Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Kirchen-Aktion „Woche für das Leben“ spaltet Volkskirchen und zeigt wunderbar die Einigkeit von Evangelikalen mit den mutierten Katholen, heutige Katholikale
[…]Indes verläuft die Trennlinie nicht haargenau zwischen den Konfessionen. So hat Kardinal Meisner für seine Aussagen über eine mangelnde Einigkeit in ethischen Fragen umgehend Zustimmung von evangelikaler Seite erhalten. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, sieht die evangelikale Bewegung in manchen Wertefragen den Katholiken und den Orthodoxen näherstehen als großen Teilen der evangelischen Kirche. Das gelte etwa beim „Ja ohne jedes Nein zum menschlichen Lebensschutz“, aber auch bei der Ablehnung praktizierter Homosexualität. Dass in evangelischen Landeskirchen gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesegnet werden und homosexuelle Geistliche mit ihrem Partner im Pfarrhaus zusammenleben dürfen, stört Evangelikale genauso wie die katholischen Bischöfe.[…]

Bischof Müller: Nach dem Zweiten Vatikanischem Konzil ist vor dem Konzil
[…]In seiner Predigt erinnerte Bischof Gerhard Ludwig an den großen Aufbruch, den das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) mit sich brachte. „Die Konzilsväter haben mit innerer Bestimmtheit festgestellt, dass wir als Kirche, als Zeichen und Werkzeug in der Hand Gottes, in eine gute Zukunft gehen“, sagte der Bischof. Dies habe keinen Bruch mit der großen geschichtlichen Vergangenheit der Kirche bedeutet. Vielmehr sei die Sendung der Kirche von innen her zum Leuchten gebracht worden. Vor allem sei die Einsicht gestärkt worden, dass die Kirche eine Gemeinschaft ist, allerdings nicht ein von Menschen gemachter Verein, sondern das von Gott berufene Volk Gottes … Der Bischof rief dazu auf, sich in der Kirche zu engagieren und die Kirche nicht aus sicherer Distanz von außen zu betrachten. Ohne die Gläubigen gebe es keine Kirche. Allerdings würden auch sie nicht alleingelassen, sondern würden durch die Hirten geleitet und durch die Sakramente genährt. Auch forderte Bischof Gerhard Ludwig die Gläubigen auf, sich durch den „Propagandawind, der uns derzeit ins Gesicht weht“, nicht beeindrucken zu lassen. Dadurch würden Spaltung, Misstrauen und Zwietracht auf das Ackerfeld Gottes gesät. In Wirklichkeit aber gebe es keinen Grund, sich von der Familie Gottes zu trennen. Auch bat der Bischof die Gläubigen, sich nicht durch Sünden von Mitchristen entmutigen zu lassen, sondern sich selbst zu fragen: „Was trage ich dazu bei, dass der Glanz Christi auf dem Antlitz der Kirche widerstrahlt?“[…]

Als ob man sonst keine Probleme hat …
[…]Die Berliner CDU setzt sich dafür ein, dass ein Platz oder eine Straße nach dem seliggesprochenen Papst Johannes Paul II. benannt wird. Wie bekannt wurde, hat der Landesparteitag dies nahezu einstimmig beschlossen. Damit stellt sich die Berliner CDU hinter die Initiative ihres Mitglieds Christoph Lehmann. Den Antrag begründet die CDU folgendermaßen: „Karol Wojtyla hat sich als Papst kompromisslos für Freiheit und Menschenrechte eingesetzt.“ Der Zusammenbruch des kommunistischen Totalitarismus in Europa wäre ohne sein mutiges Wirken kaum denkbar gewesen, er habe damit einen großen Beitrag zum Ende der Teilung der jetzigen Hauptstadt geleistet.[…]

