Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Zensus 2011: Druck der Kirchen machte Religionsfragen möglich
[…]Datenschutzbeauftragte der EKD, Oberkirchenrat Detlef Rückert (Berlin): Die Fragen stünden in Einklang mit dem Grundgesetz. Die Antworten seien nötig, um über die Zahl von Protestanten und Katholiken genauere Angaben zu erhalten, als es die Auswertung der staatlichen Melderegister zuließen, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage. Dies sei beispielsweise für die Planung kirchlicher Einrichtungen, die Festlegung von Feiertagen und die Zukunft des Religionsunterrichts wichtig[…]
Die Fragen nach Religionszugehörigkeit im Zensus gehen auf das Drängen der Kirchen zurück. Die Kirchen hätten enormen Druck ausgeübt

Klasse! Ein Schritt in die richtige Richtung
[…]Luxemburg/Stuttgart (kath.net/idea) Homosexuelle in einer eingetragenen Partnerschaft haben die gleichen Rentenansprüche wie Eheleute. Das entschied am 10. Mai der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg, das oberste rechtsprechende Organ der Europäischen Union (EU). Danach muss die Stadt Hamburg einen schwulen Verwaltungsangestellten bei der Berechnung einer zusätzlichen betrieblichen Altersversorgung genauso behandeln wie einen Verheirateten. Alles andere wäre eine „Diskriminierung wegen der sexuellen Ausrichtung“ und damit ein Verstoß gegen EU-Recht. Eine Berufungsmöglichkeit gegen den Urteilsspruch gibt es nicht. Er ist für öffentliche Arbeitgeber unmittelbar verbindlich … Der Verband forderte die Bundesländer auf, ihre Gleichstellungsgesetze nachzubessern. Nach Angaben der EKD-Pressestelle gelten die staatlichen Regelungen von Versorgungsbezügen auch für die Angestellten und Beamten der EKD. Evangelische Allianz: Damit wird die Ehe diskriminiert. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), sieht in dem Urteil die „Fortsetzung eines Irrwegs“, bei dem Ungleiches gleich behandelt werden solle. Ein wesentlicher Unterschied sei, dass die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau zum Zeugen von Kindern führe und damit die Zukunft der Gesellschaft sichere. Deshalb sei die Ehe besonders schützenswert. Wer damit andere Lebensformen gleichstelle, diskriminiere in Wirklichkeit die Ehe, sagte Steeb gegenüber idea[…]

Müller gegen Geißler 😀
[…]Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat Heiner Geißler wegen dessen Kritik an der Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. in der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ zurechtgewiesen. Der ehemalige CDU-Generalsekretär hatte vor zwei Wochen in einem Interview, ebenfalls in „Christ & Welt“, gesagt, dieser Papst habe die Armen in Lateinamerika in ihrem Kampf gegen Unterdrückung „verraten“. Eine „revolutionäre und oft nur hysterische Kampfrhetorik“ bescheinigt Bischof Müller dem Kirchenkritiker Geißler. „Geißler weiß dazu noch, Gott sei Dank, über eine geheime Informationsquelle genau, was Jesus heute sagen würde, und vor allem, dass Jesus ihn und nicht den vergeistigten Joseph Ratzinger bestätigen würde“, schreibt Müller. Geißler hatte in einem ökumenischen Aufruf – mit weiteren 350 Unterzeichnern – gefordert, den 1980 während eines Gottesdienstes ermordeten Erzbischof von San Salvador, Oscar Romero, heilig zu sprechen. Müller wirft den Unterzeichnern vor, Johannes Paul II. und Romero zu „Symbolen eines zerstörenden Antagonismus“ zu machen. Johannes Paul II. erscheine als „ein Papst der Reichen aufseiten finsterer Gewalthaber“ und Benedikt XVI. als „Schreibtischtheologe, der die Botschaft Jesu durch eine Spiritualisierung verdirbt“. Dadurch werde das „Unkraut von Misstrauen und Zwietracht in den Acker der Kirche“ gesät.[…] Gute Kirche contra böse Kirche?

