Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

B16-RatzeBenes Seligsprechungsgeschwafel
[…]In Anwesenheit von rund einer Million Gläubigen würdigte er den unerschütterlichen Glauben und die starke Spiritualität des polnischen Kirchenoberhaupts. «Er hat uns geholfen, keine Angst vor der Wahrheit zu haben, denn die Wahrheit ist die Garantie der Freiheit», sagte Benedikt in seiner Predigt vor hochrangigen Delegationen aus aller Welt, darunter zahlreichen Staats- und Regierungschefs. Johannes Paul habe die christliche Botschaft in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik hineingetragen. «Mit der Kraft eines Riesen hat er eine Tendenz umgedreht, die unumkehrbar erscheinen mochte», betonte Benedikt im Bezug auf die Säkularisierung der Gesellschaft. Bereits bei seiner ersten Messe nach seiner Wahl zum Papst habe Karol Wojtyla die Menschen aufgefordert: «Reißt die Tore weit auf für Christus!» Benedikt wies insbesondere auf die Auseinandersetzung seines Vorgängers mit dem Marxismus hin. Den Christen habe der damit neue Orientierung gegeben, welche die Geschichte übersteige, während sie zugleich auf diese einwirke. «Diesen Dienst der Hoffnung, der in gewisser Weise dem Marxismus und der Fortschrittsideologie überlassen worden war, hat er zu Recht wieder für das Christentum beansprucht.»[…]

Abdullah Gül: Schöne Worte an Europa
[…]Wien/Ankara (kath.net/idea) Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit widersprechen dem „Geist Europas“. Diese Ansicht äußerte der türkische Präsident Abdullah Gül in einem Interview mit dem österreichischen Online-Dienst „Die Presse“ (Wien). Anlass ist ein am 2. Mai beginnender dreitägiger Staatsbesuch Güls in Österreich … Die Islamfeindlichkeit sei eine gefährliche Entwicklung, so Gül. Auch der Antisemitismus habe seinerzeit klein angefangen. Von türkischen Migranten erwartet er, dass sie die Sprache des Landes, in dem sie lebten, lernen: „Das ist auch für sie wichtig – für ein glückliches Leben in diesem Land.“ Mit Blick auf einen möglichen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union erklärte der türkische Staatspräsident, ihm sei klar, dass Beitrittsverhandlungen nicht automatisch einen Mitgliedschaft der Türkei bedeuteten. Nach einer Bewertung durch die EU könnten in verschiedenen EU-Mitgliedsländern auch noch Volksentscheide zum Tragen kommen. „Und diese Referenden würden wir akzeptieren“, so Gül. Über 95 Prozent der 72 Millionen Einwohner der Türkei sind Muslime. Von den rund 120.000 Christen gehören etwa 4.000 zu evangelikalen Gemeinden.[…]

Sonn- und Feiertagsschutz muss bleiben, sonst leidet das Ehrenamt
[…]Eine zunehmende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes haben der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich (München) und der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bayern, Matthias Jena (München), kritisiert. So habe sich die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in Bayern auf Betreiben des Einzelhandels innerhalb der vergangenen 20 Jahre nahezu verdoppelt, beklagten beide in einem Gottesdienst am 1. Mai – dem „Tag der Arbeit“ – in der Münchner St. Matthäus-Kirche. Auch dehnten viele Industriebetriebe ihre Schichten auf den Sonntag aus. „Dass immer mehr Menschen zu allen möglichen Zeiten arbeiten müssen, überfordert viele“, erklärte Friedrich. Denn je mehr Menschen zu unterschiedlichen Zeiten arbeiteten, desto weniger gemeinsame Zeit bleibe für Freunde und Familie. „Desto weniger Zeit bleibt auch für ein Ehrenamt. Und davon lebt unsere Kirche, die Gewerkschaften – unsere Gesellschaft insgesamt.“ Jena mahnte, das gesellschaftliche Netz und die Solidarität nicht reißen zu lassen, auch wenn es in der Gesellschaft unterschiedliche Vorstellungen über Glaubensfragen und darüber gebe, was wichtig sei[…]

Saudi-Arabien: Medien-Zensur bei Religionskritik
[…]Saudi-Arabien verschärft seine Kontrolle über die Medien. Künftig sei es untersagt, islamische Kleriker zu kritisieren oder Inhalte zu verbreiten, die dem religiösen Recht der Scharia widersprechen, meldete der Sender al-Dschasira an diesem Sonntag unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Unter Strafe gestellt werden solle auch ‚alles, was ausländischen Interessen dient und zugleich nationalen Interessen zuwiderläuft‘. Laut al-Dschasira müssen Medien, die das Verbot übertreten, mit Geldbußen von umgerechnet bis zu 90000 Euro und ihrer Schließung rechnen. Den einzelnen Journalisten drohe ein dauerhaftes Berufsverbot.[…]

Scientology erwirbt TV-Studiogelände in Hollywood
[…]Die umstrittene „Church of Scientology“ will ihre weltweiten Medienaktivitäten ausweiten. Sie erwarb nach eigenen Angaben ein 4,5 Hektar großes TV-Studiogelände in Hollywood. Das Areal sei hervorragend für den Ausbau eigener religiöser und sozialer Produktionen geeignet, teilte der deutsche Zweig von Scientology mit. Wegen des Verdachts auf antidemokratische Tendenzen wird Scientology in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet.

