Mit Volldampf in den europäischen Gottesstaat?


Die schwierige europäische Einigung kann nur dann gelingen, wenn das gesamteuropäische Gemeinwohl endlich über einzelstaatliche Interessen gestellt wird.

kathweb.at

Das betont der Wiener Politikwissenschaftler und langjährige Vatikan-Berater, Prof. Heinrich Schneider, in einem „Kathpress“ zur Verfügung gestellten Beitrag anlässlich des Europatages. Im Ringen um eine tragfähige Gestalt eines solchen geeinten Europas sollten „weitsichtige“ Politiker, Meinungsbildner und zivilgesellschaftlich engagierte Gruppen die Katholische Soziallehre wieder stärker zur Hand nehmen, empfahl Schneider. So hätten beispielsweise auch mehr als 50 Jahre alte Stellungnahmen von Papst Pius XII. nichts von ihrer Aktualität verloren.

Schneider sprach vom „aktuellen europapolitischen Wegweisungspotenzial“ der Soziallehre, obwohl die darin vertretenen Prinzipien alles andere als neu seien. Letztlich gehe die kirchliche Lehre vom staatenübergreifenden Gemeinwohl bis in das 16. Jahrhundert zurück. Papst Leo XIII. (1878-1903) habe dann bereits 20 Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs von einem „europäischen Gemeinwohl“ gesprochen, hinter dem rivalisierende Interessen zurückstehen müssten.

Erst die Schrecken der beiden Weltkriege und die Erfahrungen mit den totalitären Herrschaftssystemen des 20. Jahrhunderts hätten dann zur Jahrhundertmitte zu einem Umdenken geführt und der Idee der völker- und staatenübergreifenden Gemeinwohlordnung zum Durchbruch verholfen, so Schneider: „Erst jetzt war die Politik bereit, die entsprechenden christlichen Botschaften anzuhören und ernst zu nehmen.“

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1 Comment

  1. Hört, hört ! Das liest sich ja wie eine Aufforderung zu einer Generaloffensive gegen ein säkulares Europa !

    Offenbar steht den Katholen-Führer, angesichts der massiven Austrittswelle, das Wasser bis zum Hals. Das erinnert mich an das Geschehen zum Ende des 2. Weltkrieges. Da hat ein gewisser Herr Goebbels auch in einer aussichtslosen Situation das Volk zum Widerstand bis zur letzten Patrone angestachelt. Nach diesem Vorbild scheint jetzt auch die Katholen-Führung zu handeln. Man darf gespannt darauf sein, mit welcher Wunderwaffe sie ganz Europa zu erobern gedenken !?

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