B16-RatzeBenes Märchenstunde: Der Mensch ist ein „homo religiosus“
[…]Ein Leben ohne transzendenten Horizont hätte keinen erfüllten Sinn, so Benedikt XVI., während das Glück, nachdem alle Menschen streben, auf die Zukunft ausgerichtet sei, „auf ein Morgen, das sich noch erfüllen muss“. Der Mensch als „homo sapiens“ und als „homo faber“ sei in seiner tiefen Verwirklichung immer auch ein „homo religiosus“ und damit ein „homo orans“, ein religiöser und ein betender Mensch. Die Beziehung zu Gott besonders im Gebet eröffnet ihm den Zugang zum Wahren und Schönen. Aber auch zum Unsichtbaren, Unerwarteten, Unaussprechlichen. Das Verlangen nach Gott sei in das Herz des Menschen eingeschrieben. Das bedeute, dass das Bild des Schöpfers in sein Sein eingeprägt sei und er das Bedürfnis verspüre, ein Licht zu finden, um auf die Fragen zu antworten, die den tiefen Sinn der Wirklichkeit betreffen. Diese Antwort könne der Mensch nicht in sich selbst, im Fortschritt oder in den empirischen Wissenschaften finden …Der Mensch könne sich noch so sehr der Illusion der Selbstgenügsamkeit hingeben, doch er mache stets die Erfahrung, sich dem Anderen öffnen zu müssen, der oder das ihm das schenken könne, was ihm fehle, so dass er aus sich selbst herausgehen müsse. Wir lebten einerseits in einer säkularen Welt, wo Gott aus dem Bewusstsein vieler Zeitgenossen zu verschwinden scheine. Zugleich könnten viele Zeichen ausgemacht werden , die das Wiedererwachen eines Sinnes für das Religiöse anzeigten. Vielen Menschen genüge eine bloß horizontale und materielle Sichtweise des Lebens nicht. Sie fragten nach mehr und erkennen, dass nur Gott die letzten Antworten geben kann. Für Benedikt XVI. hat sich die Vorhersage derer als falsch erweisen, die seit dem Zeitalter der Aufklärung das Verschwinden der Religionen vorausgesagt und eine absolute, vom Glauben losgelöste Vernunft betont hatten, „eine Vernunft, die die Finsternis der religiösen Dogmatismen vertreiben und die Welt des Heiligen auflösen sollte, um dem Menschen seine Freiheit zu erstatten, seine Würde und seine Autonomie“. Zwei tragische Weltkriege hätten dann jedoch jenen Fortschritt in eine Krise versetzt, den die autonome Vernunft und der Mensch ohne Gott anscheinend zu gewährleisten vermochten[…]

Auf in den Kampf mit der Gottesmutter Maria
[…]Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx rief die vielen Pilger auf dem Kapellplatz dazu auf, sich als Christen den Anforderungen der Zeit zu stellen und die Gesellschaft zu gestalten. Die Kirche dürfe nicht ängstlich sein oder lamentieren. Sie müsse im Vertrauen auf die Gottesmutter Maria mit Mut in die Welt hineingehen. Das heiße auch, sich dem Streit zu stellen, sagte der Kardinal in seiner Predigt … Der Kardinal unterstrich die tiefe Verbundenheit Bayerns mit der Mutter Gottes. Sich nun in den kommenden Jahren mit Maria auf den Weg zu machen heiße sich auf den Weg zu Christus zu machen. Sich unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen bedeute die Gesellschaft zu prägen, sich einzusetzen für das Leben von Beginn an bis zum Ende, sich stark zu machen für den Schutz des Sonntags und der Feiertage, sich stark zu machen für Arme und Schwache, für Ausländer. Dies sei auch Beweis für eine „streitende Kirche“, die sich einsetze um der Menschen willen[…]

