Papstbesuch, Kirchentag: Mediale Nötigung


V.l.n.r.: Wolfgang Büchner (Chefredakteur der DPA), Elmar Theveßen (Stellvertretender Chefredakteur des ZDF), Udo Reiter (Intendant des MDR), Landesbischof Jochen Bohl (Ev.-luth. Landeskirche), Bischof Joachim Wanke (Katholische Kirche, Bistum Erfurt) Foto: „Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2011“

Innerhalb weniger Monate finden in Mitteldeutschland zwei christliche Großereignisse statt: Die Protestanten treffen sich Anfang Juni zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden. Im September ist Benedikt XVI. bei seinem ersten offiziellen Deutschlandbesuch unter anderem in Erfurt zu Gast. Die Medien haben die Aufgabe, Christen, Suchende und Kirchengegner zugleich anzusprechen. Wie dies gelingen kann, haben Vertreter der Landeskirchen und der Medien in einer Podiumsdiskussion beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig am Dienstag diskutiert.

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In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bewegt sich die Zahl der Kirchenmitglieder je nach Region zwischen 10 und 40 Prozent. Die meisten der dort lebenden Menschen sind kirchlich nicht gebunden. Für diese Menschen von den anstehenden christlichen Großereignissen zu berichten und damit medial anzusprechen, stellt den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) als öffentlich-rechtlichen Sender vor eine Herausforderung. Der Intendant des MDR, Udo Reiter, sieht in der Berichterstattung einen Informations- und Kulturauftrag. „Zum einen berichten wir über das was im Sendegebebiet passiert. Zum anderen haben wir nicht die Aufgabe der Heidenmission, aber über das, was unsere Kultur christlich und kirchlich geprägt hat zu vermitteln – gerade in Kreisen in denen man das Wissen verloren hat“, sagte der MDR-Intendant. „Dabei ist er erforderlich das was passiert darzustellen, zu interpretieren und zu versuchen den Sinn und die historische Entwicklung nahezubringen.“

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5 Comments

  1. Hallo,
    in was für einer Welt leben wir eigentlich? In Thüringen werden allein 10 Mio. Euro ausgegeben, nur um dieses Kasperletheater zu ermöglichen und in Afrika sterben täglich Menschen, weil kein Geld da ist? Da fehlen mir die Worte, welcher Hype hier betrieben wird – was sagt der Papst eigentlich zu den Hungersnöten in Afrika? Schlecht ernährt sieht er ja nicht gerade aus!

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  2. @ Bettina:

    „Wer diese Medienkampagne derart schlechtredet, sollte zuerst bei der Werbung für Alkohol und Schokolade und Zigaretten beginnen. “

    Ich unterstelle dir mal eine eher kirchenfreundliche Gesinnung. Sollte es dir trotzdem oder gerade deswegen entgangen sein, dass du gerade eine christliche Medienkampagne in einem Atemzug mit einer Medienkampagne für Alkohol, Schokolade und Zigaretten nennst? In meinen Kreisen nennt man so etwas einen rhetorischen Overkill. Zumal ich hier nun wirklich eine Lanze für Schokolade brechen muss.
    Mal ganz davon abgesehen, dass du hier völlig unangemessen versuchst auf andere Themengebiete auszuweichen, die nichts mit dem Titel zu tun haben. Was hat denn jetzt nun wieder Atomenergie mit christlichen Kampagnen zu tun?

    „Man sollte hier unterscheiden zwischen einer friedlichen Kundgebung und denen, die gegen solche friedlichen Kundgebungen zu hetzen beginnen. Das sind genau diejenigen, die den Glauben der Menschen missbraucht und sie in den Krieg geschickt haben.“

    Äh… Korrigier mich… aber ich finde das ziemlich wirr was du da schreibst. Habe ich dich richtig verstanden, dass es ok ist Geschichtsklitterung zu betreiben, oder sagen wir mal Geschichte recht „tendenziös“ darzustellen solange dies „friedlich“ geschieht? Also für mich ist solch eine Vorgehensweise eine Kriegserklärung an die Aufklärung und intellektuelle Redlichkeit.
    Und der nächste Satz… kann ich den auf die Formel „humanistischer Kirchenkritiker–>faschistoider, religiös-bigotter Kriegstreiber“ verkürzen? Entspricht das so ungefähr was du uns mitteilen wolltest?

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  3. Wer diese Medienkampagne derart schlechtredet, sollte zuerst bei der Werbung für Alkohol und Schokolade und Zigaretten beginnen. Wer solche Werbekampagnen schmäht, erinnere sich an die Buttons, die er mit Stolz getragen hat, die Buttons „Atomenergie nein danke“ Nichts anderes.

    Man sollte hier unterscheiden zwischen einer friedlichen Kundgebung und denen, die gegen solche friedlichen Kundgebungen zu hetzen beginnen. Das sind genau diejenigen, die den Glauben der Menschen missbraucht und sie in den Krieg geschickt haben.

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  4. Dann soll der Herr Intendant des MDR dem Publikum doch einfach nur mal die Wahrheit über das historisch belegte, verbrecherische Wirken der christlichen Kirchen näher bringen. Damit hätte er seinen Kulturauftrag nämlich bestens erfüllt ! Es gibt nämlich sehr wohl Leute, die dieses historische Wissen nicht unter den Tisch gekehrt, sondern in Erinnerung behalten haben. Diese Leute werden von den Religioten gemeinhin als Heiden bezeichnet.

    Diese Heiden sind zweifellos die einzigen Menschen, für die die christliche Leitkultur nichts anderes als eine Aneinanderreihung von religiös motivierten Kriegen und schlimmster krimineller Verbrechen ist. (Inquisition, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Sklaverei, Ausrottung ganzer Völker im Zuge der Missionierung, Kindesmißbrauch durch pädophile Pfaffen…usw. Alles Tatsachen und Fakten, die verdrängt werden, weil sie schlecht zum beschönigenden Geschwafel über die christliche Leitkultur und dem schöngeredeten Image passen.

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