Meisner entlässt David Berger, was zu erwarten war


Quelle: 3.bp.blogspot.com

Kardinal schasst schwulen Theologen
Der bekennende homosexuelle Theologe und Autor David Berger darf nach seinem Outing keinen Religionsunterricht mehr erteilen. Nach FR-Informationen entzieht Kardinal Meisner dem 42-Jährigen mit sofortiger Wirkung die „Missio canonica“.

Von Joachim FrankFrankfurter Rundschau

Berger könne „nicht mehr glaubwürdig im Sinne der katholischen Kirche unterrichten“, heißt es in dem Dekret des Kölner Erzbischofs vom 2. Mai, das der Frankfurter Rundschau vorliegt. „Das Vertrauensverhältnis des Erzbischofs von Köln in die Glaubwürdigkeit von Herrn Dr. Berger, in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche übereinzustimmen, ist zerstört“, so Meisner in der von ihm persönlich unterzeichneten Verfügung weiter. Berger erwecke den Anschein, in seinen Überzeugungen und seiner Lebensführung „von der katholischen Lehre und Disziplin“ abzuweichen. Die Begriffe „Homosexualität“ oder „schwul“ verwendet Meisner selbst an keiner Stelle.

Wie Bergers Schulleiter, Hermann Hammes-Therre vom städtischen Ville-Gymnasium in Erftstadt (Rhein-Erft-Kreis), der FR bestätigte, ist Berger auf Weisung des zuständigen Schuldezernenten von diesem Donnerstag an seiner Aufgaben als Religionslehrer entbunden – „ein Unding mitten im Schuljahr“, so Hammes-Therre. „Wenn schon, dann hätte man das mit Augenmaß zum Schuljahreswechsel umsetzen sollen.“

Berger selbst zeigte sich auf Anfrage enttäuscht und erschüttert. Der Entzug der Missio sei „ein schwerer Schlag gegen den Frieden innerhalb des Erzbistums sowie überhaupt der Seelsorge im Erzbistum“. Er kenne gerade auch aus der Erzdiözese Köln eine Vielzahl von homosexuell veranlagten Priestern, Priesteramtsanwärtern, Ordensleuten, Religionslehrern und anderen im kirchlichen Dienst Stehenden, „die mir ihre tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht haben, dass ich ihnen Stimme verliehen habe.“ Berger zeigte sich zudem verärgert, dass Meisner ihm keine Gelegenheit gegeben habe, zu den gegen ihn gerichteten „pauschalen Vorwürfen“ persönlich Stellung zu nehmen.

Mit dem Entzug der Missio hat Berger nun auch die letzte Funktion innerhalb der Kirche verloren. Im April 2010 hatte er in einem Gastbeitrag für die FR einen bigotten Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen angeprangert und seine Erfahrungen als Schwuler in der Kirche später in dem Buch „Der heilige Schein“ publiziert. Die päpstliche Thomas-Akademie in Rom erkannte ihm den Status als Gastprofessor ab. Offensichtlich sei Kardinal Meisner nun unter dem Druck „extrem reaktionärer homophober Kräfte“ in der katholischen Kirche eingeknickt, so Berger.

Bei Kath.net gibt es dazu noch eine nette Anmerkung:

Für Kircheninsider war der Entzug der Lehrerlaubnis keine große Überraschung. Bereits seit Wochen gab es gegen Bergers Tätigkeit als Religionslehrer im Erzbistum Köln Proteste von gläubigen Katholiken. Mit wirren Thesen hatte Berger vor einigen Wochen sogar Papst Benedikt unterstellt, dass dieser ‚homosexuell veranlagt’ sei. Der Theologe selbst zeigte sich in der „Frankfurter Rundschau“ „enttäuscht und erschüttert“ und verbreitet weiterhin seine illustren Thesen. So meint er ernsthaft, dass der Entzug der Missio „ein schwerer Schlag gegen den Frieden innerhalb des Erzbistums sowie überhaupt der Seelsorge im Erzbistum“ sei. Laut Berger sei Meisner nun unter dem Druck „extrem reaktionärer homophober Kräfte“ in der katholischen Kirche eingeknickt.

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«Der heilige Schein»

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