SPD kriecht Kirchen in den Arsch


SPD will Verhältnis zur Kirche nicht ändern
Essen. Die SPD will ihr gutes Verhältnis zu den Kirchen nicht belasten. Das zumindest hatten die „Laizisten“ unter den „Genossen“ versucht. Sie hatten sich im vergangenen Oktober zusammen geschlossen und nun einen Antrag auf Gründung eines offiziellen Arbeitskreises „Laizisten in der SPD“ gestellt. Doch den hat der Parteivorstand auf seiner Sitzung am Montag kurz und bündig abgeschmettert.

Von Angelika WölkDer Westen

Die SPD will ihr gutes Verhältnis zu den Kirchen nicht belasten. Das zumindest hatten die „Laizisten“ unter den „Genossen“ versucht. Sie hatten sich im vergangenen Oktober zusammen geschlossen und nun einen Antrag auf Gründung eines offiziellen Arbeitskreises „Laizisten in der SPD“ gestellt. Doch den hat der Parteivorstand auf seiner Sitzung am Montag kurz und bündig abgeschmettert.

Der Vorstand sei sich, hieß es, tatsächlich schnell einig gewesen. Eine breite Debatte habe nicht stattgefunden. Und der Antrag, bestätigte eine Partei-Sprecherin, „ist einstimmig abgelehnt worden“.

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4 Comments

  1. Unglaublich. Der Kotau des Parteivorstandes der SPD vor den Kirchen macht sie für mich nicht mehr wählbar. Sie vertreten ganz einfach nicht meine Interessen, ja sprechen sich offen GEGEN Laizisten aus! Eine Partei, die laizistisch ist, und aufgeklärte humanistische Werte vertritt, wäre wirklich mal angesagt.

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  2. Die NSDAP hatte sich einst Staat und Gesellschaft zur Beute gemacht, die SED tat es ebenso. Heute haben die Kirchen über die Parteien, nicht zuletzt über einige ihnen „nahestehende“ höchste Richter, die ja wiederum von den Parteien bestimmt werden, Staat und Gesellschaft unterwandert, um sie in ihrem Sinne zu steuern. Einige führende Köpfe in der SPD haben das nur noch nicht mitbekommen – oder sie finden das so in Ordnung. Dass wir längst ein Kirchenstaat sind, wird deutlich, wenn man sich mal die folgende beispielhafte Liste anschaut:

    Theologische Fakultäten als Pfarrer ausbildende Institutionen an staatlichen Universitäten; Mitspracherecht des Papstes, also einer ausländischen Macht, bei der Errichtung und Schließung von katholisch-theologischen Lehrstühlen in Deutschland; Mitspracherecht der Kirche bei der Besetzung sogenannter Konkordats-Lehrstühle; Religion als ordentliches und benotetes Schulfach in eigentlich weltanschaulich neutralen Schulen, wobei die Religionslehrer vom Staat finanziert werden; Kruzifixe in vielen öffentlichen Gebäuden und Räumen; beamtete Pfarrer in Bundeswehr und Strafvollzug; Bezahlung von Bischöfen, Kardinälen und Domherren samt Nebenkosten aus allgemeinen Steuermitteln; staatliche Zuschüsse zu den Kirchentagen in teilweise zweistelliger Millionenhöhe aus allgemeinen Steuermitteln; Missionierung in Dritte-Welt-Ländern, teilweise finanziert aus Mitteln der Bundeswehr(!); Kirchensteuereinzug durch die staatlichen Finanzämter; jahrelang erfolgter zwangsweiser und nicht rückerstattungsfähiger Kirchensteuerabzug beim Arbeitslosengeld, auch wenn keine Kirchenmitgliedschaft vorliegt (vom Bundesverfassungsgericht als rechtmäßig bezeichnet!); kirchliches Arbeitsrecht mit signifikant weniger Rechten für den Arbeitnehmer und Zwangsmitgliedschaft in der Kirche über staatlichem Arbeitsrecht stehend; Alleinvertretungsanspruch der Kirchen in weltanschaulichen Fragen in den Rundfunk- und Fernsehräten; nicht kündbare(!) Verträge zwischen Staat und Kirche, die der Kirche Einfluss und vor allem Finanzmittel in Milliardenhöhe (siehe Carsten Frerk: Violettbuch!) sichern; aktuell der Versuch, die Präimplantationsdiagnostik mit religiösen Gründen für alle Bürger, auch die betont nichtreligiös eingestellten, gesetzlich zu verbieten.

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  3. @ Sospetto

    Ich schließe mich Deiner Wertung an. Da sich die demokratischen Parteien in unserem Land allesamt der „christlichen Leitkultur“ verpflichtet fühlen, möchte ich nicht zum Mitschuldigen dieser blutigen Kultur werden. Wenn sich eine Partei mit ausschließlich humanistischen Grundsätzen etablieren würde, hätte ich meine politische Heimat gefunden. Bisher sah ich eigentlich kein Problem darin, einen katholischen, evangelischen oder muslimischen Politiker zu wählen. Nachdem sich aber eine steigende Zahl unserer Politiker als militante Religioten outen, die den Säkularismus mehr und mehr aushöhlen und sich außerdem sogar zu Missionaren berufen fühlen (z.B. Beckstein) muß eben eine atheistisch-humanistisch ausgerichtete politische Gegenkraft her.

    Der Unterschied: Die Religioten stellen einen mysteriösen, fiktiven Gott in den Mittelpunkt, der Humanismus hingegen den Menschen !

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  4. Warum überrascht mich das nicht? Hatte ich eventuell schon vorher die richtige Meinung über unsere subkuttanen Politreligioten?

    Wenn sich alle laizistischen Politiker aus allen Parteien verständigen würden, käme u.U. eine ganz passable Parteineugründung zusammen. Wenn sich diese Partei dann auch noch Umwelt- und Tierschutz als Hauptstatuten in die Bücher schreiben würden, dann wüßte ich wenigstens wieder was ich ohne Bauchschmerzen wählen könnte. Hier würde ich sogar zum Fördermitglied.
    Welch ein wunderbarer Traum!

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