Polen: Radikaler Katholen-Radiosender
[…]Warschau (kath.net/KAP) Wegen Verunglimpfung der Regierung hat Polens Rundfunkrat den nationalkonservativen Privatsender „Radio Maryja“ verwarnt. In einem am Montagabend veröffentlichten Schreiben fordert die Aufsichtsbehörde den Sender auf, weitere „Diskriminierung aus Gründen der Nationalität“ zu unterlassen. In einer Sendung hatte im März ein Geschäftsmann die rechtsliberale Regierung als „nicht polnisch“ bezeichnet und behauptet, „nicht einmal 30 Prozent“ der Parlamentsabgeordneten seien „wahre Polen“. Der Rundfunkrat kritisierte auch den bekannten Kommentator des Senders, Stanislaw Michalkiewicz. Dieser hatte der linksliberalen Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ „rassische Solidarität“ vorgeworfen und die Hauptversammlung des Zeitungsverlags als „Hexensabbat“ diffamiert … Mit mehr als einer Million Stammhörer liegt „Radio Maryja“ in Polen auf Platz fünf in der Hörergunst. Die Sendelizenz für das Programm mit dem Slogan „Die katholische Stimme in deinem Haus“ gehört der polnischen Provinz des Redemptoristenordens.[…]

Wenn die Religioten nicht überall mitmischen können …
[…]Da der Selbstmord von Gunter Sachs keine „tragische Privatangelegenheit“ mehr sei, sondern „durch die Veröffentlichung seines Abschiedsbriefes daraus ein Politikum geworden“ sei, nimmt Mechthild Löhr, Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben, in einer Aussendung dazu Stellung, damit dieser Suizid nicht „eine verheerende Signalwirkung“ entfalte. „Suizid ist immer eine Verzweiflungstat und kann nicht vorbildlich sein. Der Suizid von Gunter Sachs am 7. Mai 2011 ist mehr als nur eine tragische Privatangelegenheit. Durch die Veröffentlichung seines Abschiedsbriefes ist daraus ein Politikum geworden, denn Sachs wählte die Selbsttötung aus Angst vor einer möglicherweise beginnenden Altersdemenz; er schrieb: ‚Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten’ … Insbesondere die verfehlte Gleichsetzung von geistiger Kontrolle und Menschenwürde darf nicht unwidersprochen bleiben. Träfe dieses Argument zu, dann gälte es auch für Säuglinge oder Patienten im Wachkoma. Diese Menschen haben ebenfalls keine geistige Kontrolle über sich, trotzdem kommt ihnen stets Würde zu … Das selbst bestimmte Lebensende ist eine derzeit in unserer Gesellschaft sich ausbreitende und systematisch propagierte Vorstellung, die teilweise illusionären Charakter angenommen hat. Der ‚Freitod‘ bedeutet in Wahrheit das Gegenteil von Freiheit. Er findet in einer Situation statt, in welcher der Mensch keine andere Möglichkeit mehr sieht, in der ihm die Wahlfreiheit gerade fehlt. Es liegt an uns, das von Gunter Sachs gesetzte Zeichen richtig zu interpretieren, nämlich als den verzweifelten Hilferuf eines Menschen, der die Kontrolle über das eigene Leben zum ultimativen Daseinszweck erhoben hatte. Es ist an der Zeit, diesen höchsten Wert der Postmoderne angesichts seiner tödlichen Konsequenzen in Frage zu stellen.“[…]

Reformierte Kirche in den USA erlaubt homosexuelle Pfarrer
[…] In den USA hat sich eine weitere protestantische Kirche für homosexuelle Pfarrer geöffnet. Wie USA Today berichtet, holt die reformierte Kirche der Presbyterianer damit nach, was drei andere Kirchen in den Vereinigten Staaten schon vorgemacht haben: Die evangelische lutherische Kirche, die vereinigte Kirche Christi und die anglikanische Episkopalkirche erlauben schon seit längerem Lesben und Schwule im Priesteramt[…]

Ver.di fordert mehr Geld für Erzieher der evangelischen Kirche
[…]Weilburg (dapd-hes). Die Gewerkschaft ver.di fordert mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher und Erzieherinnen in der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN). Die Betreuerinnen seien unterbezahlt und die KiTas unterbesetzt, erklärte die Gewerkschaft vor der am Donnerstag in Weilburg beginnenden Synode der EKHN.Zu den Forderungen gehören eine Angleichung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und eine Streichung von Berufspraktikanten aus dem Stellenplan, auf den sie bisher zu 40 Prozent angerechnet würden[…]