Die großen Sünden des abservierten liberalen Bischof von Toowoomba (Australien)
[…]Die Spannungen zwischen Morris und dem Vatikan wurden schon bald nach seiner Amtseinführung im Jahr 1993 offenkundig. Der neue Bischof mied den Römerkragen und bevorzugte es, Krawatten mit seinem Bischofswappen zu tragen. Er ermutigte dazu, dass Kinder die Erstkommunion vor der Erstbeichte empfingen. Als besonders gravierend wurde die in seiner Diözese weit verbreitete Praxis empfunden, in Gottesdiensten die Generalabsolution zu spenden.Dann schrieb Bischof Morris 2006 in einem Hirtenbrief, dass er der Kirche eine erneute Diskussion darüber vorschlage, ob Frauen zu Priestern geweiht werden könnten, um dadurch den Mangel an Priesternachwuchs auszugleichen … Offensichtlich war Morris, trotz verschiedener Gespräche mit Vatikan-Offiziellen und im Juni 2009 sogar mit Papst Benedikt XVI. sehr geschickt darin, seinen Rücktritt hinauszuzögern. Papst Benedikt XVI. hat seine Amtsgewalt erst eingesetzt, als endgültig klar war, dass Morris sich nicht freiwillig zurückziehen würde … Der resignierte Bischof beklagte sich inzwischen bitter über die Art, wie er aus dem Bischofamt entfernt worden war, er weiß dabei viele Priester und Gläubige aus seiner ehemaligen Diözese sowie sein gesamtes Domkapitel hinter sich. Nach 18 Jahren unter der Leitung von Bischof Morris ist die Saat des Widerspruchs in der Diözese Toowoomba reichlich ausgestreut[…]

Religioten sind enttäuscht: Senioren nicht so fromm, wie gedacht
[…]Christlicher Glaube und kirchliche Bindung sind unter Frauen und Männern jenseits des 60. Lebensjahrs nicht mehr selbstverständlich. Das geht aus einer Repräsentativbefragung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (Hannover) bei 2.022 Evangelischen und Konfessionslosen hervor. Etwa zehn Prozent der evangelischen Senioren stuften sich als sehr religiös und 27 Prozent als ziemlich religiös ein. Mit der Kirche verbunden fühlen sich 37 Prozent. 39 Prozent beteiligen sich an den Angeboten der Kirchengemeinden. Ein Viertel besucht regelmäßig den Gottesdienst. Die Befragung widerlege die Annahme, Senioren seien grundsätzlich glaubensstark und kirchennah, so Projektleiterin Petra-Angela Ahrens. Die Einbindung in das kirchliche Leben bleibe hinter den Erwartungen zurück. 37 Prozent der evangelischen Senioren sind bereit, sich ehrenamtlich in einer Gemeinde zu engagieren. Besonders gerne wirkten sie bei Festen und Angeboten für Senioren sowie Freizeiten und Ausflügen mit. Ein diakonischer Einsatz komme für sieben Prozent in Betracht; vier Prozent sind hier bereits tätig.[…]

Debatte: Medien und Islam
[…]Die Erlanger Professorin für christliche Publizistik, Johanna Haberer, fordert in der Berichterstattung über Muslime in Deutschland «mehr Innenansichten statt Außenansichten».Bei einer Diskussion anlässlich der christlich-islamischen Dialogwochen in Nürnberg sagte Haberer am Montagabend, für einen intelligenten Diskurs seien journalistische und künstlerische Erzählformen nötig, «die uns die Kultur der Einwanderer nahebringen.» Als Beispiel nannte sie Reportagen aus muslimischen Familien. Bei dem Gespräch, das sich auf die Debatte um Thilo Sarrazins umstrittenes Buch «Deutschland schafft sich ab» bezog, setzte sich Haberer für eine Sprache der «Political Correctness» und für Tabuzonen in den Medien ein. Dabei könne man aber nicht von den erreichten Standards der Meinungsfreiheit abgehen, betonte sie: «Zum Beispiel muss sich auch der Islam der Satire aussetzen.» Der Deutschlandkorrespondent der türkischen Tageszeitung «Hürriyet», Özcan Celal, warf Sarrazin vor, er habe mit seinem Buch verhärtete Fronten geschaffen: «Jetzt gibt es die bösen Deutschen und die beleidigten Muslime.» Er warnte vor undifferenzierter Medienberichterstattung über den Islam, weil damit der Rechtspopulismus in ganz Europa eine Renaissance feiere. Der stellvertretende Chefredakteur der «Nürnberger Nachrichten», Alexander Jungkunz, kritisierte, dass Sarrazin in seinem Buch auf über 400 Seiten keine positiven Beispiele für Integration von Muslimen in die Gesellschaft bringe. «Wir brauchen die Kraft der Unterscheidung», sagte er.[…]

