Türkei zensiert schwule Domains


Quelle: queer.de

Die türkische Telekommunikationsbehörde hat 138 als anstößig empfundene Begriffe für die Verwendung in Internetadressen mit der Landeskennung .tr verboten – darunter auch „gay“ und das türkische Pendant „gey“.

Queer.de

Türkische Anbieter hätten die Anordnung bereits schriftlich erhalten, heißt es in übereinstimmenden Medienberichten. So seien nun englische Begriffe wie „adult“, „escort“, „fetish“ oder „hot“ untersagt. Andere Begriffe wurden verboten, weil sie im Türkischen eine andere Bedeutung haben – etwa „pic“ als Kurzform für „picture“, das „Bastard“ bedeutet, oder „got“, was auf Türkisch so viel heißt wie „Arsch“. Selbst „yasak“ (verboten) ist ab sofort tabu. Websites dürfen darüber hinaus auch die Zahl 31 nicht mehr in ihren Domainnamen führen, weil sie ein Slangausdruck für Wichsen sei.

Mehrere Tausend Webseiten betroffen

Allen Web-Angeboten, die bisher solche Begriffen in der Domain führten, drohte die türkische Telekommunikationsbehörde mit Sperrung. Betroffen von der Zensuraktion sind mehrere Tausend Webseiten.

Bereits im Oktober 2009 wurde in der Türkei der Zugang zu den populären schwulen Dating-Seiten hadiGAY und GaBiLe gesperrt (queer.de berichtete). Von Zensurmaßnahmen waren auch das Videoportal YouTube und andere Dienste von Google betroffen. (cw/pm).