Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Weg mit dem Gottesbezug im GG
[…]Die Berliner Grünen-Chefin Bettina Jarasch erwartet eine Debatte über den Gottesbezug im Grundgesetz. In ihrer Partei werde darüber schon diskutiert, sagte sie der «Zeit»-Beilage «Christ & Welt». Der Grünen-Nachwuchs ihres Landesverbandes hatte im vergangenen Jahr gefordert, den Gottesbezug in der Präambel zu streichen. Jarasch hofft, dass die Kirchen diese Auseinandersetzung «nicht sofort als antikirchlichen Reflex» deuten. Bestrebungen, den Gottesbezug in der Verfassungspräambel zu streichen, gibt es auch in der Linkspartei und der Laizisten-Gruppe in SPD. Das Gespräch darüber sollte nach ihrer Ansicht «wie bei den bioethischen Fragen nicht parteipolitisch instrumentalisiert» werden. Für die Väter und Mütter des Grundgesetzes ist es nach Ansicht der Grünen-Politikerin selbstverständlich gewesen, sich im ersten Satz auf die Verantwortung vor Gott und den Menschen zu berufen: «Es war die Zeit der Volkskirche.» Hingegen müsse sich die Politik mit einer immer stärkeren Entkirchlichung der Gesellschaft auseinandersetzen. Jarasch sprach sich für «einen Dialog der Gläubigen mit den Nichtgläubigen» aus. Für den Deutschland-Besuch des Papstes wünsche sie sich, dass dort auch «Kritik aus einem prinzipiellen Wohlwollen heraus» möglich ist, sagte die Grüne: «Schließlich wird er einen wiederverheirateten Bundespräsidenten treffen und von einem schwulen katholischen Bürgermeister den Füller gereicht bekommen, mit dem er sich ins goldene Buch der Stadt einträgt. Dazu muss er sich verhalten.»[…]

Laizismus geht gar nicht
[…]Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hans Ulrich Anke, hat Bestrebungen widersprochen, das «vom Grundgesetz gewollte und garantierte Verhältnis von Staat und Kirche in unserem Lande zu revidieren» Das Grundgesetz verstehe die weltanschauliche Neutralität des Staates im Sinne einer fördernden Neutralität, sagte Anke am Mittwoch in Oldenburg laut einem vorab verbreiteten Redetext. In verschiedenen Parteien waren in jüngster Zeit Forderungen laut geworden, das Verhältnis von Staat und Kirche zu überprüfen. Der «fördernde Impuls in Bezug auf Religionen und Weltanschauungen» sei den Vätern und Müttern des Grundgesetzes außerordentlich wichtig gewesen, erinnerte der Kirchenjurist. Darin bestehe ein zentraler Unterschied zu Verfassungen anderer Staaten zum Beispiel zur französischen Laicité, die dem Konzept einer strikten Trennung von Staat und Kirche folgt. Gerade die öffentliche Dimension von Religion trage dazu bei, dass Menschen ihr Leben am besten nach ihren religiösen Überzeugungen ausrichten können, argumentierte der Leiter der EKD-Zentrale. Die öffentliche Dimension präge den «Diskurs über die Werte und Grundorientierungen einer Gesellschaft». Dies sei auch dringend nötig, denn die Gesellschaft lebe davon, dass sich in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur oder auch der Religion die Vielfalt gesellschaftlicher Kräfte in Freiheit entfaltet. Zudem wandte sich Anke gegen die verbreitete Formel von der «hinkenden Trennung» zwischen Staat und Kirche. Dieser Begriff suggeriere «etwas Krankhaftes, zumindest Unvollendetes im Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften» und entspreche überhaupt nicht der Realität. Denn die Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften sei klar gewährleistet: «Der säkulare, religiös-neutrale Staat kann und darf nicht über religiöse Fragen befinden. Und die Religionsgemeinschaften können und dürfen nicht an Stelle des Staates dessen hoheitliche Aufgaben entscheiden», sagte der Jurist, der seit 1. Dezember an der Spitze des EKD-Kirchenamtes in Hannover steht.[…]