Kretschmann-Biografie und seine religiösen Schwankungen
[…]Viele Passagen des Buchs gehen auf die Glaubensüberzeugungen des Grünen-Spitzenpolitikers ein. Während seiner Zeit im Kommunistischen Bund war er zwar aus der katholischen Kirche ausgetreten, und dabei wirkten offenbar auch die tristen Jahre in einem katholischen Internat nach. Inzwischen ist er aber nicht nur wieder Mitglied der Kirche, sondern auch engagiert. Auf die Frage der „Financial Times“ nach der besten Investition seines Lebens antwortete er: „Meine Taufe. Sie öffnet mir das Tor zum ewigen Leben.“ Für den künftigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten und ehemaligen Gymnasiallehrer ist der Glaube gerade keine Privatsache: „Wenn meine Schüler nicht merken, dass ich Katholik bin, habe ich etwas falsch gemacht.“ Ungeachtet dessen reibt er sich auch an Lehren seiner Kirche, etwa ihrer Ablehnung praktizierter Homosexualität. Homosexuelle dürften in der Gesellschaft und in der Kirche nicht ausgegrenzt werden, fordert Kretschmann … 1988 hat er sich bei einer Landesdelegiertenkonferenz in Schwäbisch Hall dafür starkgemacht, den Einzug der Kirchensteuer durch den Staat abzuschaffen, das staatliche Erziehungsziel der „Ehrfurcht vor Gott“ zu streichen und den kirchlichen Einfluss auf die theologischen Fakultäten zurückzudrängen. Doch das ist fast vergessen. An den seit drei Jahren geltenden Staatsverträgen mit den großen Kirchen will auch die neue Regierung laut Koalitionsvereinbarung nicht rütteln.[…]

Hassprediger Matusseks neues Buch: „Das katholische Abenteuer“
[…]Katholische Priester und Nonnen sind für Matussek „Menschen wie weiße Elefanten. Sie sprechen von Gott. Sie sind skandalöserweise nicht von Eigennutz getrieben, sondern von der Liebe zu den Menschen und von der Mission, die frohe Botschaft weiterzugeben. Und sie werden im öffentlichen Gerede behandelt wie Idioten oder Verbrecher. Zumindest bei uns“. Gefallsüchtig ist dieses Buch nicht, ganz und gar nicht. Wer allen einfach nur gefallen will, schreibt anders. Wenn der bekennende Katholik Matussek richtig in Rage gerät, dann kriegen die Atheisten, die die Religion für das Grundübel der Welt halten, postwendend das 20. Jahrhundert mit seinen Mörder-Ideologien ohne Gott um die Ohren gehauen. Dann „muss das Team der Atheisten mit düsteren Bündnispartnern rechnen …, der atheistischen Spitzenkraft Adolf Hitler“. Das ist natürlich unversöhnlich. Das ist der Gegenangriff, das ist die Dialektik des katholischen Ex-Kommunarden Matussek. Anders als der Großinquisitor der Kirchenkritik, Karlheinz Deschner, Autor der auf zehn Bände angelegten „Kriminalgeschichte des Christentums“, will Matthias Matussek nicht von der Sünden-, sondern „ausnahmsweise“ nur von der Gnadengeschichte der Kirche reden. Aber das heißt nicht, dass er nicht kämpferisch und abgrenzend von ihr reden würde. Jedenfalls verweigert Matussek konsequent die Umarmungsaufforderung des Bundespräsidenten, was den Islam angeht. Er warnt sogar davor, wenn er über junge fundamentalistische Moslems in Deutschland sagt: „Die Jungs … ziehen sich den Islam über wie eine Bomberjacke. Und sie setzen die Worte des Propheten ein wie einen Baseballknüppel. Hier ist dann jener Gewaltkern spürbar, der Goethe schließlich davon Abstand nehmen ließ, eine große Theaterhuldigung auf Mohammed zu dichten“[…]

B16-RatzeBene  ernennt Konvertiten zum Richter für Gerichtshof
[…] Papst Benedikt XVI. hat am Dienstag den israelischen Experten für die Kirche im Heiligen Land David Jaeger zum Richter des Rota-Romana-Gerichtshofs ernannt. Jaeger konvertierte vom Judentum zum Katholizismus und gehört dem Franziskanerorden an. Er ist der einzige jüdische Israeli der Welt, der je zum katholischen Priester geweiht wurde … Die römische Rota ist einer von drei Gerichtshöfen des Heiligen Stuhls. Sie ist Berufungsinstanz für Streit- und Strafsachen, die von Metropolitangerichten entschieden wurden. Ihre bekanntestes Aufgabengebiet sind Ehenichtigkeitsverfahren. Das Gericht besteht in der Regel aus 20 Richtern.[…]