Erzbistum Köln: Vorbeugungsprogramm gegen Missbrauch
[…]Seit dem 1. April müssen im Rahmen eines Präventionsprogrammes gegen Missbrauch, das vom Erzbistum Köln initiiert wurde, alle haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeiter in katholischen Gemeinden, die in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen, eine Schulung besuchen und danach eine Selbstverpflichtungs-Erklärung unterschreiben. Generell geht es in dieser Erklärung darum, die „Rechte und Würde der Schutzbefohlenen“ zu achten und sie vor seelischer, körperlicher oder sexueller Gewalt zu schützen. RP-Redaktionsleiterin Barbara Jakoby sprach darüber mit dem Leiter der Katholischen Pfarrgemeinde St. Jacobus Hilden, Monsignore Ulrich Hennes[…]

Zollitschs ekelhafte Opfer-Rhetorik
[…]Wie viel Widerspruch, Ablehnung, Verständnislosigkeit und Desinteresse unser christlicher Glaube derzeit erfährt, war nicht nur Johannes Paul bestens vertraut; auch wir wissen etwa um die Diskussionen um den Gottesbezug in der Europäischen Verfassung, um die Versuche unseren Glauben ins Private zurückzudrängen, um die Initiativen zur Aufweichung der Ruhe am Karfreitag und nicht zuletzt um die schrecklichen Christenverfolgungen in vielen Ländern der Erde. Und dennoch und gerade deshalb hat Papst Johannes Paul II. daran festgehalten, immer und immer wieder die Wahrheit Jesu Christi zu verkünden – gelegen und ungelegen. In einer Zeit, gewaltiger gesellschaftlicher Umbrüche, in der bisherige Maßstäbe ins Wanken geraten oder bereits vollständig verschwunden sind, war Papst Johannes Paul der markante Fels in der mitunter stürmischen Brandung des Zeitgeistes. Er, der unerschrocken für die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung der fundamentalen Menschenrechte eintrat, war und blieb ein entschiedener Kämpfer für eine „Kultur des Lebens“ … Papst Johannes Paul hatte die Brüchigkeit aller Versuche von Menschen, der Wirklichkeit ihren eigenen Stempel aufzudrücken, erlebt. Die großen Ideologien haben grausam versagt. Der Nationalsozialismus mit aller seiner Brutalität und Grausamkeit ist – gottlob! – zugrunde gegangen. Der Kommunismus mit all seinen Heilslehren hatte die Menschen brutal versklavt. Keine Ideologie konnte je den Menschen ihre Würde schenken. Wenn Papst Johannes Paul sich zu Wort meldete, sprach einer, der die Verdorbenheit der Gottlosigkeit wirklich erfahren hat, als Zeuge, der mitten dabei war … Es braucht uns nicht zu wundern, dass dieser Mann, nun Papst geworden, überall als Anwalt der Menschenrechte auftritt und auch den Totalitarismus der Moderne, den menschenverachtenden schrankenlosen Kapitalismus anklagt und das Unrecht, das er bewirkt, beim Namen nennt[…]

Duo JP2, B16-RatzeBene; Berlusconi und die liebe Politik
[…]Der „weltliche Arm“ in Italien war damit dem Vatikan abhanden gekommen. Doch unter Johannes Paul II. und dessen Chef der Kongregation für Glaubensfragen, Kardinal Ratzinger, setzte die Kurie nun auf einen weit aggressiveren Interventionismus: Ohne politische „Vermittlung“ durch die DC oder andere katholische Parteien grätscht sie regelmäßig hinein in Italiens innenpolitische Auseinandersetzungen über Schwulenehe, Patientenverfügung, Pränataldiagnostik oder Schulpolitik, ohne noch auf entschlossene Gegenspieler zu treffen. Stattdessen hat sie in Italien Fans wie Silvio Berlusconi. Der lobte erst jetzt wieder den gerade selig gesprochenen Wojtyla für ein gemeinsames Herzensanliegen: den „Kampf gegen den Kommunismus“. Und legte gleich nach, Italien werde unter seiner Regierung nie und nimmer „antichristliche Gesetze“ verabschieden. Berlusconi weiß nur zu gut, dass unter Papst Ratzinger der in den Zielen fundamentalistische, in der Wahl der (manchmal aus kirchlicher Sicht eigentlich unpräsentablen) Partner aber höchst pragmatische Kurs beibehalten wird, den Johannes Paul II. eingeschlagen hat.[…]