Hirnforschung und Philosophie


Quelle: http://www.heise.de

Während die Geisteswissenschaft den qualitativen Sprung in der Evolution, der sich mit der Entwicklung des menschlichen Gehirns vollzieht, eher phänomenologisch ableitet als wissenschaftlich begründet, verallgemeinern die Naturwissenschaftler die jeweils aktuellen Ergebnisse ihrer empirischen Forschung auf unzulässige Weise und unterschlagen dabei vor allem die kulturelle Entwicklungsfähigkeit als Folge menschlichen Bewusstseins. Mit seinem Buch Bewusstsein – der Abgrund zwischen Mensch und Tier versucht Alexander Braidt zwischen den Fronten zu vermitteln.

Von Reinhard Jellentp

Herr Braidt, Sie schreiben in ihrem Buch, dass Geistes- und Naturwissenschaften in Bezug auf das Bewusstsein konträre Positionen vertreten. Welche sind das?

Alexander Braidt: Verkürzt ließe sich antworten: Die Geisteswissenschaft sieht im Bewusstsein die Einzigartigkeit des Menschen begründet. Dagegen hat sich die Hirnforschung erst in ihrer jüngsten Geschichte an das Bewusstsein herangewagt und gefunden, dass es den Menschen nur graduell vom Tier unterscheide. Die Geisteswissenschaft erkennt einzigartige, kognitive Leistungen des Menschen, kann sie aber nicht neuronal erklären. Die Hirnforschung erkennt lediglich eine höhere Intelligenz des Menschen, kann aber damit das Entwicklungspotenzial seiner kognitiven Leistungen nicht überzeugend erklären. Bildlich gesprochen: Der Geisteswissenschaft stellt ihre Erdferne, der Naturwissenschaft ihre Erdnähe ein Bein.

Kurioserweise betrachten beide – Geistes- wie Naturwissenschaft – das Bewusstsein als ungelöstes Rätsel. Jedoch aus verschiedenen Gründen: Die Geisteswissenschaft ist überzeugt, dass Bewusstsein das entscheidende Spezifikum des Menschen ausmacht. Sie beschreibt auch dessen Symptome mit ihrem Verweis auf das „innere Auge“ (also die Fähigkeit, sich selbst beim Denken beobachten zu können) und die Planungsfähigkeit des Menschen besser als die Naturwissenschaft. Wodurch aber diese Symptome zustande kommen, muss für sie ein Rätsel bleiben, weil sie sich nicht mit den neuronalen Fakten auseinandersetzt. In jüngerer Zeit traten zwar Philosophen wie Thomas Metzinger („Der Ego-Tunnel“) und Michael Pauen („Was ist der Mensch?“) mit dem Anspruch auf, die neurowissenschaftlichen Fakten ernst zu nehmen.

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3 Comments

  1. Philosophie ist hier Reden um des Redens willen und Denken um des Denkens willen.
    Da kommt nicht zwangsläufig was bei raus außer Begriffserläuterung und Schulterzucken weil man ungeerdet in die Empire in luftigen Höhen „Vielleichts“ und „Könnte-seins“ in Erwägung gezogen hat.
    Der Autor wirft höchstens vor keine neuen Begriffe (seitens der NW) zu erfinden, obwohl Bewusstsein eindeutig der Philosophie vorbehalten wäre. Quasi das Patent auf diese ganzen geistesgeschichtslastigen Dehnbegriffe inne habe.

    Dann wird rumgeeiert und genörgelt und gesagt, dass man keine Fragen beantworten kann. Wittgenstein hätte dann schon gesagt das seien garkeine Fragen, denn Fragen müssen Antworten haben, sonst ist es Wortschwall ohne Sinn und Zweck.

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  2. @ Falk

    Ist doch ganz einfach ! Die Hirnforschung versucht, die Denkvorgänge und Denkabläufe des Menschen zu erklären. Die Philosophie hingegen entwickelt die Wege, die zum Denken führen !

    Denk mal darüber nach, denn nur durch Nachdenken kann aus dir ein Philosoph werden !

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  3. Huä? Versteht jemand, was Braidt sagen will? Ich verstehe nicht wirklich, auf was er hinaus will, habe aber den leisen Verdacht, dass er weder von Philosophie noch von Hirnforschung noch von Biologie Ahnung hat.

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