Buch „Father Elijah“ wird verfilmt
[…]Ontario (kath.net) Seit dem Erscheinen des Romans „Father Elijah“ des kanadischen Autors Michael O’Brien im Jahr 1996 haben sich acht Filmemacher und zahlreiche Freunde des Autors an ihn gewandt mit der Anregung, dass das Buch sich sehr gut für eine Verfilmung eignen würde. Das schreibt Michael O’Brien selbst auf seiner Website http://www.studiobrien.com. Für O’Brien und seinen Verleger Ignatius Press stand fest, dass bei einem eventuellen Film keine Abstriche bei Glaubensinhalten gemacht werden dürften, beim Wesen der Kirche, der Heiligkeit des Priestertums oder dem Ablauf der Heilsgeschichte. Daran war das Projekt lange gescheitert. „Es war immer meine unerschütterliche Position, dass es besser sei, keinen Film zu haben, als einen verdorbenen.[…]

Piusbruder ausgeladen, na sowas?
[…]Mainz (kath.net) Das Bistum Mainz hat einer Jugendgruppe der Piusbruderschaft die Benutzung von eines Raumes im katholischen Gemeindehaus der Pfarrei St. Josef, Mainz, für einen Vortrag von einem Pater der Piusbruderschaft untersagt. Nach einer mündlichen Zusage des Raumes durch den Ortspfarrer hat die Jugendgruppe durch ein Schreiben des Mainzer Generalvikars Dietmar Giebenmann eine Absage erhalten. Dies berichtet die „Allgemeine Zeitung“. Bei der geplanten Veranstaltung handelt es sich um ein Vortrag von Pater Matthias Gaudron FSSPX zum Thema: „Piusbruderschaft – eine Folge des 2. Vatikanums?“. Wie der medialen Vorankündigung zu entnehmen ist, wollte Pater Gaudron „über einige umstrittene Punkte in den Texten des 2. Vatikanischen Konzils sprechen, die indirekt zur Gründung der Priesterbruderschaft St. Pius X.“ führten. Dabei wollte er „auch erläutern, worin die Piusbruderschaft ihre Aufgaben und Ziele sieht“. “Maria Rehm zeigte sich für die Jugendgruppe der Piusbruderschaft enttäuscht: „Die Einladungen waren schon verschickt“, die Veranstaltung werde an einen anderen Ort ausweichen[…]

Mormonen-Parodie für Theaterpreis nominiert
[…]Die Macher der Zeichentrickserie „South Park“, Trey Parker und Matt Stone, sowie der Komponist Robert Lopez sind für ihr Broadway-Musical „The Book of Mormon“ vierzehn mal für den „Tony-Award“, den wichtigsten amerikanischen Theaterpreis, nominiert worden[…]

„Barcamps Kirche 2.0“ – offene kirchliche Tagung
[…]Die neuen sozialen Netzwerke stehen im Mittelpunkt des Barcamps Kirche 2.0 – und ihre Folgen für private Internetnutzer ebenso wie für Kirchengemeinden und ihre Aktiven. Regelmäßig treffen sich die Online-Verantwortlichen aus den Landeskirchen und großen kirchlichen Einrichtungen und Werken zur Konferenz der Evangelischen Internetbeauftragten. Schwerpunkt bei der Konsulation am 6. Mai ist das Thema „Social Media“. Die Kirchen müssen noch Strategien entwickeln, wie sie mit dem sozialen Netz umgehen. Was passiert, wenn aus Gemeindegliedern Facebook-Freunde des Pfarrers werden? Muss eine Pastorin jede Freundschaftsanfrage aus ihrer Gemeinde annehmen? Soll die Gemeinde über den Kurznachrichtendienst Twitter verfolgen können, wen der Pfarrer gerade besucht? Ist es Arbeitszeit oder Privatvergnügen, wenn Jugendmitarbeiter auf Facebook online gehen?[…]