Kriminelle Diakonie
[…]Meschede. Staatsanwaltschaft, Zoll und Steuerfahndung haben elf Büroräume der Diakonie und Privatwohnungen durchsucht. Der Vorwurf: Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben sollen nicht korrekt abgeführt worden sein. Über Jahre, so der Vorwurf, könnte die Diakonie Ruhr-Hellweg mit Sitz in Meschede eine „kreative Buchführung“ betrieben haben, wie es ein Ermittler formulierte. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe prüfen die Behörden, ob Mitarbeiter „schwarz“, also an Finanzamt, Renten- und Krankenkasse vorbei, eingesetzt worden sind. Im Visier der Behörden sind Verantwortliche der Diakonie Ruhr-Hellweg sowie die Geschäftsführer von drei gemeinnützigen Einrichtungen in Soest, Unna und dem Matthias-Claudius-Haus in Eversberg[…]

Kardinal Lehmann: „Kirche ist kein Club“
[…]Die katholische Kirche in Deutschland muss sich nach Worten von Kardinal Karl Lehmann trotz des Rückgangs der Zahl ihrer Mitglieder weiterhin als Volkskirche verstehen. Der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) sagte Lehmann, wenn man nur noch bestimmte Schichten erreiche, werde man zu einem „Club von Gleichgesinnten“. Das aber sei zu wenig, das dürfe nicht sein. Lehmann, der am Montag 75 Jahre alt wird, betonte, die Kirche müsse fähig sein, ihren Beitrag zu leisten für die Gestaltung von Politik und Gesellschaft. Deshalb müsse die Kirche wissen, wie die Leute lebten. Der Mainzer Bischof unterstrich, die geistige Präsenz der Kirche in der gesamten Gesellschaft sei lebenswichtig[…]

Die Fundis rebellieren
[…]Mit einem Aktionskünstler, rosa Schweinchen und 13 Tonnen Teichschlamm.Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum München bewirbt derzeit unter dem Titel „Lockere Jugend- verklemmte Kirche!“ umstrittene Veranstaltungen in München, kath.net hat berichtet. Jetzt wehren sich Katholiken aus dem Erzbistum München gegen diese Veranstaltung und kündigen für Samstag, den 21.05.2011 um 14.00 Uhr vor dem Korbinianshaus der kirchlichen Jugendarbeit (Preysingstraße 93) in München eine Versammlung „gegen sexualideologische Vereinnahmung katholischer Jugendlicher“ an[…]

Formel 1 Ayrton Senna als christliches Vorbild verfilmt
[…]Der Film „Senna“ vom britischen Regisseur Asif Kapadia, der am heutigen Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, sei eigentlich ein „unmöglicher Dokumentarfilm“, schwärmt die „Welt am Sonntag“. Denn er porträtiere einen Helden, „größer und zerbrechlicher als das Kino selbst“. Je näher man der Figur Senna in diesem Streifen komme, „desto unglaublicher und fabelhafter wird sie“. Der Autor ist beeindruckt vom bibelfesten Glauben des Brasilianers, für den beim Rennfahren immer auch seine Beziehung zu seinem Gott wichtig war[…]

Deutsche wollen kirchliche Stellungnahme in Atomdebatte
[…]Mehr als 60 Prozent der Deutschen begrüßen es einer Umfrage zufolge, wenn die Kirchen in der Atomdebatte Stellung beziehen. 38 Prozent lehnen dies jedoch ab. Das Bielefelder Demoskopie-Institut Emnid befragte im Auftrag der «Evangelischen Zeitung» in Hannover und Hamburg und der evangelischen Fernseh-Talkshow «Tacheles» 503 ausgewählte Personen ab 14 Jahren[…]

Kirche und Ärztekammer
[…]Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Bundesärtzekammer stimmen in der Ablehnung der Tötung auf Verlangen überein. Die aktive Sterbehilfe widerspreche dem christlichen wie auch ärztlichen Verständnis vom Menschen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Vorangegangen war ein Gespräch zwischen dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und Ärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe, sowie Hauptgeschäftsführer Christoph Fuchs über die Begleitung unheilbarer Kranker und Sterbender[…]