute sein. Ich vermute mal, dass Menschen, die diesem Hirngespinst verfallen sind, überwiegend in psychiatrischen Kliniken zu suchen sind ! Dort gibt es ja auch viele Napoleone und andere historische Figuren !

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