Neuer Beruf: Kirchlicher Popmusiker 😀
[…]Das Nordkolleg Rendsburg bietet zum Wintersemester 2011 / 12 erstmalig die Aus- und Weiterbildung „B-Kurs Popularmusik in der Kirche“ an. Der Abschluss der dreijährigen Ausbildung wird von der Nordelbischen Kirche als Berufsabschluss für B-Kirchenmusikstellen anerkannt. Das „B“ steht zwar nicht für Bachelor, der B-Abschluss entspricht aber in der Wertigkeit diesem Universitätsabschluss. Für Kirchenmusiker ist die Ausbildung eine Qualifizierungsmöglichkeit in den Bereichen Jazz, Rock, Pop, Blues und Gospel. Der gemeinsam mit der Musikhochschule Hamburg entwickelte Studiengang umfasst neben einem instrumentalen Hauptfach und einem Nebeninstrument insbesondere Chor- und Bandleitung sowie Tonsatz und Improvisation … Andere evangelische Landeskirchen erkennen die neue Ausbildung bislang nicht an. Kritiker aus der katholischen Kirche fürchten nach Informationen der „Welt“, dass das neue Weiterbildungsangebot universitäre Studiengänge der Kirchenmusik unterlaufen könnte. Die Fachreferentin Musik am Nordkolleg Rendsburg, Sandra Wierer, verteidigt das Angebot hingegen als „Instrument der Professionalisierung für einen Musikbereich, der in der Kirche wachsenden Raum einnimmt“[…]

Verfahren des gekündigten Organisten wird nicht neu aufgenommen
[…]Trotz seines Erfolgs vor dem EGMR im vergangenen Jahr blieb die Restitutionsklage eines Organisten gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, die katholische Kirche, vor dem LAG Düsseldorf erfolglos. Für eine Wiederaufnahme seines Kündigungsverfahrens komme der Kirchenmusiker fünf Jahre zu spät, befanden die Richter am Mittwoch … Nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) kann der Musiker gegen die Stichtagsregelung vor dem Bundesarbeitsgericht vorgehen. Die Düsseldorfer Richter haben die Revision zugelassen (Urt. v. 05.05.2011, Az. 7 Sa 1427/10).[…]

Wieder mehr Deppen, die der kath. Kirche vertrauen
[…]Erstmals seit der Welle von Medienberichten über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche scheint das Vertrauen in Kirche wieder leicht zu steigen. Das legt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach nahe. Allerdings liegen die Zustimmungswerte noch immer deutlich unter dem Niveau vor der Missbrauchskrise, wie Michael Sommer vom Institut für Demoskopie Allensbach am Mittwoch auf Anfrage erläuterte. „Es ist noch zu früh, von einer Trendumkehr zu sprechen.“ In einer repräsentativen Befragung gaben demnach im Februar 2011 37 Prozent der Befragten an, sie vertrauten darauf, dass die Kirche Antworten auf moralische Probleme und Nöte des Einzelnen geben könne. Im Juni 2010, auf dem Höhepunkt der Debatten um Missbrauch durch Kleriker, war der Wert auf 30 Prozent zurückgegangen. Fünf Jahre zuvor hatten noch 45 Prozent der Befragten der Kirche Vertrauen und Kompetenz in diesem Bereich zugesprochen.[…]

B16-RatzeBenes Bibelauslegungsgeschwafel: In einem Satz: Bibel wörtlich nehmen …
[…]Indem sich die Päpstliche Bibelkommission mit dem Thema „Inspiration und Wahrheit der Bibel“ auseinandersetze, sei sie dazu berufen, ihren spezifischen und qualifizierten Beitrag zu dieser notwendigen Vertiefung zu leisten. Für das Leben und die Sendung der Kirche „ist es wesentlich und grundlegend, dass die heiligen Schriften gemäß ihrer Natur ausgelegt werden“, wobei „Inspiration“ und „Wahrheit“ konstitutiv für diese Natur seien. Bei einer guten Hermeneutik ist es für Benedikt XVI. unmöglich, das Kriterium der Inspiration und das der absoluten Wahrheit mechanisch anzuwenden, indem ein einzelner Satz oder Ausdruck aus seinem Zusammenhang gerissen wird. Die Ebene, auf der die Bibel als Wort Gottes wahrgenommen werden könne, sei jene der „Einheit der Geschichte Gottes, in einer Ganzheit, in der sich die einzelnen Elemente gegenseitig erhellen und dem Verständnis öffnen“.[…]